Blicke ins Vereinsleben

 

Das Katarakt-Thema (Grauer Star) halten wir für gut geeignet, Hundeliebhabern, de-nen es - völlig zu recht - nur um ihre Hunde und ganz und gar nicht um Vereine geht, einen kleinen Einblick ins deutsche Vereinsleben im Allgemeinen und in das von Hunde-Vereinen im Besonderen zu ermöglichen. Vielleicht hilft das ja bei der Ent-scheidung, einem Verein beizutreten oder einfach nur zufriedener Hundebesitzer zu sein. Der "guten deutschen Ordnung" halber sind wir nämlich "Vereinsmeier" und versuchen, es mit Humor zu tragen - was uns in letzter Zeit nicht wirklich immer ge-lungen ist. Denn das, was immer wieder im Vereinsleben Spaß bremsend wirkt, sind nie die Hunde, sondern im Fall der Fälle eher selten einzelne Hundebesitzer und fast immer Vereinsfunktionäre oder solche die es werden wollen, am Ende auch der VDH als oberste Spaßbremse.

 

Auch können wir damit wohl den Nachweis führen, dass die kaum noch überschau-bare Vielzahl deutscher Hundevereine (also nicht nur der Lagotto-Vereine) sich mit einiger Sicherheit nicht aus kynologischen Notwendigkeiten ergeben hat, sondern einzig und alleine aus menschlichen Schwächen wie zum Beispiel Machtgehabe, Profilierungssucht, Konkurrenzneid, Kompromissunfähigkeit, krankhaftem Egois-mus, Gehässigkeit und Rachegelüste! - Na dann zum Wohle!

 

11. Januar 2019

 

Katarakt bei Hunden und seine unglaublichen Folgen - Teil 1

Immer wieder gibt es Geschichten, die mich längere Zeit beschäftigen. Meistens geht es um unsere Hunde und das ganze damit verbundene unvermeidbare, aber viel zu oft unsinnige Drumherum. In meinem, schon etwas vorgerückten Alter gibt es sonst nicht mehr viel, was meinen Blutdruck steigen lässt. In den vergleichsweise ruhigen Tagen zwischen den Jahren wollte ich darüber etwas zu Papier bringen. – Natürlich wurde ich nicht fertig, weil Eines zum Anderen kam und mir immer mal eine (für partiell Uninformierte vielleicht notwendige) Erläuterung nötig schien. – Mir scheint es durchaus mög-lich, dass daraus eventuell Ärger entstehen kann. – Aber man kann nicht immer nur „hinnehmen“, man muss auch mal "zurückgeben"!

 

Da ist zunächst unsere Arubi – und, wie schon am 25.11.2018. unter „Neues“ berichtet, ihr geplanter, aber leider nicht durchgeführter Deckakt mit Latticello. Wie leicht festzustellen, ist unser J-Wurf als Er-gebnis der ersten Verpaarung dieser Beiden so gut gelungen, dass wir die unbedingt noch einmal wie-derholen und daraus eine Hündin behalten wollten. Wegen Arubis elfmonatigem Läufigkeitsrhythmus und weil sie am 01.02.ds.Js. sieben Jahre alt wird, wäre dieser, ihr vierter Wurf sicher auch ihr letzter geworden.

 

Leider wurde bei der turnusmäßigen Augenuntersuchung ein beginnender Katarakt festgestellt. Was – weil die Ursache (altersbedingt oder genetisch) derzeit noch nicht sicher feststellbar ist – eine weitere Zuchtverwendung ausschließt. Wir bedauern das wirklich sehr, denn wir hatten uns einiges davon ver-sprochen!  Mit der Hundezucht ist es für uns aus Altersgründen ohnehin bald vorbei.

 

Ausgerechnet unsere unkomplizierte und liebenswerte Arubi! Die von diesem „Defekt“ abgesehen, so gesund ist, dass man nicht nur als Mensch – sondern vor allem auch als so manch edler und höchst prämierter Rassehund –  neidisch werden könnte! – Vitaler als „die Kraft der zwei Herzen“, lauffreudig wie ein Gespann Siberian Huskies, treu und zuverlässig wie ein Ritter aus König Artus´ Tafelrunde und so unterhaltsam wie Hape Kerkeling in seinen besten Zeiten! – Gleichzeitig ein verspielter, verschmu-ster und typvoller, wenn auch etwas rustikaler Lagotto! – Vollzahniges, kräftiges und immer noch kern-gesundes Scherengebiss,  HD – A = (frei), Patella = frei, JE = frei, LSD = frei, Furnishingtest = frei (reinerbig Locken). Statt der Locken dann kürzeres, glattes Haar mit „Fähnchen“. Auch von organi-sierten Züchtern gelegentlich zu stolzem Preis als Rarität angeboten!

Ein ähnliches Problem haben Freunde mit ihrer Arietta – einer jetzt knapp zweijährigen bildschönen, typvollen, kleineren Lagotto-Hündin. Eine absolut gelungene Vertreterin ihrer Rasse mit ausgesprochen liebenswürdigem Charakter. – Dazu mit diesem gewissen Etwas an Ausstrahlung, dass einem beim bloßen Anblick  schon ein Lächeln ins Gesicht zaubert! Klar, es geht jedem so, die eigenen Hunde sind sowieso die Besten und Schönsten, und unsere Prinzessin Ilva ist eh die Allerbeste. Aber einen weiter-en Lagotto mit der Wirkung der umwerfende Ari kennen wir aktuell nur noch von einer unserer besten Züchterinnen!

 

Nun aber hat Arietta einen geradezu dramatischen Fehler! Nämlich eine Patella, die man mit schon ei-nigem Druck aus ihrer normalen Lage bringen muss und die dann nicht sofort wieder, sondern erst bei der nächsten Bewegung, dahin zurückspringt wo sie hingehört.– Quel Malheur! – Ein ansonsten abso-lut fehlerfreier, ja in jeder Hinsicht überzeugender Hund, der wegen einer Kniescheibe, die etwas träge reagiert – und nur deshalb – nicht in die Zucht kann!?!?

 

Felix LRWD! Du glücklicher Hundezuchtverein, der Du mit einer so unglaublich breiten und strunzge-sunden Zuchtbasis gesegnet bist, dass Du es Dir leisten kannst, großartige Hunde wegen solcher, doch recht geringfügigen Makel aus der Zucht auszuschließen!

 

Unsere, schon ein paar hundert Jahre alte Rasse gehört zu den gesünderen - und da weit oben - unter den bisher rund 350 offiziell anerkannten Rassen. - (Einer der, wenn nicht gar der weltgrößte Kynologe aller Zeiten schreibt neuerdings sogar von 636 anerkannten Hunderassen und empfindet dies offenbar völlig kritiklos als Bereicherung! Na gut, der hält ja auch die Kurzhaar-Lagotti für "echte" Lagotti, die man durchaus als Raritäten zu gehobenen Preisen verkaufen kann! Und schließlich hat in diesem Land jeder das Recht, sich lächerlich zu machen!) – Und das soll auch so bleiben! Ja, natürlich nicht nur das Recht sich lächerlich zu machen, sondern zu allererst natürlich die Gesundheit unserer liebenswerten Lockenköpfe!

 

Doch zurück zum Patella-Schaden: Bisher kenne ich bei unseren Lagotti aber nur solche Patella-"Probleme", die sehr gerne von Tierärzten schon bei sehr jungen Hunden konstatiert und dann umge-hend operiert wer-den sollten, um Schlimmeres zu vermeiden! – Die aber auch ohne Operation meist-ens bis zum  Alter von etwa anderthalb Jahren komplett verschwunden sind!

 

Um von solchen Hunderassen ganz zu schweigen, die mittels ihrer Zuchtstandards zu Karikaturen ihrer selbst verunstaltet wurden - wie etwa „der deutsche Schäferhund“! – Der deutscheste, ja der Preuße unter den Hunden! Dem eine Ski-Sprungschanze als Rückrat und damit der Gang eines karibischen Limbo-Tänzers nach dem Genuss von mindestens einer Flasche Rum angezüchtet wurde! - Oh Mann! Wenn das Blondie wüsste!  – Oder solche, ehemals sicher großartige und auch „sinnvolle“ Rassen wie der English Bulldog, der Französische Bully oder der Mops, die sich zuerst die Augen verletzen, wenn sie gegen eine Wand laufen, weil man ihnen für den Erhalt des „Kindchenschemas“ oder aus anderen idiotischen Gründen, den Fang nahezu weggezüchtet hat und ihre Augen jetzt weiter hervorstehen als die Nase! Die ohne die tätige Mithilfe ihrer Qualzüchter, spezialisierter „Schönheitsoperateure“ und der monetär begründeten Gönnerschaft des VDH, aus eigener Kraft kaum noch fortpflanzungs- und damit lebensfähig sind und deshalb vermutlich schon ausgestorben wären - um z.B. von diversen Nackt- , Schopf- oder Faltenhunden gar nicht erst zu reden!

 

Gut, hier könnte sich vielleicht ein neues Betätigungsfeld für unsere „Lagotten“ auftun! Nämlich mit ihr-en feinen Nasen nach schädigenden Pilzmyzelen zu suchen, die in den unergründlichen Tiefen der Fal-ten solcher bedauernswerter Hunderassen wuchern, denen man diese total verknautschten Zombie-köpfe angezüchtet hat! - Jetzt aber bitte bei mir keinen "Hunderassismus" vermuten! - Ich bin nach wie vor Rottweiler-Fan, halte den roten Irish Setter für die schönste Hunderasse überhaupt, schwärme u.a. für den Irish-Wolfhound, den Riesenschnauzer, Bullmastiff, Deutsch Drahthaar, Cocker-Spaniel, den original saufarbenen Rauhhaarteckel und den richtigen, echten Yorckshire-Terrier - einen ganz großen kleinen Drei-Kilo-Hund, der fast nur aus Herz besteht!

Natürlich ist es richtig, einen umfassenden Katalog strengster Zuchtkriterien auszuarbeiten und deren Einhaltung durchzusetzen! – Aber wo sind die Grenzen? – Ab welchem Punkt züchtet man eine Rasse kaputt bis tot und bis zu welcher Grenze kann man, unter Abwägung aller Fakten, gelegentlich Kompro-misse schließen? – Kompromisse, habe ich mir erzählen lassen, sind Beweise für eine fortschrittliche Zivilisation! – Da haben aber nicht nur einige Vereinsfunktionäre noch ziemlich weite Wege vor sich . . . 

 

Und wieso geschieht es dann immer noch, dass "Neulinge", die dem Anschein nach ganz groß in die Lagotto-Zucht einsteigen wollen, trotz intensiver Suche in ganz Deutschland keine zur Zucht geeigne-ten Hunde finden? - Wirklich unglaublich! - Sich stattdessen in Italien nach gutem Material umsehen, bei dortigen liebevollen (Groß-)Züchtern Rüde und Hündin kaufen und sich natürlich dann auch dort beraten lassen müssen, weil das hier bei uns kein Züchter macht! Nur so kann man in Deutschland offenbar eine vernünftige Zucht beginnen! – Wie bitte? – Ich habe wahrhaftig eine Schwäche für so ziemlich alles, was mit Italien zu tun hat – aber dort mehr Sicherheit in der Lagotto-Zucht als hier . . . ? - Ausgerechnet in Italien? – Vielleicht hat man in Deutschland einfach nicht gründlich genug gesucht! Oder ist das bloße Wichtigtuerei? – Dazu das fett hervor gehobene Zitat: „Wir lieben was wir tun“ auf der Startseite der HP! – Ja, was denn auch sonst? – Und warum eigentlich lassen wir kleinen, wirklich bemühten Züchter uns immer wieder von diesen einzig wahren Experten verrückt machen?

 

Wir "Trüffelkobolde" jedenfalls stehen noch heute Familien / Besitzern von Welpen aus unserem ersten Wurf und natürlich auch „unseren Neuzüchtern“ selbstverständlich und vorbehaltlos mit Rat und Tat zur Seite! – Wir halten das sogar für so selbstverständlich, dass wir das, und schon gar nicht gleich im Entrée, auf unserer Website erwähnen müssen! – Solches Getue hat mir allzu viel Ähnlichkeit mit dem Leitspruch eines von uns (aus dem Verein) gegangenen, Fachbücher schreibenden Großkynologen und Richters aller Rassen: „Wir leben MIT und nicht VON unseren Hunden!“ – Ja eben, wer ´s nötig hat!

 

Was überhaupt ist richtiger für den Bestand einer Rasse, für die Festigung ihrer typischen Merkmale? – Hunde von der Zucht rigoros auszuschließen, die einen einzigen, womöglich noch nicht einmal gravier-enden und dazu in der Rasse selten vorkommenden „Fehler“ haben? – Oder Hunde in die Zucht zu nehmen, die z.B. einen (relativ häufig vorkommenden) „Reibevorbiss“ haben, denen bis zu drei Zähne fehlen, die HD–B oder gar HD-C haben, die JE- und / oder LSD-Träger sind, die wirklich exakt gemes-sen zu groß oder zu klein sind, die keine „gute Locke“ und den Verhaltenstest gerade mal eben so be-standen haben? – Natürlich kommen dann auch Hunde in die Zucht, die nicht nur eines dieser „Gebre-chen“ haben, sondern mehrere oder gar alle gleichzeitig!

 

Und noch etwas – wie viele Nachkommen einer Hündin kommen denn überhaupt in die  Zucht und können so „ihre Fehler“ an die Rasse weitergeben? – Von unseren bisher 71 Welpen sind das ganze zwei Rüden, beide nachprüfbar genetisch, optisch und im Wesen ohne Fehl und Tadel. Aber beide ha-ben noch nie gedeckt, weil sie nämlich Familienhunde sind, von ihren Besitzern - durchaus verständlich - nicht von einer Show zur nächsten geschleppt werden, keinen eigenen Internet-Auftritt haben und deshalb weder bekannt noch preisgekrönt sind – dafür aber kerngesund! – Auf der Club-Deckrüdenliste deutlich sichtbar steht allerdings auch nur einer - weil die Besitzer des anderen, welch eine Unterlas-sungssünde, keine Club-Mitglieder sind! - Was natürlich ein gewichtiges Ausschlussargument ist! Der wirklich wahre Züchter aber, der sich zu Größerem berufen fühlt und selbstverständlich immer MIT und nicht VON seinen Hunden lebt, der ist natürlich nur an hoch dekorierter Rüden interessiert! Ob nun wirklich gesund oder nicht, pfffttt . . . !

 

So kommen auf VDH-Rassehunde-Ausstellungen, die bis vor kurzem auch noch, geradezu zynisch, als „Rassehunde-Zuchtschauen“ verkauft wurden, auch mal „Bundesverdienstkreuz verdächtige“, hochad-lige Hunde zu einem BOB (Best of Breed = Bester der Rasse) oder werden gar „Best of Show“, die gar nicht zur Zucht zugelassen werden können, weil sie z.B. einen schweren HD-Schaden haben.

 

Einer meiner Großväter sagte mal in meiner Jugend zu mir, seinem ältesten Enkel, weil meine Mutter mir partout keine der damals aufkommenden Ami-Jeans kaufen wollte: „Mein Junge, nicht auf die Hose kommt es an, sondern darauf, was in ihr steckt!“ – Sicher hat er damit den ganzen Kerl gemeint und nicht nur sein edelstes Stück, und Recht hat er gehabt! Zwei Weltkriege hatte der alte Herr überstan-den, sechs Kinder gezeugt und sechzehn Enkel waren die Folge. – Und alle zusammen sind sie an-ständige Menschen und fleißig zum Bruttosozialprodukt beitragende Bundesbürger geworden! – Ohne je Aussicht auf das Bundesverdienstkreuz gehabt zu haben!

 

 

 

13. Januar 2019

 

Der Katarakt bei Hunden und seine unglaublichen Folgen - 2. Teil

Vom weiblichen Nachwuchs unserer „Liebhaber- und Hobbyzucht“ haben bis jetzt sechs Hündinnen die Zuchtzulassung erhalten, drei davon (aus einer Linie) sind bei uns geblieben und mit zweien haben wir bis jetzt gezüchtet. In dieser Linie gab es immer wieder mal den Reibevorbiss und / oder JE- und LSD-Träger. Erst die dritte, unsere Ilva ist „vollkommen fehlerfrei“ zur Zucht zugelassen worden. Eine der an-deren Hündinnen hatte bisher zwei Würfe, über die Wurftätigkeit der beiden restlichen sind wir nicht ausreichend informiert. – Aus den drei Würfen unserer „bisher fehlerfreien“ Arubi ist noch kein Hund in die Zucht gekommen. Die so bei den „Folletti di Tartufo“ entstandene „Fehlerquote“ wird für die Lagotto-Zucht also vermutlich kaum messbar sein!

 

Man kann also, wie man sieht, auch mit „fehlerhaften“ Hunden züchten und dabei sogar Verbesserun-gen bis hin zu „fehlerfrei“ erzielen – und aus „bisher fehlerfreien“ Hunden müssen nicht unbedingt spä-ter messbaren Zuchterfolge entstehen! – Wobei die Frage bleibt: Was ist wirklich Zuchterfolg oder ein-fach nur Glück? Was wir uns aber durchaus als züchterischen Erfolg auf die Fahne heften wollen und können: Alle von uns gezogenen Hunde sind  – so weit wir Rückmeldungen bekommen haben – ge-sunde, liebenswerte, rundum verträgliche und damit also beste Familienhunde geworden – auch ohne Pokale auf dem Wohnzimmerschrank!

 

Mit einer einzigen Ausnahme: Falcone, ein Arubi-Sohn aus unserem F-Wurf. Er war der kräftigste und lebhafteste Welpe und wurde bei uns nicht ohne Grund „der Ausbrecherkönig“ genannt! Er erkrankte, anfangs seines fünften Lebensmonats völlig unerklärlich so schwer und nicht heilbar, dass er im Alter von sechs Monaten eingeschläfert werden musste. Trotz umfangreichster Zusammenarbeit mit seinen Besitzern, mit „unserer“ Tierklinik in Mühlhausen, mit der Tierärztlichen Hochschule in Hannover und Herrn Professor Leb von der Uni Bern, gelang es weder die Krankheit noch die Ursache genau festzu-stellen. Als mögliche aber nicht verifizierbare Erklärungen blieben – in dieser Reihenfolge: Vergiftung, Impfschaden, Zeckenbiss, genetischer Defekt! - Immerhin wurde uns gleich von wohlmeinenden Züch-terkollegen unterstellt, wir würden mit ungeeignetem Material züchten!

 

Hierzu ist besonders bemerkenswert: Vor nunmehr bald vier Jahren übersandte ich dem VDH, dem Schutzheiligen aller gebührenpflichtig registrierten Rassehunde Deutschlands, per Einwurf-Einschrei-ben einen ziemlich gewichtigen Briefumschlag mit sämtlichen Unterlagen über diesen rätselhaften Fall – in der irrigen Annahme, so etwas wäre für den Heiligen Stuhl der Deutschen Rassehundezucht in Dortmund von Interesse! – Bis heute habe ich noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten !!! – Die Uni Bern hingegen hat Mitte vergangenen Jahres noch einmal mehr von uns wissen wollen, ob Falcones Wurfgeschwister inzwischen in irgendeiner Form auffällig geworden sind! – Was wir erfreu-licherweise verneinen konnten!

 

Um wieder zum Kern zu kommen: Wer soll da noch, unter Berücksichtigung aller Kriterien und in wel-cher Zusammensetzung auch immer, über möglicherweise gerechtfertigte Ausnahmen von der Zucht-ordnung  entscheiden? – Womöglich noch unter Hinzuziehung der Glaubenskongregation des Hunde-vatikans, des VDH? – Ganz egal mit wem oder wie man entscheiden würde – Kritik oder Widerspruch, Diffamierungen, persönliche Hetze hat es bisher immer und wird es, natürlich ausschließlich zum Wohle der Hunde, auch in Zukunft immer geben! Zu unterschiedlich sind in dieser speziellen Welt die Akteure, deren Kenntnisse, Interessen, Verflechtungen, Animositäten!    

Hallo aber! Gerade im Moment fällt der Groschen! – Etwas absolut Wesentliches habe ich bisher voll-kommen übersehen! – Ich sinniere hier über Vereinsregeln – auch noch deutsche Vereinsregeln! – Genau genommen über die mehrerer Vereine – Hundevereine! – Rassehundezucht-Vereine, die zu allem Elend auch noch dem VDH nachgeordnet – oder richtiger noch, von ihm zwangsabhängig sind! – Weil man offenbar selbst als gerichtlich eingetragener, gemeinnütziger Verein ohne den Segen der Dortmunder Hunde-Kurie nicht in der Lage ist, gewissenhaft und mit Anstand normale, gesunde Hunde zu züchten! Denn hundertprozentige Ordnung und Zuverlässigkeit gibt es in Deutschland nur, wenn man verbandsmäßig und vor allem gebührenpflichtig organisiert ist! – Ganz deutlich zu sehen am in-zwischen schon drei Jahre währenden Dieselskandal! – Ach nö, jetzt nicht auch noch den VDH mit dem VW-Konzern . . .

 

Über diesen Verein, Entschuldigung – den „Verband für das Deutsche Hundewesen“, dieses irgendwie absolutistisch-katholisch wirkende Zentralkomitee der Deutschen Rassehundezucht-Vereine, bei des-sen Erwähnung ich stets sofort an den DFB oder die FIFA denken muss – nein, nicht schon wieder – und ich weiß auch wirklich nicht warum – könnte man auch mal etwas ausführlicher schreiben! Aber das ist nun wirklich eine ganz andere Geschichte, hat eher weniger mit Hunden zu tun, dafür deutlich mehr mit Alleinvertretungsanspruch, Machtstrukturen, Monopolstellung, Beziehungsgeflechten, Ein-flussnahmen, langjährig gepflegten Seilschaften und Profilneurosen – und vergleichsweise ziemlich viel Geld! – Wie kann man da nur auf den DFB oder die FIFA oder so . . . ?

 

Und genau jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem eine, in ihrer Auswirkung kaum abschließend ge-klärte Katarakterkrankung eines Hundeauges – nein, nicht dem unserer Arubi – nicht nur für den betrof-fenen Hund selbst, sondern auch für den Fast-Untergang eines soliden Vereines und die Entstehung zweier neuer Vereine geradezu schicksalhafte Auswirkungen hatte!

 

Für die eher gering verbreitete Hunderasse "Lagotto Romagnolo" gibt es nämlich inzwischen schon vier Vereine! – Der älteste, der 1. LRCD e.V. (1. Lagotto-Romagnolo-Club Deutschland), existiert seit dem 20.09.2003, also noch bevor diese, mehrere hundert Jahre alten, italienischen Wasserhunde von FCI und VDH überhaupt als Rasse anerkannt wurden. Die anderen drei Vereine sind nun aber keineswegs aus Leidenschaft für die italienische Wasservogeljagd oder die Trüffelsuche entstanden!

 

Nein, ganz sicher nicht! Schon die Gründung des zweiten Lagotto-Vereins hatte mit Hunden rein gar nichts zu tun – sondern einzig und allein damit, dass der 1. LRCD in den Anfangsjahren offenbar mit einem nicht besonders aktiven Vorstand gesegnet war! So vor etwa zehn Jahren war ein immer größer werdender Teil der Mitglieder damit nicht mehr zufrieden und übte immer deutlicher Kritik. Womit wiede-rum der Vorstand nicht zufrieden war und gekränkt seine Ämter zur Verfügung stellte. Bei den erforder-lichen Neuwahlen traten die Zurückgetretenen erstaunlich selbstbewusst wieder an und wurden zu ihrem großen Erstaunen nicht wieder gewählt! Nun waren sie ernsthaft beleidigt, gründeten einen neuen Verein und traten aus dem 1. LRCD aus.

 

Dieser zweite Lagotto-Verein, der „Deutsche Lagotto Club e.V.“ (DLC), hat bisher weder großes Mitglie-derwachstum zu verzeichnen, noch züchterisch größere Bedeutung, ist wohl am ehesten als Wander-verein oder Liebhaber-Club zu betrachten. Das soll ausdrücklich keine Wertung sein, sondern nur eine Feststellung! Ich lasse mich da gegebenenfalls auch gerne korrigieren!

Die Gründung des dritten Lagotto-Vereins hingegen ist eine wirklich ernsthafte, typisch deutsche, ver-einsmeierisch dramatische Angelegenheit geradezu Shakespear´schen Formates und nur einem ein-zigen "greifbaren" Umstand zu verdanken! – Na gut – ein wenig Intrigantentum, verletzte Eitelkeit und gewöhnliche Niedertracht werden wohl auch eine bescheidene Rolle gespielt haben!

 

So oder so, die „Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft e.V. (LRZ)“ wurde vor etwa drei Jahren ge-gründet – und das nur, weil ein Auge eines Rüden an Katarakt erkrankt war!  Ausgerechnet aber das Auge eines sehr guten und stark nachgefragten Deckrüden, und ausgerechnet auch noch aus einer der besten Lagotto-Zuchtstätten Deutschlands, und ausgerechnet im Eigentum einer guten Freundin der 1. Vorsitzenden des 1. LRCD e.V.!

 

Nun der Versuch, das möglichst kurz zu erklären: Besagter Rüde war und ist heute noch im Besitz sei-ner Menschen, deren Ruf über jeden Zweifel erhaben ist!  Wir kennen sie ebenso wie diesen Rüden und wollten eine unserer Hündinnen auch von ihm decken lassen. Leider bekamen wir damals eine Absage! Der Hund hätte irgendetwas mit dem Auge, was aber noch nicht endgültig abgeklärt sei. So lange stünde er für einen Deckakt nicht zur Verfügung, man hätte auch schon anderen Hündinnenbe-sitzern abgesagt! Wenige Tage später lag das Ergebnis dann vor und der Katarakt wurde bestätigt. Wegen seines damals noch jungen Alters, sollte das nur der genetisch bedingte, also die Zucht aus-schließende „Graue Star“ sein.

 

Erstaunlicherweise bereits einen Tag bevor die Rüden-Besitzer den „offiziellen“ medizinischen Befund in der Hand hatten, konnten sie ein ausgesprochen rüdes Schreiben des damaligen Zuchtbeauftragten des 1. LRCD in Empfang nehmen: Über einen ausländischen Kollegen (!) hätte er erfahren, dass sie eine, die Zucht ausschließende Erkrankung ihres Hundes verheimlichen würden, wohl aus Gewinnstre-ben den Zuchtausschluss umgehen wollten, dem Verein und der Zucht damit schaden würden! Rhabar-ber, Rhabarber, Rha . . .  – Hat etwa hier schon – im „deutschen Hundewesen“ – der Datenschutz versagt?

 

Da der Herr Zuchtbeauftragte nun schon einmal dabei war, haute er auch gleich seine Vorstandskolle-gin, die 1. Vorsitzende "seines" 1. LRCD mit in die Pfanne. Vermutlich, weil sie ihm wegen ihrer Zucht-erfolge, ihrer deutlich besseren Performance und sowieso wegen ihres wesentlich sympathischeren Auftretens ohnehin ein Dorn im Auge war. Er warf ihr Mauscheleien mit der Freundin und überhaupt unehrliches Handeln zum Schaden der Rasse vor. Als unbefangener Beobachter konnte man schon irgendwie vermuten, dass da etwas bereits länger geplant war – vielleicht schon seit Gründung des LCD e.V. – und nun der passende Anlass gefunden. Sicher aber auch, weil dieser feine Herr wegen seines – na, nicht besonders verbindlichen Auftretens im Verein – schon länger zusehen konnte, wie ihm die Felle davon schwammen!

 

Nicht zu vergessen, die daran natürlich völlig unbeteiligte Gattin dieses Herren, der vom VDH bei Aus-stellungen gerne und oft als Ringrichter eingesetzt wird, züchtete selbst mit einigem Erfolg Lagotti  und hielt oder hält einen oder mehrere Deckrüden. Allerdings war sie bei ihren Züchterkollegen und über-haupt im Verein lange nicht so beliebt wie z.B. die Vereinsvorsitzende – eher so wie ihr Gatte! Über die Gründe können wir natürlich nur spekulieren.

 

Der geschätzte Gatte selbst gehört seit vielen Jahrzehnten zu den größten und fähigsten Kynologen weltweit und ist ein unfehlbarer, geradezu begnadeter Ringrichter mit allerbesten Beziehungen zum VDH-Vorstand! Das Einzige, was man ihm vielleicht wirklich ernsthaft vorwerfen könnte, dass er sich offensichtlich für noch größer, noch fähiger und noch begnadeter hält, als er es sowieso schon ist! – Vielleicht sollte man, ähnlich wie bei den Autofahrern immer wieder mal ins Gespräch gebracht, bei Zuchtbeauftragten und Ringrichtern eine Altersgrenze einführen! Denn wie heißt es so treffend: Die Friedhöfe sind voller Menschen, die sich für unersetzlich hielten!

Arubi und ihr dritter, unser J-Wurf

 

Dieses Spitzenvertreter-Ehepaar des Deutschen Hundewesens trat dann auch erwartungsgemäß aus dem 1. LRCD aus und gründeten folgerichtig die besagte „Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft“ – zusammen mit wenigen Fans aus dem alten Verein und Mitgliedern des „Deutschen Lagotto-Clubs“. Im Nachhinein betrachtet, vermag man auch hier zu dem Schluss kommen, dass dem Ganzen eine län-gerfristige strategische Planung vorausgegangen sein könnte. Man kann jedoch nicht behaupten, dass die Mitglieder des so schnöde verlassenen 1. LRCD über diese Entwicklung besonders traurig gewe-sen wären! - Man muss dazu nur die "Präambel" der Webseite der LRZ lesen!

 

 

 

17. Januar 2019

 

Der Katarakt bei Hunden und seine unglaublichen Folgen - 3. Teil

 

Allerdings hätten die trauernden Hinterbliebenen damals schon vermuten dürfen, dass ihr ehemaliger Zuchtbeauftragter es sich ab sofort zur Lebensaufgabe machen würde, dem 1. LRCD und vor allem seiner – inzwischen ehemaligen – 1. Vorsitzenden, das Leben so schwer wie nur irgend möglich zu machen. Bei den hervorragenden Verbindungen dieses Herrn zum VDH-Vorstand keine allzu schwere Aufgabe, wie es sich auch bald deutlich zeigen sollte!

 

Jedenfalls ist hier schon feststellbar, dass die Erkrankung am Grauen Star dem betroffenen Hund gar nicht, aber dem dazu gehörenden Verein und vor allem seinen engagierteren Mitgliedern erheblich geschadet hat!

 

Erinnere ich mich richtig, lag zu dieser Zeit schon länger der Aufnahmeantrag des 1. LRCD in den VDH vor, um am Ende dort aufgenommen der "das Zuchtbuch führende Verein“ zu werden. Daran hätte un-ser ausgetretener Hundefreund kräftig mitarbeiten müssen. Von heute betrachtet, drängt sich jedoch die Vermutung auf, dass er bereits damals eher dagegen gearbeitet hat.

Für Laien ist hier wohl eine Erklärung nötig: Es gibt Hunde-Vereine fast aller Rassen, die dem VDH als Mitglieds-Verein angehören, es also „geschafft haben“, ins Oberhaus aufgenommen wurden. Es gibt auch Vereine, die dem VDH beitreten wollen müssen. –. Das sind dann die vom VDH „betreuten“ Ver-eine. Die müssen natürlich, um letztendlich die höchsten Weihen zu erhalten, mit dem VDH zusammen-arbeiten, sich peinlich genau an dessen Vorgaben halten und natürlich auch Beiträge bezahlen, die sich nach der Anzahl der Mitglieder richten! –  Sie müssen sich nach strengen Kriterien bewähren, den Be-weis erbringen, dass sie in den VDH passen, seiner würdig sind, zur einzig wahren Züchter-Elite Deutschlands gehören!

 

Die Züchter selbst, die auf diese Weise zwangsläufig über ihre „Probe“-Vereine auch Mitglied im VDH sind, erhalten dafür die VDH-Postille „Rassehund“. (In der für den normalen Hundebesitzer so gut wie nichts Interessantes oder gar Lehrreiches steht.) Natürlich muss für jede Leistung des VDH (Vereins-zeitschrift, Ahnentafeln, Gutachten, Bescheinigungen, etc.) bezahlt werden – und das keinesfalls auf Sozialhilfe-Niveau! Kommt es zum Aufnahmeverfahren ihres Vereins in den VDH, ist dieser merkwürdi-gerweise nicht mehr „betreut“ – und schon gar kein VDH-Mitgliedsverein! – Jetzt sind auf einmal nur noch die, dem Verein angehörenden Züchter – nicht einmal mehr die nur ganz normalen Vereinsmitglie-der – Mitglieder des VDH und werden von ihm zwangsbetreut! – Ja, ist irgendwie schon schwer zu verstehen  . . .

 

Mit den einzelnen Mitarbeitern / Sachbearbeitern des VDH, mit denen man regelmäßig zu tun hat,  kommt man als Züchter schon nach kurzer Zeit meist wirklich gut zurecht. Wenn es auch gegenüber "Höhergestellten" nicht schaden kann, stets eine gewisse Demut erkennen zu lassen. Wenn man als einfacher Züchter eines betreuten Vereines allerdings direkt den VDH-Vorstand anschreibt, bekommt man grundsätzlich keine Antwort – auch nicht bei wirklich wichtigen Vorgängen! – Das weiß ich aus inzwischen eigener mehrfacher Erfahrung! 

Die Aufnahme eines deutschen Hundezuchtvereines in den VDH ist nun nicht unbedingt vergleichbar mit dem Erwerb des „Seepferdchens“– schon eher mit dem Erwerb der Fluglizenz für einen Airbus A 380. Für den einfachen bundesdeutschen Durchschnitts-Hundehalter ist es mit Sicherheit schlicht un-vorstellbar, welcher, auf höchstes Niveau getriebene Bürokratismus dafür zu bewältigen ist! Alles das aufzuzählen, was die Gralshüter des Deutschen Hundewesens dafür verlangen, würde selbst hier zu weit führen! – Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob da nicht auch polizeiliche Führungszeugnisse für jeden angemeldeten Hund . . . – oder war das für alle übrigen Familienmitglieder . . .

 

Der Verein, der in den VDH wollen muss, hat dafür ab Antragstellung ein halbes Jahr Zeit. Im Falle des 1. LRCD ist diese Frist meines Wissens mehrfach stillschweigend verlängert worden. Nach langem Hin und Her, zig Konferenzen auf unterschiedlichen Ebenen, Besuchen im VDH-Heiligtum in Dortmund, wiederholten Textänderungen und Registergerichtsterminen, war es endlich so weit!

 

Alles war schließlich positiv abgehakt, endlich passte wirklich alles!!! – Gleichzeitig mit dieser erfreuli-chen Mitteilung kam die weniger erfreuliche, nämlich dass der VDH das Aufnahmeverfahren von jetzt auf gleich beendet habe und der 1. LRCD sich in anderthalb Jahren noch einmal für einen Neuantrag melden dürfe! – Begründung: Keine! – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

 

Und nun? – Eine Zwangspause von anderthalb Jahren, nach dem jetzt endlich alles komplett war? – Wieder von vorne anfangen - und dann sicher wieder mit neu aufgebauten Hürden? – Dazu den ehe-maligen Zuchtbeauftragten mit mit dessen Beziehungen zum VDH und seiner LRZ im Genick! – Nie-mand, wirklich niemand unter den LRCD-Mitgliedern konnte sich vorstellen, in diese LRZ eintreten zu müssen, wenn die, durch Aufnahme in den VDH zum „Zuchtbuch führenden Verein“ gemacht würde! - Also wurde schnell der vierte Lagotto-Verein gegründet – der  „Lagotto Romagnolo Wasserhunde-Verein Deutschland e.V. (LRWD e.V.)!

 

Diese vierte Vereinsgründung erfolgte ausschließlich durch aktive Mitglieder des 1. LRCD und ausdrücklich nur wegen der jetzt entstandenen Ausnahmesituation, um sich die erneute lange Wartezeit zu ersparen, und nur um nicht am Ende doch in die LRZ eintreten zu müssen - und ebenso ausdrücklich in der festen Absicht, nach der gelungenen Aufnahme in den VDH, beide Vereine wieder - in welcher Form auch immer - zu vereinen!

 

Leider entfernte sich auch hier einmal mehr die Praxis von der Theorie! Die kollegial-freundschaftliche Zusammenarbeit beider Vereine veränderte sich über zunächst kühle Distanz bis hin zu offen propa-gierter, ja gelegentlich fast feindschaftlicher Hetze, mit der deutlich erkennbaren Absicht, auf Dauer getrennt zu bleiben. Leider komme ich nicht umhin, diese Entwicklung einzig und allein einigen wenigen Mitgliedern des LRWD anzulasten -  ausdrücklich nicht dem LRWD und seinem Vorstand in seiner Ge-samtheit! Wie es aussieht, handelt es sich dabei (offenbar immer noch) fast ausnahmslos um Zeitge-nossen, die erst nach der Gründung des LRWD in diesen eingetreten sind und mit der Vorgeschichte rein gar nichts zu tun haben und die sich, wie uns erzählt wird, vor allem auf Facebook richtig austoben!

 

Wäre ich Mediziner würde ich derartig dummes, ja kontraproduktives Verhalten als "Cerebelläre Flatu-lenz" bezeichnen, die bei einigen, durchaus auch engagierten Mitgliedern beider Vereine leider schon zum "Schnauze-voll-Syndrom" geführt hat, und dazu, den "Bettel" endgültig hinzuschmeißen! - Diese Dummheit - man kann es gar nicht anders bezeichnen - geht inzwischen so weit, dass der "gute alte"

1. LRCD und Ursprung der bundesdeutschen Lagotto-Züchterei vom VDH, dem LRWD und der LRZ hochnäsig bis verachtungsvoll ignoriert wird. Gut, auf die Aufmerksamkeit des VDH kann man getrost verzichten, wenn ´s denn unbedingt sein muss auch auf die der LRZ!  Aber die wiederholt angebotene großzügige finanzielle Unterstützung aus dem "Vereinsvermögen" des 1. LRCD grundsätzlich und stur zu ignorieren - ja, ich weiß nicht - da wäre der Begriff Dummheit doch wohl viel zu eng gefasst und auch noch geschmeichelt . . .

Entgegen den bisher gemachten Erfahrungen rechnete allerdings niemand mit dem ganz normalen deutschen Vereinswahnsinn –  und natürlich ging nicht alles glatt! – Erst trat die 2. Vorsitzende des 1. LRCD von ihrem Posten wegen Spannungen innerhalb des Vorstandes zurück und dann aus dem Ver-ein aus, um anschließend für freiwillig erbrachte ehrenamtliche Leistungen auch noch finanzielle Forde-rungen gegen ihn zu stellen. Die übrigen Vorstandsmitglieder(innen) – Schatzmeisterin, Schriftführerin und neue Zuchtbeauftragte, verweigerten von jetzt auf gleich jegliche Zusammenarbeit mit der 1. Vorsit-zenden. Wodurch keine vernünftige Vereinsarbeit mehr möglich war. – Eine irgendwie glaubhafte, bzw. einleuchtende Begründung für dieses Verhalten war von den drei Damen nicht zu bekommen – aber bei der späteren „Nachsuche“ schnell zu finden. Doch auch das ist eine ganz andere Geschichte!

 

Trotz auch notwendiger Kritik muss der LRWD an dieser Stelle aber ausdrücklich gelobt werden! Was die dortigen Enthusiasten in kürzester Zeit auf die Beine stellten, ist nach wie vor großartig und aller Ehren wert! Ruckzuck standen alle Satzungen und Ordnungen, inklusive der gericht-lichen Eintragungen! – Gut, die Texte lagen ja auch, vom VDH für den 1. LRCD genehmigt, be-reits vor! – Ja von wegen, natürlich verlangte der VDH wieder jede Menge Änderungen?!?! – Schnell hatte man auch eine umfangreiche Datei aufgebaut, Zuchtwarte engagiert, bzw. ausge-bildet, die geforderte Mindestzahl der zuchtfähigen Hunde um rund 50 % überboten! – Eben einen voll funktionsfähigen Verein mit allem Drum und Dran auf die Beine gestellt – und es war eigentlich abzusehen, dass man diese ungeliebte LRZ relativ problemlos würde überholen können!

 

In dieser Zeit stand auf einmal ein völlig neuer Begriff im Raum: „Der 1. LRCD e.V. ist ein dem VDH entgegen stehender Verein!“ (also ein gegen den VDH arbeitender Verein) –  ????  – Nach über zehn Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit, Unterstützung des Vereins und der Züchter durch den VDH, bzw. seine Mitarbeiter und bis dahin ohne die geringsten Differenzen! – Allerdings bin ich mir bis heute nicht sicher, ob diese Formulierung überhaupt vom obersten Hunde-Elferrat Deutschlands kommt. Genau so gut kann ich mir vorstellen, dass sie auf dem Mist eines der beteiligten (Konkurrenz-)Vereine gewachsen ist.

 

Dafür spricht, dass der 1.LRCD auf Anweisung des VDH einen Passus in seiner gerade überarbeiteten Satzung streichen musste, in dem die gleichzeitige Mitgliedschaft in zwei Lagotto-Vereinen untersagt war. –  Andererseits, das zeigt die Erfahrung, kann beim VDH heute durchaus das schwarz sein, was gestern noch weiß war! – Im späteren Verlauf, als die Aufnahme der LRZ sowieso und auch des LRWD möglich schien, wurde diese Geschichte vom „Entgegenstehen“ geradezu bösartig! – Vor allem auf Facebook hatten einige Schreiberlinge Maß und Anstand komplett verloren. Das wurde uns wenigstens erzählt, wir selbst sind dort nicht vertreten, weil dem dortigen Niveau nicht gewachsen! Ich vermute da aber die gleichen Zeitgenossen, die sich auch bei Club-Shows oder Mitgliederversammlungen nicht benehmen können!

Die damals noch 1. Vorsitzende des LRCD schrieb den VDH-Vorstand an, um darüber Klarheit zu erbit-ten. Die Verunsicherung in ihrem Verein war schließlich riesig. Einige Züchter ließen geplante Würfe ausfallen, andere überlegten gar, aus der Zucht auszusteigen oder dann eben „schwarz“ weiter zu züchten. Das Schreiben an den VDH war sachlich und höflich, ja betont freundlich gehalten. Man war ja abhängiger Bittsteller und wollte etwas erreichen – und musste wegen nun anstehender vereinsrecht-licher Anderungen auch noch Fristen einhalten. (Ich selbst hätte es ganz sicher nicht fertig gebracht, diesen Brief derart freundlich zu formulieren!)

 

Hier die Antwort des VDH vom 12.02.2018 im Wortlaut:

 

„Sehr geehrte Frau . . . ,

da der 1. Lagotto Romagnolo Club Deutschland e.V. kein VDH Mitgliedsverein ist, sehe ich nicht, dass ich mit Repräsentanten dieses Vereins Satzung und Ordnungen des VDH oder unsere Vertragswerke zu diskutieren habe. Auch haben Sie uns keine Fristen zu setzen.

      

Mit freundlichen Grüßen

 

Jörg Bartscherer

Geschäftsführer

Justitiar"

 

Diese ebenso knappe wie unverschämte Antwort eines höchstrangigen Verbandsfunktionärs, der, wie alle seine ach so honorigen Kurienmitglieder recht kommod von den Beiträgen, dem Engagement und der gerne geopferten Freizeit zigtausender Hundefreunde lebt, zeigt eiskalt in aller Deutlichkeit, wie diese abgehobenen, selbstzufriedenen Eckpfeiler des deutschen Hundewesens sich selber sehen – und vor allem, was sie von ihrem „Fußvolk“ halten!

 

 

 

 

 

19. Januar 2019

 

Der Katarakt bei Hunden und seine unglaublichen Folgen - 4. und letzter Teil

Dieser charakterlichen Entgleisung eines höchstrangigen VDH-Funktionärs ist hinzuzufügen, dass die damalige Vorsitzende des 1. LRCD sich nicht nur in diesem, „ihrem“ Verein immer auch für die Belange des VDH und „das Deutsche Hundewesen“ engagiert hat! Sondern darüber hinaus über Jahrzehnte in anderen Bereichen des VDH – z.B. über lange Jahre und meines Wissens immer noch im „Verein für deutsche Schäferhunde e.V.“, dort auch Vorsitzende eines Ortsvereins, dazu noch als Zuchtwartin für verschiedene, dem VDH angehörende Rassehunde-Zuchtvereine! Auch im Ausstellungswesen und als Züchterin war und ist sie im Sinne des VDH immer äußerst engagiert. Bei jeder sich bietenden Gele-genheit und bis heute hat sie seine Interessen vertreten! – Ich bin mir nicht sicher, was ich mehr be-wundern soll, die unendliche Leidensfähigkeit dieser engagierten Frau, oder ihren unerschütterlichen Enthusiasmus!

 

Doch zurück zur üblichen Vereins-Geschaftlhuberei! – Wie eigentlich kaum anders zu erwarten, wurde die LRZ trotz erheblicher Mängel, bzw. nicht erfüllte Aufnahmekriterien, mit Beginn des Jahres 2018 (wie üblich zunächst probeweise auf drei Jahre) in den VDH und damit auf Bewährung in das Oberhaus des bundesdeutschen Hundevereinswesens aufgenommen. Nach meinen Informationen wurde z.B. die erforderliche Mindestzahl an Zuchthunden nicht erreicht, die über mindestens drei Generationen nicht miteinander verwandt sein dürfen. Auch die sonst so überaus wichtige Zuchtordnung wurde erst nach der erstaunlich großzügig gewährten Aufnahme in den VDH, bei der erst danach folgenden Mitglieder-versammlung der LRZ beschlossen! – (Leicht nachzuprüfen sowohl in der Einladung, wie auch im Pro-tokoll.) – Im Aufnahmeverfahren des LRWD, das übrigens immer wieder über viele Wochen vom VDH vollkommen ignoriert wurde, war das völlig undenkbar! – Dieser Verein erhielt aber zum 01.05.2018 ebenfalls den allerhöchsten Segen! – Vermutlich, weil alle nur denkbaren Auflagen längst und zum Teil auch übererfüllt und nun wirklich sämtliche Möglichkeiten erschöpft waren, die Aufnahme in den VDH noch weiter zu verweigern!

Für den 1. LRCD entstand dadurch eine geradezu gespenstische Situation – ein gut situierter, gut orga-nisierter und auch harmonisch funktionierender Verein (Die chronischen Quertreiber waren ja inzwisch-en alle fort!) verlor nach und nach vor allem seine aktiven Mitglieder, nämlich die Züchter und Deckrü-denbesitzer! Wegen der stattgefundenen Negativ-Propaganda sahen die sich nämlich jetzt gezwungen, ihre Mitgliedschaft im 1. LRCD zu kündigen, um weiterhin „regulär“ züchten zu können! Von ehemals bald 300 Mitgliedern blieben dem 1. LRCD am Ende nur noch ungefähr hundert – und ein Problem – nämlich ein recht ansehnliches, fünfstelliges Vereinsvermögen!

 

Einige Züchter, die aus Unsicherheit  wegen der weiteren Entwicklung zu schnell in die LRZ eintraten, machten den Wechsel sogar zweimal, traten dort wieder aus und in den LRWD ein, als der endlich seine „Zulassung“ erhalten hatte. Wir warteten jedoch bis zuletzt und hätten notfalls eher „schwarz“ weitergezüchtet, als in die LRZ einzutreten. Aber in den LRWD einzutreten, bzw. dort zu bleiben, war auch nicht jedermanns Sache und auch nicht immer so ganz einfach!

 

Lilo, als „Eigentümerin“ des Zwingers „Folletti di Tartufo“ und fast von Anfang an Mitglied im 1. LRCD, kündigte schweren Herzens ihre dortige Mitgliedschaft und trat nach langem Zögern in den LRWD ein. – Ich selbst war dort schon sehr früh Mitglied geworden, um die Sache als solche zu unterstützen und weil die Mitgliedschaft in zwei „gleichartigen“ Vereinen bis Anfang 2018 noch kein Problem war. Recht gerne wäre ich eigentlich im LRWD geblieben, weil mir einfach imponierte, was dort in so kurzer Zeit und mit ungeheurem Elan auf die Beine gestellt wurde – und mir auch die meisten der mir bekannten Mitglieder wirklich sympathisch sind! 

 

Nach einer Weile stieß mir jedoch die Art und Weise ziemlich sauer auf, wie teilweise richtig ruppig auch aus der "Führungsriege" des LRWD Mitglieder des 1. LRCD angegangen wurden, die gleichzeitig (z.T. auch Gründungs-) Mitglieder des LRWD waren. So wurde auch ich schließlich knallhart und kurz angebunden, aufgefordert, den 1. LRCD zu verlassen, um die Aufnahme des LRWD in den VDH nicht zu gefährden. Einigen Gründungsmitgliedern des LRWD wurde sogar völlig regelwidrig mit sofortiger Wirkung die Vereinsmitgliedschaft entzogen, weil sie – was wohl verständlich ist – ihrem alten Verein nicht schnell genug den Rücken kehren konnten. – Es gab und gibt wohl immer und überall in jedem Verein mindestens ein Mitglied, das positive Beiträge zu leisten nicht fähig ist, dafür aber jede Gelegen-heit nutzt, aufs widerwärtigste und fern jeglichen Anstandes gegen andere Mitglieder zu hetzen und somit aus dem Verein zu graulen! – Wozu sich z.B. Facebook offensichtlich ganz besonders gut eignet!

Es mag altmodisch sein, aber für mich hat auch Vereinsleben immer noch mit Anstand und, ja auch mit Rückrat und gegenseitiger Sympathie zu tun! – Um keinen Preis würde ich mich zu einer Handlung nö-tigen lassen, die meiner innersten Überzeugung widerspricht! – Ich werde also bis zu dessen seligem Ende Mitglied im 1. LRCD e.V. bleiben – und nie wieder in irgendeinen anderen Verein eintreten – auch nicht mehr in den LRWD! – So sympathisch mir die meisten der LRWD-Mitglieder auch heute noch sind und so großartig ich es finde, was sie in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben! – Ausdrücklich noch einmal bei dieser Gelegenheit: Herzlichen Glückwunsch dazu und aus tiefster Überzeugung alles Gute für die Zukunft!

 

Man mag das von mir aus als stur oder ebenfalls "kompromissunfähig" bezeichnen, aber spätestens ab einem gewissen Alter sollte man Prioritäten setzen. Ich will einfach nur Freude an unseren Hunden und den direkt damit verbundenen neuen Erkenntnissen und Erlebnissen haben! Ich will mich nicht mehr über Vorgänge oder Zeitgenossen ärgern müssen, denen ich aus dem Weg gehen kann, über die ich mich nicht mehr, zum Beispiel berufsbedingt ärgern muss! Und die nun auch im LRWD zwar noch selte-nen, aber offenbar nicht tot zu kriegenden negativen Auswüchse deutscher Vereinsmeierei finde ich in-zwischen wirklich so zum . . . 

 

Darüber hinaus - ist vielleicht noch ein letztes Beispiel für die immer noch unverdrossen herrschende partielle Vereins-Engstirnigkeit gewünscht? - Der leider glücklose 1. LRCD verfügt, wie schon erwähnt, über ein erkleckliches Vereinsvermögen und muss das gemeinnützig verwenden, um seinen Status nicht zu verlieren. – Und nun: Die eigene Zucht damit zu fördern – abgehakt! – Die Kohle mit Sekt, Kaviar und leichten Weibern durchzubringen? – Wir sind ja nicht in der Versicherungswirtschaft oder bei VW! – Deshalb schrieb schon vor Monaten der Vorstand den LRWD und die LRZ mit dem Angebot an, für eine künftige gemeinsame Veranstaltungen beider Vereine bis zu 7.000 € (!) zur Verfügung stellen zu wollen. – mit der einzigen Absicht, beide Vereine zu einer wie auch immer gearteten Zusammenar-beit anzuregen und eine drohende weitere Zersplitterung der Lagotto-Zucht zu vermeiden! – Das Er-gebnis: Meines Wissens bis heute keine Antwort – von keinem der beiden Vereine! – An Vernunft, gar Einsicht bei Vereinsfunktionären zu appellieren, gleicht offenbar der Quadratur des Kreises!

Zwei, ja eigentlich drei ganz sicher nicht notwendige, neue Lagotto-Vereine mit dem zwangsläu-figen Konkurrenz-Wettkampf -– das ganze, fast zwei Jahre dauernde, nervenaufreibende Affen-theater mit endgültigen Vereinsaustritten vieler enttäuschter Mitglieder - die teils bis ins Uner-träglliche gehenden Diffamierungen engagierter Hundefreunde – die Selbstenttarnung des VDH als bloßer Selbstzweck für überhebliche, selbstzufriedene Funktionäre - so viel persönliche Ver-ärgerung und Enttäuschung - jede Menge sinnlos vertaner Freizeit und am Ende nutzloses En-gagement! – Alles das nur wegen einer vergleichsweise unbedeutenden und korrekt abgearbei-teten Katarakt-Erkrankung eines einzelnen Hundes – und einem selbstverliebten, sich für den Nabel der Welt haltenden Altfunktionär!

 

Bei nüchterner Betrachtung stellt sich also heraus, dass es im deutschen (Hunde-)Vereinswe-sen so gut wie nie um die Sache, also um den Verein und schon gar nicht um die Hunde oder ihr Wohl, gar die "Reinheit der Rasse" geht - sondern nahezu ausschließlich um Profilierungssüch-te und Rangordnungskämpfe unter Vereinsfunktionären. Dazu kommen persönliche Eigenheiten wie Selbstüberschätzung und Eitelkeit, vielleicht auch noch ein Morbus Bahlsen Einzelner, die sich chronisch als unterbeachtet fühlen! - Was leider auch schon im LRWD zu erkennen ist!

 

Bleibt am Ende die Erkenntnis, dass unter den Aktiven die Zahl der wirklich leidenschaftlich en-gagierten und uneigennützigen Hundeliebhaber immer überschaubar bleiben wird. Was eventu-ell auch daran liegt, dass es gleichzeitig in jedem Verein eine, immerhin geringe Zahl von Mit-gliedern gibt, die den Zweck ihrer Vereinsmitgliedschaft offenbar ausschließlich darin sehen, der Mehrheit der Mitglieder auf den Geist zu gehen, grundlos zu stänkern und manisch querzu-treiben!

 

Zum Schluss noch einmal die Bitte: Sollte ich aus Unkenntnis – man erfährt ja nie alles so ganz genau oder auch aus unterschiedlich orientierten Quellen - irgend etwas nicht richtig dargestellt haben, bitte ich um ebenso freundliche Nachsicht wie Nachricht – ich lasse mich dann selbstverständlich gerne korrigieren!

 

Peter Bergmann

 

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