Rund um den Hund

 

18. August 2019

 

Die beiden untenstehenden Artikel fand ich in der Zeitschrift "Partner Hund", Ausgabe August 2019.

 

Zur Leishmaniose ist zu sagen, dass es diese Krankheit früher in Europa nördlich der Alpen überhaupt nicht gab. Wie zu lesen verläuft sie bei Hunden oft unbemerkt, aber regelmäßig tödlich, wird durch den normalen Hundehalter als solche meistens gar nicht erkannt. Diese Krankheit ist von Hund zu Hund über das Blut bei Verletzungen übertragbar.

Auf den Menschen ist sie unter bestimmten Bedingungen ebenfalls in drei verschieden gefährlichen Varianten übetragbar, wobei die schwerste Form bei Nichtbehandlung auch tödlich enden kann.

 

Dass die Zucht von Möpsen und weiteren ähnlich kurzschnauzigen Hunderassen in den Niederlanden ab jetzt verboten ist, halten wir im Interesse dieser ab Geburt chronisch kranken, ja schwerbehinderten Hunde für äußerst vernünftig. Es scheint, dass auch im "Hundewesen" in Deutschland wieder einmal die Vernunft zu kurz kommt. So wird regierungsseitig wohl jegliche Hoffnung auf diesbezügliches Handeln nicht wie gewohnt zuletzt sterben, sondern vermutlich ist sie gar schon tot. Der VDH heißt wohl offiziell "Verband für das deutsche Hundewesen", treffender wäre wohl die Bezeichnung "Verband der Heuchler". Denn längst ist den Verbands-"Koniferen" alles bekannt, was man in diesem Zusammenhang wissen muss. Aber man unternimmt nichts, weil man auf die Mitgliedsbeiträge der betreffenden Rassezucht-Vereine nicht verzichten will. Ganz im Gegenteil werden auf VDH-Ausstellungen die Hunde immer noch am besten bewertet, die die rassetypischen Deformationen am deutlichsten Zeigen.

 

Ich bin ziemlich beruhigt darüber, dass wir mit unseren Lagotti eine Hunderasse haben, die man wohl durchaus noch als normal bezeichnen kann.

08. Mai 2019

 

Hier eine hübsch bebilderte Geschichte über Snoopys erste Lebenswochen in seiner neue Heimat in der Schweiz. Snoopy ist natürlich ein "Trüffelkobold" und heißt eigentlich Horatio - aus unserem H-Wurf - ist inzwischen drei Jahre alt und seine Familie ist nach wie vor von ihm begeistert.

 

Ja, dort ist anscheinend sogar das offensichtlich ansteckende Lagotto-Fieber ausgebrochen. Snoppy bekommt nämlich in etwa vier Wochen Verstärkung. Dann besucht er uns mit seinem Personal und holt unseren kleinen Leporello auch in die Schweiz. Leporello wird er dann nicht mehr heißen - ist ja auch viel zu lang zum rufen. Wir schlagen mal "Schröder" vor, das würde ja zu Snoopy passen!

 

 

 

11. März 2019

 

Der Kurzhaar-Lagotto

Schon einige Tage her, da hatte ich etwas Zeit und wusste damit nichts Besseres anzufangen, als den PC einzuschalten und das Stichwort „Lagotto“ einzugeben. Ich hätte es lassen sollen! Schier unglaub-lich, was einem da alles geboten wird! – Und ebenso unglaublich – ich schaue seitdem immer wieder mal rein.

 

Alles nur irgendwie Denkbare von Stickern und Schildern über Fressnäpfe und T-Shirts bis hin zu mehr oder weniger ernst zu nehmender Fachliteratur. Gut, das ist alles noch ohne schwerwiegende Folgen, wenn man will, leicht zu ignorieren.

 

Weitaus dramatischer sind da schon Anfragen und Anmerkungen neugieriger oder besorgter Hundebe-sitzer oder solcher die es werden wollen – und dann die Antworten!  Höchst unterhaltsam und gelegent-lich Besorgnis erregend! Da schreibt zum Beispiel ein, sich seriös gebender Züchter, er würde grund-sätzlich nur telefonische Kaufanfragen beantworten – per Mail auf gar keinen Fall, das würde ihm zu viel Zeit kosten, dafür wäre er beruflich zu stark eingespannt! – Na, das ist doch mal eine klare Ansage!

 

Was mich jedoch fast umgehauen hat, ist diese Unzahl und Vielfalt von Verkaufsanzeigen / Zwinger-werbung / Welpenangeboten, gewissermaßen auf dem freien Markt. Gelegentlich auch, falls nötig, mit der Zusage, den Welpen kostenfrei zu versenden – auf e-bay! – Auf e-bay! – Für einen Hund, für ein hoch entwickeltes Lebewesen! – Nicht etwa für eine gebrauchte Waschmaschine oder getragene Kleidung!  

 

Diese Verkaufsanzeigen kommen nun aber keineswegs nur von irgendwelchen Feld-, Wald- und Wie-senzüchtern oder osteuropäisch-mafiösen Hundevermehrern, sondern auch und für mich erschreckend häufig von im VDH und seinen diversen Vereinen organisierten ganz soliden Züchtern! – Bei e-bay! – Für mich bisher auch nicht ansatzweise vorstellbar!

 

Interessant fand ich die oft umfangreiche Selbstdarstellung einiger Lagotto-Züchter, die nicht erkennbar im VDH oder einem der angeschlossenen Vereine organisiert ist. Die trotz doch engagierter Beschäfti-gung mit ihrer Rasse noch nicht einmal den Plural des italienischen Rassenamens kennen – nämlich „Lagotti Romagnoli“! Wobei ich aber keineswegs bezweifeln will, dass es auch unter den „unabhängi-gen“ oder „wilden“ Züchtern sehr engagierte und korrekte Hundefreunde gibt – aber eben nicht nur die!

 

Aufgefallen sind mir Preise von um die 700 oder 800 €, wo aber auch alles an Angaben fehlte, was für den möglichst risikofreien Kauf eines Welpen erforderlich ist. Ebenso auffallend sind Preise um 1.900 € oder 2.500 Sfr  für „Kurzhaar-Lagotto“, wo bei der „Produktbeschreibung“ der Eindruck entstehen kann, hier handele es sich um eine besonders seltene und damit auch teure Rarität. Wobei nicht immer klar wird, ob der Anbieter „organisatorisch ungebunden“ oder Mitglied eines VDH-Vereines ist.

 

 

Interessant hier auch die Verlinkung zu einer Kolumne eines Zuchtleiters und Vorsitzenden des Zucht-ausschusses eines dem VDH angehörenden Vereins – wie folgt: 

links "Locke" - rechts "Kurzhaar"  -  Foto LRZ e.V.

 

Ich saß eine ganze Weile ziemlich ratlos davor und bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob ich das Darge-botene richtig verstanden habe, habe aber folgende Überlegungen:

 

Ja, warum eigentlich nicht? Das kann er doch so schreiben, schließlich lebt oder lebte in seinem Haus-halt ein Lagotto Romagnolo-Deckrüde, der diesen genetischen Kurzhaardefekt hat und auch schon mal eine, ebenfalls mit diesem Defekt belastete Hündin deckte, ohne das vorab darüber und eventuell ent-stehende Komplikationen geredet wurde. – Es ist ja auch noch nicht lange Züchterpflicht, Zuchthunde auf diesen Defekt testen zu lassen.

 

Jedenfalls war die Besitzerin der Zuchthündin sehr erstaunt und wie zu hören war auch nicht besonders glücklich darüber, dass die Hälfte ihres Wurfes irgendwann aussah wie „Kleine Münsterländer“ und nicht wie „Lagotti Romagnoli“. – Dabei sind auch „diese Kleinen Münsterländer“ wirklich sehr ansehn-liche Hunde, gegen die nichts oder zumindest nicht mehr einzuwenden ist, als gegen die Lagotti oder irgendeine andere Hunderasse.

 

Aber warum überhaupt möchte man denn einen „Lagotto Romagnolo“? – Eben wegen seines hinreis-senden, besonderen, typischen Aussehens, dem lockigen, manchmal wuscheligen, nicht ganz leicht zu pflegendem Fell, dem lustigen, oft feuchten „Schnauzbart“, diesen unglaublichen dunklen Knopfaugen – und weil er tatsächlich keine Haare verliert und weil er – nicht unbedingt immer – für Allergiker geeig-net ist. – Und eben nicht deshalb, weil er glatt-, bzw. kurzhaarig ist, keinen Schnauzbart hat, sondern nur dünne Fähnchen an Läufen, Rute und Ohren und wie fast alle anderen Hunderassen ständig Haare verliert.

 

Und wer einen „Kleinen Münsterländer“ haben will, der kauft sich auch einen „Kleinen Münsterländer“ und nicht einen „Lagotto Romagnolo“, der zufällig so aussieht – und schon gar nicht, wenn der als äus-serst seltene Rarität zu überhöhtem Preis angeboten wird! – Denn ganz einfach, wenn man den jewei-ligen Rassestandard genau nimmt – und das sollte man vor allem als Züchter, aber auch als Käufer – ist dieser durchaus passable und ansonsten ganz normale Hund weder ein „richtiger“ Lagotto Romagnolo noch ein „richtiger“ Kleiner Münsterländer!

 

Es gab noch mehr zu staunen: Dieser sicher gut meinende Kolumnenschreiber ist VDH-Zuchtwart und –Zuchtrichter aller anerkannten Rassen, mit jahrzehntelanger kynologischer Erfahrung als Züchter von 76 Würfen Beagles, 4 Würfen Border Terrier und 4 Würfen Lagotto Romagnolo. Er war nach eigenen Angaben über mehrere Jahrzehnte VDH-Obmann für das Zucht- und Zuchtbuchwesen und ist noch Zuchtrichterobmann bei einem großen VDH-Mitgliedsverein – und hat alle diese Aufgaben immer sehr ernsthaft und äußerst korrekt wahrgenommen.

 

Inzwischen bewegt ihn  offenbar eine gewisse Altersmilde. Denn in seiner damaligen, mir bekannten Eigenschaft als Zuchtbeauftragter des 1. LRCD e.V. war er wegen seiner unerschütterlichen Konse-quenz hoch geachtet. Eine Locke zu wenig oder ein Zahn zu schief bei einem Hund, irgend ein kleiner Verfahrensfehler bei irgend was – und schon ging die Post ab! Als Züchter hatte man Respekt vor ihm! Und heute scheint es mir, als könne er sich vorstellen, bald eine zweite, offiziell anerkannte Lagotto-Romagnolo-Variante zu richten.

 

So schreib er z.B.: „Kurzhaarige Lagotti sind echte Lagotti, ebenso liebenswert und großartig wie . . .“ – Natürlich hat er mit dem „liebenswert“ und dem „großartig“ Recht! Aber sie entsprechen in einem wesentlichen Punkt nicht dem Rassestandard und den gibt es doch nicht ohne Grund! Und damit sind sie eben keine „echten“ Lagotti!

"Locke" - Folletti di Tartufo "Frodo"

"Kurzhaar" - Foto LRZ e.V.

Ferner schreibt er: "Der Wunsch, einen . . . zu besitzen, wird meist dadurch ausgelöst, dass einem ein lockenhaariger, freundlicher Wasserhund . . . begegnet und gefällt."  – Eben, die Locken sind einer der Auslöser, das wichtigste optische Merkmal!

 

Weiter schreibt er, dass die Kurzhaarigkeit sich durch einen Gentest bestimmen lässt – und: Züchter, die ausschließlich gelockte Lagotti haben wollen, stellen sicher . . .“ – Was ist denn das für eine For-mulierung für den Zuchtleiter eines Züchtervereins? – Ich kenne keinen, nicht einen einzigen Züchter, der Kurzhaar-Lagotti züchten möchte! – Jeder, wirklich jeder will ausschließlich gelockte Lagotti haben – niemand geht bewusst das Risiko der Kurzhaarigkeit ein!

 

Für einen engagierten Züchter sind lockenlose Welpen genau so unwillkommen wie z. B. solche mit ex-tremen Vor- oder Rückbissen, mit Juveniler Epilepsie oder sonstigen krankhaften oder rasseuntypisch-en Merkmalen. Trotzdem wird er sie genau so sorgfältig großziehen wie die „fehlerfreien“ und sie in die möglichst besten Hände weitergeben! – Aber die „Kurzhaarigen“ ganz ungeniert als erstrebenswerte und damit natürlich hochpreisige Rarität verhökern zu wollen oder sie in der Eigenschaft als Zuchtbe-auftragter als durchaus willkommene Vielfalt hinzustellen, ist schon ein starkes Stück?  

 

Als Zuchtziel beschreibt die LRZ (Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft: „ . . . will mit ihren Züchtern zusammen rassetypische, gesunde Lagotti Romagnoli züchten, die . . .“ – und weiter: „Leute, die sich einen Lagotto zulegen, haben einen Anspruch darauf . . ., dass er auch äußerlich ein typischer Lagotto ist.“ – Und weiter: „Und dazu gehört . . . auch das das Rassebild prägende Lockenhaar, das den gan-zen Hund bedeckt.“ – Und schon sind wir uns einig und könnten fast einen Verein gründen – und, muss ich das alles überhaupt ernst nehmen?

 

Am Ende bin ich dann doch immer noch verwirrt. Der Herr schreibt am Ende von der Vielfalt der 636 anerkannten Hunderassen, die er als Bereicherung empfindet. Das erschien mir doch etwas zu hoch gegriffen, also schaute ich im Internet noch einmal beim VDH, der FCI und bei Wickipedia nach. Ich kam auf 343 international anerkannte Hunderassen und auf „über“ 250 vom VDH betreute! – Kann es sein, dass ein solch ausgewiesener  Kynologe all diese merk- und teilweise fragwürdigen „Designer-hunde“ mitgezählt hat – vom Labradoodle über Cockapoo und Schniedel – nein, halt, das ist was ganz anderes – also Schnoodle, bis hin zum Maltipoo?

Folletti di Tartufo Juliano, gen. Frodo

Kleiner Münsterländer - Foto VDH World-Dog-Show 2017

Kurzhaar-Lagotto  - Foto aus dem Internet, Näheres nicht bekannt

"normaler" Lagotto Romagnolo 

Folletti di Tartufo Bellini, gen. Gianni

Abschließen hoffe ich auf Verständnis bei den Betroffenen, dass ich mir etwas Originaltext und einige Fotos aus dem Internet kopiert habe. Ich halte die ganze Sache einfach für zu wichtig und weiß, dass da ein großes Informationsbedürfnis besteht.

 

Peter Bergmann

Zwei Hunde gehen spazieren und unterhalten sich.

 

"Du, ich hab´gehört, wir Hunde stammen vom Wolf ab - stimmt das?"

 

"Ja, da hast Du richtig gehört - wir stammen allesamt vom Wolf ab!"

 

"Wow, das ist ja vielleicht Klasse! - Und unsere Menschen - von wem stammen die ab?"

 

". . . . vom Affen."

 

"Nein! - Wie peinlich . . . ."

14. Februar 2019

 

Die unten stehende Kolumne entdeckten wir im Magazin "Zeit Wissen" Ausgabe 2, März / April 2019. Wir fanden sie recht unterhaltsam und waren der Meinung, dass der Urahn unserer Hunde ruhig auch einmal bei uns zu Wort kommen darf.

 

Wenn auch unsere "Lagotten" selbst bei allergrößter Nachsicht wirklich nicht den Eindruck machen, mit ihrem imponierenden Urvater verwandt zu sein. Es sein denn, man spendiert einer Meute acht Wochen alter Welpen einen frischen Kalbsknochen mit möglichst viel Fleisch daran - dann vielleicht schon . . .

 

11. Februar 2019

 

Unter langjährigen Hunde-, Katzen- oder Meerschweinchenbesitzern wird es sich herumgesprochen haben, dass Tierarzt nicht gleich Tierarzt ist - ebenso wie es soone und solche Hundezüchter gibt. Sogar unser heimatliches Käseblättchen, in dem man sonst immer sehr lange nach Substanz suchen muss, machte das mal zum Thema - weshalb wir die haarige Angelegenheit hier noch einmal bringen.

 

Zur besseren Veranschaulichung dieser unbedingten Notwendigkeit deshalb im Anschluss noch ein paar Zeilen aus unserem "Erfahrungsschatz" auf diesem Gebiet und dazu noch zwei Tipps: Denn es hilft weder Hund noch Besitzer, wenn die Operation zwar gelungen, aber der Patient tot ist!

 

1. Möglichst immer eine Tierarztpraxis in Anspruch nehmen, in der es wenigstens zwei Tierärzte gibt, die sich im Zweifelsfall miteinander beraten können.

2. Genau wie in der Humanmedizin soll und darf man als Patient, bzw. hier als "Patientenvertreter" dem "Onkel Doktor" auch mal widersprechen, wenn sich so ein gewisses dumpfes Gefühl einschleicht.

 

 

Nicht jedem Tierarzt blind vertrauen!

 

 

Ein ungemein ärgerliches Ereignis veranlasst uns zu diesen Zeilen. Es ging um eine junge Hündin aus unserer Zucht, zum Zeitpunkt des Geschehens zehn Monate alt, kerngesund, fröhlich und lebhaft. Nach Schilderung ihres Frauchens konnte sie sich beim Herumtoben vertreten haben. Sie war zwei Tage nicht so agil wie gewohnt, fraß nicht, fühlte sich offensichtlich unwohl.

 

Weil wir auf einer Ausstellung waren und man uns telefonisch nicht stören wollte und die „Haustierärztin“ bei einer Fortbildung war, konsultierte man eine fremde Tierärztin. Die untersuchte den Hund ohne etwas zu finden, testete dann das Blut auf Leukozyten. Es stellte sich ein stark erhöhter Wert von 23.000 heraus, normal sind 12.000. Das kann zunächst alles Mögliche bedeuten – von einer harmlosen temporären Entzündung bis zu einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung! Ohne weitere Untersuchung kam die erstaunliche Empfehlung der „Fachfrau“, Gebärmutter und Eierstöcke zu entfernen (Kastration), dann sei man das Theater für immer los. Es wurde auch gleich für den nächsten Morgen – bitte nüchtern – ein „dringend notwendiger“ Termin angeboten.

 

Dieser irrsinnige Vorschlag, eine zehn Monate alte, momentan etwas unpässliche, aber sonst kern-gesunde junge Hündin ohne genaue Diagnose kastrieren zu lassen, war so etwas von daneben, dass uns zunächst die Worte fehlten. Unserer Überzeugung nach war das ein rein profitorientierter Versuch, die besorgten Besitzer schlichtweg „auszunehmen“. Weil man am nächsten Tag einen passenden Termin frei hatte und an einer Kastration einfach mehr zu verdienen war. Auch ist es (tier-)medizinisch geradezu sträflich unprofessionell, an einem entzündeten Organismus herum zu operieren, wenn nicht gerade akute Lebensgefahr besteht. Unserer Überzeugung nach wäre das sogar ein justitiabler Verstoß gegen die einschlägige Tierschutz-Gesetzgebung – vom veterinärmedizinischen  Berufsethos gar nicht zu reden.

 

Gott sei Dank waren die, um ihren Hund besorgten Besitzer so verschreckt, dass sie sich Bedenkzeit ausbaten. Die dann wieder erreichbare Haustierärztin untersuchte den Hund gründlich, diagnostizierte einen, derzeit unter hiesigen Hunden grassierenden „grippalen Infekt“, also eine schlichte Erkältung. Die junge Hündin bekam eine Aufbauspritze, für ein paar Tage einige Tabletten und war drei Tage später wieder fit wie ein Turnschuh.

 

Bei dieser offenbar profitgesteuerten Untersuchung bemerkte diese „Tierärztin“ auch, die Lagotti seien „sowieso ziemliche Mimosen“. Auch das hat uns überrascht – wir haben nämlich drei dieser „Mimosen“ – von zurzeit zwei bis knapp sieben Jahren. Die sind so etwas von unempfindlich, ja geradezu unkaputtbar, dass uns das immer wieder erstaunt. Das gilt für die ganze Rasse, von gelegentlich möglichen Aus-nahmen abgesehen – wie wir es z.B. bei den überraschenden Krebserkrankungen unserer Aletta und Dulcinea erlebt haben. Bestimmte andere Rasse oder so genannte Qualzuchten, müssen wir da gar nicht erst zum Vergleich heranziehen!

 

Natürlich gibt es ansonsten ganz normale, gesunde Hunde, die aus den unterschiedlichsten Ursachen und Gründen plötzlich krank, schwerkrank oder gar unheilbar krank werden. Am Anfang einer Behandlung sollte aber immer eine gründliche, fundierte Diagnose stehen (wie in der Humanmedizin auch) Natürlich gibt es Hundebesitzer – vorzugsweise allein stehende, ältere Damen – die aus jedem Furz einen Donnerschlag machen, ihren Hunden Krankheiten regelrecht einreden und erst dann glücklich sind – wie natürlich dann auch diese ganz bestimmten Tierärzte – wenn sie den armen Hund wieder „gesund pflegen“ können.

 

Als Paradebeispiel haben wir da die sehr schöne Geschichte von dem chronisch kranken Hund und seinem ebenfalls chronisch kranken Nachfolger. Ein im Laufe der Jahre älter gewordenes Ehepaar besitzt einen Hund, der nach tierärztlicher Diagnose ein chronisches Nierenleiden hat, deshalb sein ganzes Leben lang Medikamente nehmen und natürlich in regelmäßigen Abständen, so mit Blutbild und allem Drum und Dran, untersucht werden muss. Die um das Wohl ihres Hundes besorgten Leute nehmen das sehr ernst und befolgen alle tierärztlichen Anweisungen peinlich genau. Als der Hund im gesegneten Alter von sechzehn Jahren (immerhin rund hundert Menschenjahre) ruhig und friedlich seine Augen für immer schließt, hat der Tierarzt über deutlich mehr als ein Jahrzehnt hinweg durch die Gutgläubigkeit dieser Menschen gesicherte, regelmäßige Einnahmen gehabt – und diese Menschen haben ein kleines Vermögen in unnötige tierärztliche Behandlungen investiert! (Um es vorsichtig zu formulieren.) – Und in wie vielen anderen Fällen noch?

 

Das Ehepaar konnte sich trotz allem ein weiteres Leben ohne Hund nicht vorstellen. Um ganz sicher zu gehen und ähnliche Komplikationen in Zukunft zu vermeiden, kauften sie einen neun Wochen alten Rassehunde-Welpen bei einer anerkannt guten und gewissenhaften Hundezüchterin.

 

Vier Wochen später riefen die Beiden  mit hörbarer Verzweiflung bei dieser Züchterin an: Sie hätte doch nun ganz sicher gehen wollen und einen wirklich gesunden Hund bei einem seriösen Züchter gekauft, viel Geld dafür ausgegeben und nun wäre auch dieser Hund wieder chronisch nierenkrank.

 

Überrascht und leicht irritiert fragte der Züchter zurück, woran sie das denn festmachen würden. Darauf kam die erstaunliche Antwort, der Welpe hätte immer wieder in die Wohnung gepieselt (Wirklich höchst erstaunlich für einen gerade drei Monate alten, noch nicht komplett erzogenen Hund, der gerade vier Wochen im neuen Heim lebt!!!), da hätte man eben eine Blasenentzündung befürchtet und sei zum Tierarzt gegangen. Der hätte den Hund gründlich untersucht und dabei festgestellt, dass er einen chronischen Nierenschaden habe. – Natürlich war das wieder der Tierarzt des Vertrauens, der Gleiche, der den Vorgängerhund fast sein ganzes Hundeleben lang auf „Niere“ behandelt hat.

 

Vorsichtig fragte die Züchterin, ob den ein schriftlicher Befund oder eine detaillierte Rechnung vorliegen würde und bat um Zusendung selbiger. Nach wenigen Tagen hatte sie einen handbekritzelten Zettel in der Hand, mit ein paar medizinischen Fachbegriffen, einer Medikamentenliste und Anwendungsvorschriften – aber keine detaillierte Rechnung! Die Züchterin rief eine renommierte Tierklinik – die Tierärzten ihres Vertrauens – an und las den „medizinischen Befund“ vor. Dort wusste man nicht ob man lachen oder weinen sollte und bot an, den Hund kosten-frei zu untersuchen.

 

Die Züchterin sprach mit den Welpenbesitzern einen Termin ab, man fuhr gemeinsam in die Tierklinik. Dort wurde der junge Hund nach allen Regeln der medizinischen Wissenschaft gründlich untersucht und man fand – nichts! – Rein gar nichts!

 

Das besorgte Ehepaar achtete in der nächsten Zeit etwas genauer auf die Signale ihres Welpen, wenn er dieses gewisse Bedürfnis verspürte. Er wurde zügig stubenrein, ist inzwischen über fünf Jahre alt und immer noch ein kerngesunder Hund, auch ohne Verabreichung irgendwelcher Medikamente. Das Ehepaar ist nicht mehr besorgt, sondern glücklich und zufrieden darüber, endlich einen gesunden Hund zu haben – hat jetzt allerdings auch einen anderen Tierarzt seines Vertrauens.

 

Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein alter Witz ein: Ein junger Allgemeinmediziner übernimmt die Praxis seines Vaters. Nach etwa einem Jahr fragt er seinen Erzeuger, ob er sich an seinen alten Patienten Maier erinnern könne, den der gut zwanzig Jahre lang erfolglos behandelt habe. Der Vater antwortet: „Natürlich kann ich mich an den alten Maier erinnern. Mit seiner Behandlung hab´ ich das Geld verdient, mit dem ich dein Studium bezahlt habe!“ – Aber das ist nur ein Witz – und bei Tierärzten gibt es so etwas überhaupt nicht!

 

Ein weiterer, allerdings recht harmloser Fall: Ein anderer Hundebesitzer wollte bei einem Tierarzt ein, von uns empfohlenes Entwurmungsmittel holen – von uns empfohlen, weil nach unserer langjährigen Erfahrung ebenso preiswert wie wirkungsvoll und nebenwirkungsarm. Der Tierarzt lehnte das mit der Bemerkung ab, die Hundezüchter hätten doch alle keine Ahnung. Stattdessen hat er ihnen ein uns ebenfalls bekanntes, zwar gleich wirkungsvolles, aber wesentlich teureres Mittel verkaufen.

 

Wir bilden uns keineswegs ein, die veterinärmedizinische Sachkenntnis zu haben, die ein guter und engagierter Tierarzt haben müsste. Aber wir haben mittlerweile über vierzig, bzw. sechzig Jahre Erfahrung mit Hunden unterschiedlicher Rassen! Da kommt im Laufe der Zeit einiges zusammen. Wir kennen einige wirklich gute Tierärzte, denen wir vorbehaltlos vertrauen. Aber wir wissen auch aus eigener Erfahrung und vielen Berichten, dass es eine offenbar zunehmende Zahl von Veterinärmedizinern/Kleintierärzten gibt, denen es an ausreichender Sachkenntnis und/oder Interesse für die Materie fehlt und denen das Wohlbefinden ihrer Brieftasche viel wichtiger ist als das ihrer vierbeinigen oder gefiederten Patienten (siehe die obigen Beispiele). So scheint es z.B. in letzter Zeit auch häufiger vorzukommen, dass Hunde – sogar nach vergleichsweise simplen Eingriffen wie der Kastration eines Rüden – aus der Narkose nicht mehr aufwachen.

 

Wir können daher nur empfehlen, sich in Zweifelsfällen nach einem ausreichend bekannt guten Tierarzt umzuhören oder wenigstens uns vorher zu informieren und zu fragen. Keinesfalls wollen wir jetzt den Eindruck erwecken, wir wüssten alles besser, aber den einen oder anderen guten Rat können wir manchmal bestimmt geben!

 

Neuerode, im Februar 2019

 

             Peter Bergmann

11. Februar 2019

 

Aus aktuellem Anlass setzen wir diesen Beitrag aus dem Jahr 2016 noch einmal auf unsere HP. Nach wie vor sind wir nämlich der Überzeugung, dass gerade auch in diesem Zusammenhang - nämlich bei der Anschaffung eines Hundes, also eines sozial hoch entwickelten Lebewesens - nicht nur, völlig zu Recht vom Züchter, sondern auch vom "Interessenten" ein Mindestmaß von Verantwortung und Zuverlässigkeit zu erwarten sein sollte!

 

Nur mal so ganz am Rande . . .

 

Zu unserem jetzigen, dem H-Wurf bekamen wir in den letzten fünf, sechs Monaten bis ein-schließlich vorgestern erstaunliche 56 Anfragen. Vier oder fünf davon beantworteten wir nicht, weil sie auch das geringste Mindestmaß an Höflichkeit und Information vermissen ließen. – Etwa so: „Wir suchen einen Welpen. Was kostet der? Unsere Telefonnummer . . .“ – Na, geht ´s denn noch?

 

Die anderen Anfragen beantworteten wir immer zeitnah und so ausführlich und informativ wie möglich. Auf annähernd zwei Drittel unserer Antworten erhielten wir keinerlei Rückmeldung, noch nicht einmal ein knappes „Danke“.

 

In fast jeder unserer Antworten wiesen wir darauf hin, dass die Nachfrage nach den Lagotti ganz allgemein enorm ist und man sich doch bitte auch bei anderen Züchtern anmelden möge. Stets verbunden aber mit der Bitte, uns bei einem dortigen Erfolg aber zu benachrichtigen, damit wir unsere „Warteliste“ entsprechend korrigieren können. – Ganze zwei Mal wurde dieser, unserer Bitte entsprochen.

 

Bereits im vergangenen Jahr wurden wir von acht Interessenten / Familien besucht, die von uns gerne einen Welpen gehabt hätten. (Damit hätte der jetzige Wurf schon gar nicht mehr gereicht.) Stundenlang unterhielten wir uns mit netten Leuten, tauschten Informationen aus, verabschie-deten uns herzlich voneinander. Ebenfalls immer mit unserer Bitte verbunden, uns zu benach-richtigen, sollte man bei einem anderen Züchter Erfolg haben. – Eine einzige Familie ist dieser Bitte dankenswerter Weise nachgekommen! – Alle anderen haben sich bis heute nicht mehr gemeldet, obwohl die Deckmeldung seit rund zehn Wochen und die Wurfmeldung seit einer Woche auf unserer HP nicht zu übersehen ist – und allen diesen Familien hätten wir vertrauens-voll einen Hund gegeben.

 

Früher fragten wir in solchen Fällen telefonisch nach und erhielten dann meistens Antworten wie: „Hätten wir noch Interesse an einem Hund von Ihnen, dann hätten wir uns schon noch mal gemeldet!“ Oder: “Danke, jetzt kommen Sie zu spät, wir haben schon einen!“ – Natürlich haben wir die Nachfragerei längst aufgegeben!

 

Ebenso natürlich gönnen wir jedem Welpen-Interessenten seinen Erfolg bei einem anderen Züchter und wünschen ihm viel Freude mit dem neuen Familienmitglied. Ebenso wie wir es jedem anderen Züchter völlig neidlos gönnen, wenn er seine Welpen in gute Hände abgeben kann.

 

Wir haben ja bisher mit unserer Zucht auch Erfolg gehabt, viele nette Menschen kennen gelernt uns sind sicher, dass alle unsere Welpen das große Los gezogen haben. Wie wir auch unseren jetzigen Wurf im Grunde schon erfolgreich verteilt haben. – Und trotzdem fragen wir uns gele-gentlich, ob wir im Umgang mit unseren Welpen-Interessenten nicht doch etwas verkehrt machen. 

Aus einer älteren Ausgabe der Zeitschrift DOGS

 

Im vergangenen Jahr (2018) wechselte die DOGS offenbar den Besitzer, bzw. Herausgeber und damit änderte sich auch komplett die personelle Besetzung der Redaktion. Leider müssen wir seither auf die Kolumnen und Fachartikel (z.B von Katharina von der Leyen) verzichten, die wir bisher sehr schätzten. Auch finden wir, dass seit dem im neuen Format zu Gunsten von etwas mehr "Schickimicki" auf eine gehörige Portion sachliche Information verzichtet wird - schade!

 

 

Wir haben das Schwarzkümmelöl ebenfalls probiert - allerdings erfolglos. Wir setzen weiterhin auf einen täglichen Schuss Cystus-Tee ins Hundefutter.

Gelegentlich nehmen wir auch Kokos-Öl, das wir leicht zwischen den Handflächen verreiben und damit dann über den Kopf und die Rückenpartien unserer Hunde fahren.  

Durch beides wird man die Zecken zwar nicht los, aber wir haben den Eindruck, es mindert zu-mindest den Befall. Aber vielleicht ist das wirklich nur ein Eindruck und das Zeckenvorkommen richtet sich eher nach der Gegend und dem Wetter. Der letzte Sommer (2018) war ja selbst für Zecken eine Zumutung, die zwar eine gewisse Mindestwärme brauchen, aber in Verbindung mit Schwüle und einer gewissen Feuchtigkeit.

 

 

Man mag an Homöapathie glauben oder nicht, zumindest schadet sie nicht und wir haben gele-gentlich doch den Eindruck, dass es den Hunden hilft. Vielleicht liegt es ja daran, dass Hunde nicht so klug sind wie wir Menschen, nicht über das Für oder Wider nachdenken und ihre "Ge-brechen" einfach so nehmen wie sie kommen.

 

 

Aus einer älteren Ausgabe der Zeitschrift DOGS

Aus der Zeitschrift DOGS vom März 2015

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