Unsere Hunde:

liebenswerte Familienmitglieder - eigenwillige und anspruchsvolle Charaktere - engagierte (Trüffel-)Sucher - evtl. auch Hunde für Allergiker

 

Erinnerungen an unvergessene Weggefährten - unsere aktuellen Hundedamen - Deckrüden aus unseren Zwinger - Bilder aus unserem Hundealltag

Zuerst möchten wir an dieser Stelle an die beiden Husky-Damen Farina und Filou erinnern. Beide wurden bis Ende ihres achten Lebensjahres im Schlittenhunde- Sport eingesetzt. Farina blieb bei Lilo und konnte ihr "Rentnerdasein" in Ruhe und bei bester Gesundheit genießen. Filou holten wir im Sommer 2010 zu uns, weil sie von ihrem Besitzer vernachlässigt wurde und physisch und psychsich in schlechter Verfassung war. Sie erholte sich körperlich kurzzeitig etwas, war aber da schon sehr dement und der Verfall ließ sich nicht mehr aufhalten. Sie zogen mit uns in das neue Heim und konnten sich fortan auf dem gesamten Grundstück frei bewegen. Von regelmäßigen Streifengängen entlang des Zaunes abgesehen  - um erfolglos nach Ausbruchsmöglichkeiten zu suchen - lagen sie aber am liebsten ruhig im Gras oder im Schatten und Schutz der Büsche und Bäume.

Dieser letzte schöne Lebensabschnitt war leider für die beiden alten Damen recht kurz. Filous Demenz wurde nahezu täglich schlimmer. Sie war immer öfter völlig orientierungslos und erkannte kaum noch ihre "Rudel- mitglieder". Wenn man sie anfasste, verkrampfte sie regelrecht und ver- suchte gelegentlich sogar zu beißen. Was wir allerdings immer leicht ver- hindern konnten. Farina hingegen war bis zuletzt "geistig frisch", vermoch- te wohl aber nicht einzusehen, dass sie alt und klapprig wurde. Wenn sie vor Freude "jugendliche Anfälle" bekam oder "Luftsprünge" machen wollte, brach sie regelmäßig auf der Hinterhand ein, blieb dann lange mit rat- losem Gesicht sitzen und hatte sichtbar Mühe, wieder hoch zu kommen. Ganz schlimm wurde es bei dem vielen Schnee des Winters 2010/2011, weil sie auf festgetretenen, glatten Stellen oft ausrutschte und dabei ständig auf die linke Hüfte fiel. Aber dennoch hatte sie sichtbar Freude an diesem "arktischen" Winter und genoss den Aufenthalt im Schnee.

Huskies im Schnee der letzte Winter

Ab Anfang des Jahres 2011 ging es mit beiden Hündinnen rapide abwärts. Erst wurde Filou inkontinent, wenig später folgte Farina. Nacht für Nacht nässten sie ihre Hütte ein, später kam auch noch das "große Geschäft" dazu und entsprech- end sahen die Beiden morgens aus. Täglich muss- te die Hütte gereinigt, die Unterlagen gewaschen und die Hunde gesäubert werden. Am Ende machten sie sogar beim Fressen, das auch immer schwieriger wurde, unter sich. Es war rührend anzusehen, wie peinlich das Farina war, die stets sehr genau auf ihre Sauberkeit geachtet hatte - ja immmer wie eine "feine, ältere Dame" wirkte. Filou hingegen bekam wegen ihrer inzwischen totalen Demenz von alle dem nichts mehr mit.

 

Nach langem Zögern entschlossen wir uns zu diesem einen letzten Schritt, weil wir glauben, dass auch ein Hund in Würde altern und sterben darf. Am 07.03.2011 - bei einem ersten leichten Frühlingshauch - hoben wir die Hunde ein letztes Mal in unseren Kombi. Noch im Jahr zuvor waren sie mit Freude und ein wenig Nachhilfe von selbst hinein gesprungen, weil es dann immer etwas Neues zu erleben gab. Beim Tierarzt hoben wir Filou auf einen Tisch, Farina ließen wir im Auto. Es war für uns Menschen wohl schwerer als für die Hunde - besonders für Lilo, deren Leben sie ja seit ihrer Geburt teilten. Aber auch Peter, der sich vor allem mit Farina angefreundet hatte, musste sich anschließend die Brille putzen.

 

Nach einem langen, abwechslungsreichen, überwiegend schönen Hundeleben kam das Ende ganz leise und unmerklich. - Sanft die Köpfe halten - ein paar liebevolle Worte flüstern - ein letztes Streicheln des weichen, dichten Felles - dann kam der lange, lange Schlaf . . .

 

Der letzte Spaziergang Der letzte Spaziergang

 

 

In dieses etwas traurige Kapitel gehört jetzt leider auch - seit dem 27. Januar 2015 - unsere Anima.

 

 

Comes cordis Anima amata war eine zierliche, weiße und sehr selbstbewusste Hündin, die auch von gestandenen Siberian-Husky-Rüden, mit denen sie anfänglich zusammen lebte, den nötigen Respekt einforderte. Im Exterieur und Wesen entsprach sie dem Rassestandard nahezu hundertprozentig. Sie war eines von vier Geschwistern aus dem 1. Wurf von Ute und Eberhard Ruoffs Zwinger "Comes cordis", mit dem diese ihre inzwischen sehr bekannte und erfolgreiche Lagotto-Romagnolo-Zucht begründete.

 

Anima wurde am 04.06. 2002 geboren, die Eltern waren die italienische Hündin "Didyfarnie" (gen. Sina, die in Eschwege, ganz in unserer Nähe lebte und im Februar 2017 im 17. Lebensjahr verstor- ben ist) und der Rüde Ettore dei Silvanbull (nach dem wir einen Rüden aus unserem E-Wurf be- nannt haben). Auch ihre Geschwister - Allegro, Avorio und Albicocca - sind inzwischen verstorben.

 

Anima hat vier Würfe mit insgesamt 24 Welpen gehabt, die im Zwinger "Comes cordis" gezogen wurden. Auf nationalen und internationalen Ausstellungen war sie recht erfolgreich, war unter anderem Bundessieger und Deutscher Champion und machte "nebenbei" auch die Begleithunde- prüfung. Im Jahr 2010 wurde sie in  Herning/DK auf der Welthunde-Ausstellung "World Veteran Champion" und in Deutschland "Deutscher Veteranen Champion".

 

Seit Juni 2010 war sie wegen der Altersgrenze aus der Zucht und in 2011 mussten wir sie operieren lassen, weil sich an ihren Milchleisten Tumoren entwickelten. Bei dieser Gelegenheit ließen wir sie auch kastrieren, was die sonst so energische Rudelchefin ein wenig ruhiger machte.

 

Das erste Bild bitte anklicken.

Bis in den Spätherbst 2013 war Anima uneingeschränkt die Chefin unter unseren Hunden und hat diese Position auch mit Nachdruck gegen gelegentliche Umsturzversuche verteidigt. Nicht umsonst trug sie bei uns den Kampfnamen "Kneifzange"! Doch um den Jahreswechsel 2013/2014 wurde der schleichende Verfall ihrer Souveränität und Gesundheit immer deutlicher sichtbar.

 

Schon vorher gab es zwischen ihr und Dulcinea Reibereien, wenn Letzte trächtig war und dann Nachwuchs hatte. Die blieben in ihrer Konsequenz aber immer ungeklärt. Auch hatte Anima seit Längerem Gelenkprobleme, gegen die weder durch Spezialfutter noch Medikamente anzukommen war. Im Laufe des Jahres 2014 verschlimmerten sich die Arthrosen aber zusehends und hinzu kam, neben der zunehmenden Demenz eine schnell fortschreitende Erblindung und die Inkontinenz. Gelegentlich verlor sie gar völlig die Orientierung.

 

Die ohnehin sehr friedliche und ruhige Dulcinea hatten wir inzwischen kastriert und mit ihr hatte Anima praktisch keine Probleme. Jedoch vom Jungvolk Aletta und Arubi wurde sie zunehmend gemobbt, bei Anzeichen von Schwäche wurde sie rabiat angegangen und so in kürzester Zeit in der Rangfolge von oben nach unten durchgereicht.

 

Den Verfall Animas, diese zunehmende Kumulierung gesundheitlicher Probleme und der Aufsässigkeit der jüngeren Hunde mit dem zunehmenden Verlust von Animas Autorität beobachteten wir mit Sorge und Betroffenheit und schon im Herbst 2014 kam uns immer wieder der Gedanke, die alte Dame davon zu erlösen. Wir brachten es jedoch nicht übers Herz, denn je mehr sie bei den Hunden an Boden verlor, desto mehr wandte sie sich uns zu. Sie bemühte sich noch mehr als früher, uns zu ge- fallen, suchte immer mehr den Kontakt und bettelte geradezu rührend um Zuwendung und Streichel- einheiten und bekam sie auch - und sie tat uns so unglaublich leid dabei.

 

Anfang 2015 wollten und konnten wir Anima dieses Leben - das ja wirklich kein schönes Hundeleben mehr war - nicht mehr zumuten. Schweren Herzens fuhren wir am 27. Januar nach Mühlhausen/Thr. in die Tierklinik.  Es war sicher nur für uns schwer, denn für Anima war es ein Tierarztbesuch wie jeder andere auch. Den Tierarzt kannte sie von klein auf, Räumlichkeiten und Untersuchungen waren ihr vertraut und auch die Spritze für die jährliche Impfung war ihr nichts Neues.

 

Unsere Anima amata starb ruhig und friedlich in Lilos Armen und fand ihre letzte Ruhe unter einem Hartriegel-Strauch auf unserem Grundstück.

 

              

07. März 2017

 

Erinnerungen an Aletta

Am Ersten dieses Monats war es ein Jahr her, dass wir uns für immer voneinander verabschieden mussten. Und doch bist Du immer noch bei uns. Kein Tag ver- geht, an dem wir nicht an Dich denken, an dem Du nicht wenigstens ganz kurz zwischen Lilo und mir Ge- sprächsthema bist, kaum ein Tag, an dem wir deine Tochter Eboli nicht mit Aletta anreden, um dann mit schmerzhafter Erinnerung zu spüren, dass es Dich nicht mehr gibt.

 

Da ist diese Lücke, die Du hinterlassen hast, die uns besonders auffällt, wenn deine Mutter Dulcinea und deine Tochter Eboli vor uns stehen. Man konnte leicht sehen, dass Ihr eine Familie seid und wir freuten uns schon auf den ersten Wurf von Eboli, mit dem Dulcinea Uroma geworden wäre. Wir fanden es einfach schön, dass da eine fortlaufende Zuchtlinie entstehen konnte und auch zu erkennen war und die wir täglich vor Augen hatten.

 

Deine Mutter Dulcinea, dieses stets gutmütige Schaf, die jetzt ihren Lebensabend vorwiegend auf dem Sofa verbringt und nur noch richtig lebhaft wird, wenn es ums Fressen geht oder sie mit jungen Rüden herum albern kann, sie so eine Art zweiten Frühling erlebt. Deine Tochter Eboli, die zwar größer ist als Du, lebhafter, auch etwas vorlaut, aber die Dir immer ähnlicher wird, im Aussehen und im Wesen. Mehr auf uns Menschen als auf die anderen Hunde bezogen. Die ganz selbstverständlich beim abendlichen Nachrichten-Gucken deinen Platz nicht nur auf meinen Schoß eingenommen hat, Dich aber trotzdem nicht ersetzt, sondern eine neue Beziehung ist. Und die zwei Tage vor deinem ersten Todestag mit ihrem ersten Wurf deine ersten Enkel gebracht hat.

 

Da ist noch Arubi, dieser unkaputtbare Schlittenhund im Lagotto-Pelz, dieses ebenso rustikale wie liebenswerte Krümelmonster, das fremde Menschen und Hunde so unglaublich unkompliziert gleich als Freunde aufnimmt. Die achtwöchig zu uns kam, als Du gerade ein Jahr alt warst und die Du ebenso streng erzogen hast, wie später deine Welpen, obwohl sie Dich an Größe und Gewicht schnell übertraf. Auch Eboli konnte ein Lied von deiner Strenge singen. Wenn wir „Erziehungsprobleme“ mit ihr hatten, hast Du sie Dir immer noch einmal vorgeknöpft, nach dem Motto: „Kannst Du denn nicht hören, wenn die Dir was sagen!“

 

Du warst  in mancherlei Hinsicht ein besonderer Hund, aber ganz besonders war, dass wir uns immer vollkommen verstanden haben. Du hast immer gewusst, was wir von Dir erwarten, was wir von Dir wollen, oft lange bevor wir es deutlich machten. Ebenso wie Du uns immer klar machen konntest, was Du von uns wolltest, von uns erwartet hast. Nie gabst Du uns Grund, uns über Dich aufzuregen, gar über Dich zu ärgern. Ganz egal wo wir mit Dir waren oder in welcher Situation, Du hast Dich immer absolut richtig verhalten, nie gabst Du zu Kritik Anlass, nie hast Du uns blamiert oder enttäuscht.

 

Ein einziges Mal waren wir wirklich unterschiedlicher Meinung. Du warst ungefähr ein halbes Jahr alt, es war Frühling und wir hatten einige Stauden und ein paar Sträucher neu gepflanzt. Deine Mutter Dulcinea und die „Tante“ Anima interessierten sich nicht dafür, aber Du warst immer dabei, hast interessiert beobachtet, was wir da machen, alles gründlich beschnüffelt und registriert. Als wir nach einer Kaffeepause wieder in den Garten wollten, sahen wir die Bescherung. – So ziemlich alles, was wir gepflanzt hatten, hattest Du wieder aus der Erde gezogen und fein säuberlich vor die Terrassentür gelegt. Freudig auf unser Lob wartend und heftig mit deiner Rute wedelnd hast Du davor gesessen und in deinen leuchtenden, großen, dunkelbraunen Augen war ganz deutlich die Frage zu lesen: "Na, was sagt ihr, habe ich das nicht ganz toll gemacht?"

Was macht man mit so einem bezaubernden kleinen Hund, der innerhalb einer halben Stunde die stunden- lange Arbeit zweier Menschen hinfällig gemacht hat, um ihnen eine Freude zu machen? – Man schluckt ganz schnell einen ersten, leichten Anflug von Verärgerung runter und hockt sich, ganz weich geworden, vor dieses unwiderstehliche Hundemädchen, fasst es ganz sanft in die Barthaare, schaut ihr tief in die Augen und erklärt ihr mit fester Stimme, dass sie als Hund einfach  unschlag-bar ist, aber als Gärtnerin eine totale Enttäuschung. Dass wir Menschen unsere Gründe für unser Tun haben und das Grünzeug jetzt genau wieder dahin setzen, wo es gestanden hat –  und, dass es dort auch bleiben muss.

 

Du hast zugehört, mir ins Gesicht geschaut und etwas verhaltener mit der Rute gewedelt. Dann bist Du wieder mit mir in den Garten, hast mich beobachtet, wie ich zum zweiten Mal gepflanzt habe. Jedes Mal sagte ich mit Nachdruck, dass das jetzt so bleiben müsse. Und jedes Mal hatte ich den Eindruck, Du würdest zustimmend mit dem Kopf nicken und hättest mich verstanden. – Nie wieder bist Du auch nur an ein einziges Pflänzchen gegangen. Ja, Du hast noch nicht einmal mehr auf dem Grundstück gebuddelt - und nie wieder irgendetwas zerstört, was nicht Dir gehörte.

 

Schon vor dieser Pflanzaktion war mir klar, dass ein ganz bestimmtes staatliches Gesetz auf Dich ganz und gar nicht passen kann.Du bist im juristisch Sinne nämlich nur eine Sache - und das kann einfach nicht richtig sein! – Denn Du bist tatsächlich so sehr viel mehr, nämlich ein liebenswertes und liebens- würdiges Lebewesen mit einer ganz großen Seele, ein großartiges Geschenk, ein treue, unersetzliche Freundin, ein wertvolles Familienmitglied. In den viel zu wenigen Jahren bist Du mir immer mehr ans Herz gewachsen, wir lebten wie in einer Symbiose. Dass es Dich einmal nicht mehr geben würde, war für mich absolut unvorstellbar.

 

Großartige, charaktervolle Hunde hatte ich in meinem Leben immer wieder, treue Freunde, selbstlose Gefährten. – Den Rottweiler Bill, in jugendlicher Unbekümmertheit aus einem Tierheim geholt und damit vor dem sicheren Tode gerettet. Das hätte durchaus auch schief gehen können, aber er war sein ganzes Leben lang mein zweiter Schatten. Während der Arbeitszeit zwar im Zwinger, wich er mir in der Freizeit nicht von der Seite. –  Der fast aristokratisch wirkende, schwarze Doggen-Rüde Sultan, selbstbewusst in sich ruhend, von imponierender Statur und Ausstrahlung, nie hatte er es nötig zu knurren oder gar aufgeregt zu bellen. Souverän beeindruckend und gleichermaßen Ruhe verbrei- tend, war er ein Fels, auf dem man bauen konnte. -  Schließlich kam als letzter "richtiger" Hund Orlando, dieser gleichermaßen kraftstrotzende wie elegante Dobermann, ein bemerkenswerter Beau und Athlet, der gelegentlich auch seine Allüren hatte. Aber er war ein engagierter Kumpel und Team- Player, immer dann am besten, wenn wir beide zusammen alleine waren. – Großartige, einmalige und unvergessliche Charaktere . . .

 

Und dann kamst Du - anfänglich eher einer kleinen, bunt gefleckten Wurst ähnelnd, dann ein tapsiges Wollknäuel, ein niedliches, kleines Hundemädchen, ausgewachsen noch nicht einmal kniehoch mit gerade mal 12,5 kg Lebengewicht - aus meiner Sicht bis dahin eigentlich kein richtiger Hund. Von deinem ersten Atemzug, vom ersten Tag an habe ich dich aufwachsen sehen und mit jedem Tag bist Du mir mehr ans Herz gewachsen, hast mich mit deinem Charme vereinnahmt, ja, ganz und gar gefan- gen genommen. Es mag jetzt ein wenig komisch klingen für einen erwachsenen, schon älteren Mann – irgendwann warst Du für mich wirklich die verwunschene Prinzessin, ein Wesen aus einer anderen Welt. Noch nie habe ich zu einem Hund eine derart tiefe Bindung gehabt, wie zu Dir. Wir haben uns in die Augen geschaut und wortlos unterhalten, wortlos verstanden - auch als Du selbst schon wusstes, dass deine Tage bereits gezählt werden – auch in dieser letzten Minute, bei dieser letzten Begegnung unserer Augen - als Du auf meinem Schoß für immer eingeschlafen bist. – Diesen Schmerz, diesen Verlust spüre ich heute noch . . .

 

14. März 2016 - Abschied von Aletta


Es sind nun schon vierzehn Tage vergangen, aber wir haben das Geschehene erst verarbeiten und die passenden Worte finden müssen, um hier und jetzt darüber berichten zu können.


Am Dienstag, den 01. März mussten wir von un- serer Aletta Abschied nehmen. Die heimtückische, fürchterliche Krankheit, gegen die auch wir Men- schen noch weitgehend machtlos sind, hat uns Aletta, diesen so unglaublich liebenswerten,  klei- nen Hund, im Alter von wenig mehr als fünf Jahren genommen. Anfang Januar bekamen wir die schockierende Diagnose: Lymphdrüsenkrebs! Die Versicherung, dass uns nur noch etwa acht bis zehn Wochen gemeinsamen Lebens mit diesem wunderbaren Hund bleiben würden, hat uns noch zusätzlich schwer erschüttert.


Wir haben Aletta nach Anweisung der Ärzte gewissenhaft behandelt, haben sie geschont, liebevoll gepflegt und auch sehr verwöhnt. Sie blieb bis zuletzt der gewohnt freundliche, liebenswerte Hund, der sie immer war. Sie trug selbstbewusst ihre Rute hoch, wedelte uns freundlich an und zeigte uns ihre ungebrochene Zuneigung. Unseren anderen Hunden gegenüber bestand sie bis zuletzt auf ihrer Position als Chefin und nie hatten wir den Eindruck, dass sie wirklich litt und spürbare Schmerzen hätte. Doch zuletzt wurde sie immer ruhiger, zog sich immer mehr zurück und am letzten Februar-Wochenende konnten wir sehen und fühlen, dass jetzt etwas geschehen musste, um ihr wirklich schweres Leid zu ersparen. Am Dienstag kam unser Tierarzt zu uns ins Haus und Aletta schlief ganz unaufgeregt, ruhig und friedlich auf Peters Schoß ein. Am Donnerstag begruben wir sie an einer der schönsten Stellen unseres Gartens.


Alle unsere Hunde, die jetzt mit uns lebenden und die, die zum Teil schon sehr lange nicht mehr bei uns sind, waren und sind für uns immer verlässliche Kameraden, vertraute Freunde und liebenswerte Familienmitglieder. Aletta aber war immer etwas ganz Besonderes, so völlig anders als alle unsere anderen Hunde, dass es gar nicht ausbleiben konnte, sie auch anders zu sehen, vielleicht sogar et- was in sie hinein zu vermenschlichen. Wenn wir gefragt wurden, was für ein Hund sie ist, antworteten wir oft ganz bewusst: „Wir wissen es nicht genau, vielleicht eine verwunschene Prinzessin, die darauf wartet, wach geküsst zu werden, aber ganz bestimmt ist sie kein Hund!“


Aletta hatte Menschen und Hunden gegenüber ein eher zurückhaltendes Wesen, suchte sich ihre neuen Bekanntschaften sorgfältig aus. Außerhalb des eigenen Reviers hat sie sich immer tadellos und neutral verhalten. Nach Animas Tod und Dulcineas Kastration übernahm sie bis zuletzt die Rudelführung und bestand unseren anderen Hunden gegenüber auf dieser Position. Ihre Welpen versorgte sie immer gewissenhaft und erzog sie sehr konsequent, was auch später noch ihre erwach- sene Tochter Eboli gelegentlich erfahren musste. Unter Hunden war sie eben ein ganz normaler Hund! 

 
Uns gegenüber war Aletta aber völlig anders, hatte immer grenzenloses Vertrauen, war dabei unglaublich sensibel, und regelrecht rücksichtsvoll um uns bemüht. Im Nachhinein ist es uns so, als hätte sie ständig gefragt. "Kann ich denn noch etwas für Euch tun?" Wir hatten nie Stress mit ihr, nicht ein einziges Mal in fünf Jahren gab es zwischen ernsthafte Unstimmigkeiten. Aletta war nie aufdring- lich, bettelte nicht, setzte sich höchstens still vor uns hin, sah uns mit ihren großen dunkelbraunen Augen unverwandt an und wedelte leicht mit der Rute, wenn sie etwas von uns wollte. Das reichte stets aus, um ihr fast jeden Wunsch zu erfüllen. Sie hatte auch all die anderen „Unarten“ nicht, die „normale“ Hunde so an sich haben. – Sie vermied Schlamm und Pfützen und buddelte tatsächlich nur, wenn sie auf Kommando suchen sollte. Sie fraß weder Katzen- noch anderen Kot, wälzte sich nie in den Hinterlassenschaften anderer Tiere. Sie versuchte auch nie, uns abzulecken - niemals! Nase an Nase konnte man mit ihr Kontakt aufnehmen, ihre Zunge blieb immer da, wo sie hingehörte.


Abends, im Sessel, sprang Aletta uns federleicht auf den Schoß, schmiegte sich an uns, so eng es ging, seufzte einmal tief, bat daraum, ihr abwechselnd Rücken und Bauch zu kraulen und blieb an- schließend lange regungslos liegen, genoss spürbar die vertraute Nähe. Sie stupste einen allenfalls leicht an, wenn man aufhörte, sie zu kraulen und sah einen unverwandt mit ihren ausdrucksvollen Augen ins Gesicht. Wortlos konnte man sich so mit ihr unterhalten und wir haben uns nicht nur immer gut verstanden, wir waren auch immer der gleichen Meinung. Diese stillen Momente fehlen uns jetzt – Aletta fehlt uns so sehr!


Ja, wir wissen natürlich, dass Aletta tatsächlich "nur" ein Hund war, aber sie war für uns immer so sehr viel mehr als nur ein Hund! – Vielleicht doch eine verwunschene Prinzessin? – Addio e mille grazie, Principessa!

 

 

Es ist ein kleiner Trost, dass wir noch diese Bilder von Aletta haben. - Das Foto oben im Text wurde nur wenige Tage vor ihrem Tod gemacht.

 

 

 

 07. Juni 2017

 

Aus Ebolis erstem Wurf haben wir ihre Toch- ter Ilva (Iole) behalten, auch um unser, nach Alettas viel zu frühem Tod nicht mehr kom- plettes Damen-Quartett wieder zu vervoll- ständigen. Zu Dulcinea, Arubi und Eboli ge- hörte nun auch Alettas Enkeltochter Ilva.

 

Doch unser Glück sollte nicht lange dauern. Anfang April fiel uns auf, dass unsere „Oma“ Dulcinea Probleme beim Urinieren hat, die offensichtlich immer gravierender wurden und nach kurzer Zeit ging es anscheinend gar nicht mehr. In der Tierklinik in Mühl- hausen wurde beim Ultraschall festgestellt, dass ihre Blase zum Platzen voll war, weil ein Tumor den Ausgang blockierte. Durch ein Katheder wurde Dulcinea schnell geholfen und die künftig ständige Gabe von Medikamenten sollte ihr weiterhin helfen. Gleichzeitig wurde uns aber erklärt, dass dies nur ein Hinauszögern sei, denn dieser Tumor wäre nicht operabel, ließe sich nicht entfernen und wir müssten damit rechnen, dass es wohl nicht mehr lange gehen würde.

 

Nun also auch Dulcinea – nachdem wir im Vorjahr  „unsere Prinzessin“ Aletta verloren hatten und im Jahr davor unsere gute alte Anima!  - Sofort tauchen doch diese Fragen auf: Warum diese, unsere Hunde – warum ausgerechnet? – Wieso trifft es uns? Machen wir etwas verkehrt, liegt die Schuld bei uns? – Dieser verdammte Krebs, sind Hunde denn inzwischen genau so gestraft wie wir Menschen? – Anima mussten wir im zwölften Lebensjahr einschläfern, Aletta war gerade fünf Jahre und vier Monate alt, Dulcinea würde im kommenden August Zwölf! – Alle viel zu früh, viel zu jung!

 

Und es kam so, wie wir befürchteten – die beschwerdefreie Zeit war viel zu kurz, Dulcinea musste sich wieder mit ihrer Blase abquälen. Am 18. Mai, dem Tag an dem wir in Urlaub fahren wollten, mussten wir wieder nach Mühlhausen. Wir waren bei ihr, als sie einschlief und begruben sie am Nachmittag im Garten neben ihrer alten Freundin Anima. Zu gerne hätten wir diesem liebenswerten, verträglichen Hund noch viele Jahre gegönnt – ihr beim Schmusen in die großen dunkelbraunen, ausdrucksvollen Augen geschaut, uns über ihre Altersschrullen still amüsiert.

 

Von Besuch, egal ob Hund oder Mensch, hielt sie die letzten Jahre recht wenig, empfand das wohl als Störung des verdienten Ruhestandes. Sie legte sich dann demonstrativ auf die rechte Sofaecke, machte sich flach und lang und versteckte ihren Kopf zwischen der Rückenlehne und einem Kissen – wohl nach dem Motto, wenn ich die nicht sehe, sehen die mich auch nicht. Trotzdem behielt sie den Überblick, wenn ein fremder Vierbeiner sich mehr als siebzig Zentimeter dem Sofa näherte, fuhr sie kurz hoch und blaffte ihn an. Dann war wieder Ruhe.

 

Wenn wir einen Welpen länger behielten, wie jetzt unsere Ilva, hielt sie das für absolut unnötig, igno- rierte ihn so lange wie möglich und faltete ihn, wenn es sein musste, auch mal kurz zusammen. Hatte sie nach etwa einer Woche das Gefühl, der bleibt jetzt hier, erwachte in ihr die Oma, beschäftigte sich viel mit dem Nachwuchs und war dabei oft wesentlich alberner als der selbst.

 

Wenn bei Club-Shows nach dem offiziellen Teil freie Bahn gegeben war, hielt sie sich vorzugsweise an die jungen Rüden, machte einen auf unterhaltungssüchtige Dame und tobte mit denen herum, dass man kaum glauben wollte, sie sei schon ein paar Jahre "aus dem Geschäft". Abends war sie dann so

platt, dass sie auch für ein Leckerchen nicht mehr aus der Reserve zu locken war.

 

Außerdem hatte sie als Einzige unter unseren Hunden einen besonderen Trick drauf. Sie verstand es, ganz geschickt einen Joghurt- becher auf zwei gegenüberliegenden Seiten so aufzureißen und auseinander zu klappen, dass sie auch die allerletzte Spur seines Inhaltes auslecken konnte. Wir ließen sie das immer im Flur machen und wenn sie fertig war, gab es ein kurzes „Wuff“. Das hieß dann für uns als Personal: „Ich bin fertig, ihr könnt mich wieder in die Küche lassen und aufräumen.“

 

Dulcinea (geb. 26.08.2006) war eine große, kräftige Hündin, nicht unbedingt eine Lagotto-Schönheitskönigin, aber ein paar Titel holte sie auch. Viel wichtiger war uns, sie war eine gute Zuchthündin und eine sehr fürsorgliche Mutter. Sie hatte ein absolut ausgeglichenes Wesen und gab nie Anlass zu Aufregung oder gar Ärger, auch gesundheitlich hatte sie bis zuletzt nicht die geringsten Probleme. – Na gut, außer wenn sie trächtig war und glaubte, deshalb der Hundechefin Anima den Rang ablaufen zu Können, aber das waren stets nur ganz kurzfristige Differenzen. Die Tierklinik in Mühlhausen sah sie, außer zu ihrer Kastration im achten Lebensjahr, nur zu den turnusmäßigen Impfungen.

 

Allzu gerne hätten wir dieser liebenswerten, so pflegeleichten und gutmütigen Hündin noch viele Jahre mit uns und ihren jüngeren Artgenossen gegönnt – als ruhenden Pol unter dem quirligeren Nach- wuchs – hätten gerne noch lange das weiche Fell gekrault, ihr in die schönen dunkelbraunen Augen geschaut und ihre bedingungslose Zuneigung uns gegenüber gesehen. – Gut, so ganz bedingungs- los war sie vielleicht nicht – regelmäßige Leckerchen waren da schon eingeplant und auch auf  die pünktliche Einhaltung der Mahlzeiten bestand sie mit sanftem Nachdruck.

 

Jetzt ist sie schon seit über zwei Wochen nicht mehr bei uns und wir haben uns immer noch nicht daran gewöhnt, die abendlichen „Betthupferl“ nicht mehr durch vier, sondern nur noch durch drei teilen zu müssen – und von den vier Hundedamen auf dem Foto unseres Quartetts etwas weiter unten, lebt nur noch Arubi . . .

 

Seit ein paar Tagen haben wie Aniello als Pensionsgast – einer von Dulcineas beiden Söhnen aus unserem A-Wurf.  Wenn man ihn anschaut, sieht man genau, wer seine Mutter ist: Das gleiche Ge- sicht, die gleichen ausdrucksvollen Augen, das gleiche ruhige Wesen, die nahezu unerschütterliche Ruhe – er wird im kommenden November schließlich auch schon sieben Jahre alt. Nur unser Knall- frosch Ilva raubt ihm manchmal die Nerven und dann wir er tatsächlich richtig grantig.

 

Hier noch ein paar Bilder aus Dulcineas Leben:

 

 

 

Von den unten abgebildeten Hunden, teilt nur noch eine - Arubi, die Zweite von links - das Leben und den Alltag mit uns. Die "Seniorin" Anima (rechts, gest. 27.01.2015) und Aletta (links, gest. am 01. März 2016), und ihre Mutter Dulcinea (zweite von rechts, gest. 18.05.2017) sind nicht mehr bei uns. - Aber natürlich gehört Alettas Tochter Eboli und seit dem 26.02.2017 ihre Tochter Ilva (Iole) dazu, von denen weiter unten die Rede ist..

Das sind / waren unsere vier Grazien - von links: Aletta (gest. 01.03.2016), Arubi, Dulcinea (gest. 18.05.2017) und Anima (gest. 27.01.2015)

 

 

 

 

 

Arubi vom Wapelstern

 

Wurftag - 01.02.2012

Vorzüglich I - 3. VDH Spezial-Rassehundeausstellung des 1. LRCD in Alsfeld

Sehr gut I - 15.06.2013 - Nationale Rassehundeausstellung in Erfurt

Vorzüglich III - 16.06.2013 - Internationale Rassehundeausstellung in Erfurt

Sehr gut IV - 07.12.2013 - National in Kassel

Sehr gut IV - 08.12.2013 - International in Kassel

 

Ihre züchterisch bedeutenden Werte sind:

Hüftgelenksdysplasie HD A (frei) - Patella 0/0 (frei)

Juvenile Epilepsie (JE) -/- (frei)

Auge: PRA/Kataraktfrei - Kein Kurzhaar-Gen -

Lysosomale Speicherkrankheit: G/G (frei) - vollzahniges Scherengebiss

 

 

1. Bild anklicken

Arubi ist die Tochter des mehrfach national und international ausgezeichneten Ch. Civetta dei Boschi d´Oro, gen. Ferrero und der ebenfalls mehrfach national und international ausgezeichneten Comes cordis Ophelia. Mit ihr haben wir, wie es aussieht, einen Glücksgriff getan. Obwohl wir zunächst be- fürchteten, sie könnte unter einem "Dr. Jekyll and Mr. Hyde-Syndrom" leiden. Im Haus und, mit Ein- schränkungen, auf dem Grundstück eigentlich sehr friedlich, ruhig und lernfähig, später sich sogar liebevoll um die Welpen von Aletta und Dulcinea bemühend, war sie außerhalb ein völlig anderer Hund. Beim Verlassen des Grundstückes bekam sie offenbar regelmäßig einen Ozon-Schock oder ähnliches. Sie explodierte förmlich vor Tatendrang und rannte im Höchsttempo hunderte Meter voraus und wieder zurück - und wieder voraus und wieder zurück - und wieder . . .  - ohne nach rechts und links zu schauen und dabei alles anzurempeln, was bei Drei nicht auf den Bäumen war. Dabei schrie sie ihre Begeisterung und Lebensfreude regelrecht heraus - eher Luftschutz-Sirene als Hundegebell! Inzwischen - mit fast sechs Jahren ist sie doch erheblich ruhiger geworden. Wenn man mit ihr alleine ist, geht sie sogar ganz manierlich an der Leine bei Fuß. Auch ist sie - Lagotto-typisch - sehr schmusebedürftig geworden und genießt es richtig, wenn man sich ausschließlich mit ihr beschäftigt und sie tüchtig knuddelt. Dennoch hat sie hin und wieder diese "Galopper des Jahres-Anfälle" und lässt keine Gelegenheit aus, vor allem mit Peter, aber auch mit der jungen Eboli zu raufen. Die Rudelchefin Aletta respektiert sie und wagt keine Wiederworte. Die alte Dulcinea nimmt sie offenbar nicht richtig ernst, aber beide kommen miteinander klar!

 

Aber sonst ist Arubi "äußerlich wie innerlich" eine Lagotto-Hündin wie sie sein soll. Sie hat einen kräftigen, quadratischen Körperbau mit 46 cm Schulterhöhe und gehört damit zu den größeren Hündinnen. Ihr lockiges Haarkleid ist schmutzigweiß mit braunen Flecken. Allerdings sind nur noch die Ohren richtig braun, alles andere verblasst immer mehr. Im Wesen ist sie freundlich, sehr kontakt-freudig und ziemlich neugierig mit Hang zur Wachsamkeit, aber auch sehr temperamentvoll. Sie ist - wie die Untersuchungen zeigen - in jeder Hinsicht kerngesund und wie es scheint auch "unkaputtbar". Anlässlich der Rassehunde-Zuchtschau in Kassel am 07.12. 2013 haben wir sie zur Zuchtzulassung vorgestellt und - wie nicht anders erwartet - erhielten wir am 18.12.2013 vom VDH die schriftliche Bestätigung, dass sie uneingeschränkt zur Zucht zugelassen ist. 

 

Am 12.04.2015 wurde Arubi zum ersten Mal Mutter. Sie warf nach dem Rüden und mehrfachen Champion Lorenzo della Taparina (im Besitz von Günter Zeidler) sieben weiß-braun gefleckte Welpen - vier Rüden/drei Hündinnen - die allesamt prächtig geraten sind und ihren neuen Besitzer zwar noch einigen Stress, aber viel Freude machen. Arubi ist eine großartige und liebevolle Mutter gewesen, was wir so nicht unbedingt von ihr erwartet hätten. Sie ist an ihren Aufgaben gewachsen und erwach- sen geworden, ein immer noch etwas stürmischer, aber ausgesprochen lieber und verträglicher Hund.

 

Am 12.03.2016 brachte Arubi uns nach dem Rüden Helios Du Mas Des Lagottines wieder einen Siebener-Wurf - zwei Rüden/fünf Hündinnen - und hat diese Welpen ebenso souverän großgezogen wie die ihres ersten Wurfes.

 

Am 09. September 2017 legte uns Arubi nach der Verpaarung mit Comes Cordis Latticello erneut einen gut geradenen Siebener-Wurf in die Wurfkiste. Vermutlich wollte sie es nicht kommentarlos hinnehmen, dass die deutlich jüngere Eboli ihr das im Frühjahr vorgemacht hatte und verkürzte deshalb ihren bisherigen Elf-Monats-Läufigkeitsrhythmus. Ihren Nachwuchs zog sie wieder ganz souverän groß und man merkte ihr die inzwischen größere Erfahrung an. Denn sie gönnte sich dieses Mal dabei wesentlich größere Freizeiten.

Eboli - aus "Folletti di Tartufo Aletta" nach "Beppo dello Spirito del Bosco"

Wurftag 07.Oktober 2014

 

Nat. Zuchtschau Kassel 05.12.2015 - Jugendklasse - Vorzüglich I mit Anwartschaft 

Int. Zuchtschau Kassel 06.12.2015 - Jugendklasse - sehr gut III

Int. Zuchtschau Nürnberg 09.01.2016 - Zwischenklasse - sehr gut IV

Int. Zuchtschau Chemnitz 03.04.2016 - Zwischenklasse - Vorzüglich II

Zuchtzulassung Dortmund 03.04.2016 - bestanden

Club-Show 2016 in Hagen a.T. - Zwischenklasse - Vorzüglich II mit Anwartschaft

 

Ihre züchtrisch bedeutenden Werte:

Hüftgelenksdysplasie:  HD A1 - frei / Patella 0/0 - frei

Juvenile Epilepsie / JE -/+ - Träger

Lysosomale Speicherkrankheit / LSD -/+ - Träger

PRA Katarakt frei - Kein Kurzhaar-Gen

Gebiss:  Vollzahniges Scherengebiss

 

Eboli ist eine lebhafte, liebenswerte, verschmuste, unglaublich anhängliche und mit ihren zwei Jahren immer noch recht verpielte Hündin. Im "Familienkreis" gibt sie oft den "äußerst gefährlichen, bösen Wolf", viel, viel "gefährlicher" als sie in Wirklichkeit ist. Leider ist das schöne Dunkelbraun ihrer Jugend inzwischen völlig verschwunden, sie hat jetzt dieses schmutzunempfindliche Seniorenbeige ihrer Großmutter Dulcinea und ganz kurz geschoren eher dieses silbriggrau eines Weimaraners. Aber mit oder ohne Locken hat sie die typvollen, quadratischen Proportionen eines Lagotto und ein kraftvoll elegantes Gangwerk.  

 

Fremden Menschen und Hunden gegenüber ist sie, wohl als Erbe ihrer Mutter Aletta, eher zurück-haltend, wobei sie diese Zurückhaltung Menschen gegenüber eher aufgibt und Hunden gegenüber sehr wählerisch ist. (Was wir auch merkten, als den von uns ausgesuchten Deckrüden standhaft ablehnte.) In der Öffentlichkeit, z.B. unterwegs in der Stadt oder auf Ausstellungen, gibt sie sich gelassen und weiß sich zu benehmen. In diesen Punkten ähnelt sie ebenfalls sehr ihrer Mutter Aletta, wobei sie allerdings (noch nicht) über deren Souveränität und ausgeprägte Persönlichkeit verfügt. Natürlich kann sie uns ihre Mutter nicht ersetzen, aber erinnert uns doch sehr an Aletta, vor allem wenn sie uns zur regelmläßigen abendlichen Schmusestunde auf den Schoß springt.

 

Am 26. Februar 2017 wurde Eboli zum ersten Mal Mutter. Nach dem Rüden "Cassanova Gorska Fantazja" warf sie sieben Welpen - zwei braune Rüden, vier braune und eine weiß-braun gefleckte Hündin (Braunschimmel) - alle zwischen 340 und 370 gr schwer - ein sehr ausgeglichener, kräftiger Wurf. Wir hatten es der doch recht verwöhnten Prinzessin gar nicht so richtig zugetraut, aber sie hat das ganz toll hinbekommen, sie ist eine gute Mutter, dadurch auch deutlich erwachsener geworden und die Kleinen entwickeln sich bestens.

 

Inzwischen ist der Nachwuchs längst aus dem Haus, nur ihre Tochter Iole, die wir Ilva nennen, ist bei uns geblieben. Durch sie und die Nachrichten von ihren Wurfgeschwistern haben wir gesehen, dass dieser Wurf außerordentlich gut geraten ist. Wir haben deshalb die Absicht, diese Verpaarung noch einmal zu wiederholen.

 

Diese Verpaarung haben wir am 09. März wiederholt und sie ist ebenfalls sehr gelungen - alle sieben Welpen sehr kräftig, zwischen 310 und 410 gr. Leider ist eine weiß-braune Hündin am zweiten Tag verstorben, weil wir ihr nicht alles Fruchtwasser aus der Lunge entfernen konnten.

01. November 2018

 

Ilva (Iole) - geworfen am 26. Februar 2017 aus

Folletti di Tartufo Eboli

nach Gassanova Fantazja Gorska -

 

(hier nicht unbedingt ausstellungsmäßig frisiert) ist inzwischen auch in den Kreis "staatlich examinier-ter" Zuchthündinnen aufgenommen worden.

 

Wie bereits früher berichtet, fand am 08.09.2018 in Dettelbach bei Würzburg die 1. Club-Show mit  Zuchtzulassung des LRWD e.V. satt. Bei der Club-Show erreichte "unsere Kleine" in der Zwischen-klasse unter vierzehn jungen Hündinnen und bei starker Konkurrenz den 1. Platz, was ihr wohl egal war, aber uns riesig gefreut hat. Klar, der eigene Hund ist sowieso immer der/die Schönste, aber das Mädel ist wirklich eine ganz Tolle und Liebe - und wir suchen immer noch den berühmten "Knopf im Ohr"!

 

Die wichtigen Prüfungen der Zuchtzulassung hat sie, zwar ein wenig aufgeregt, aber glänzend und fehlerfrei bestanden. - Hier die Ergebnisse:

HD A 1 - frei  /  Patella Luxation O-O - frei / Katarakt - frei / JE-N/N - frei / LSD-N/N - frei / Furnishing - F/F - frei / vollzahniges Scherengebiss / Widerristhöhe - 43,5 cm

 

Auch den Verhaltens- / Wesenstest, der sich aus neun Subtests zusammen setzt, hat sie absolut pro-lemlos bestanden. Wir halten das schon für erwähnenswert, weil wir mit unseren Hunden sehr ruhig am Rande eines kleinen Dorfes leben. Und vor allem Ilva kennt den größeren Trubel, der bei solchen Ver-anstaltungen normal ist, so gut wie gar nicht. Sie war bis dahin gerade mal auf zwei Ausstellungen und das hier erforderliche Prozedere hatten wir vorab nur einmal kurz geübt. Ja, unser kleines Mädel ist schon ein ganz großartiger Hund!

Am 08. September 2018 fand die erste Club-Show des LRWD e.V. statt, dem ja inzwischen die Aufnahme in den VDH als Zuchtbuch führender Verein gelang.

 

Wir meldeten unsere Jüngste llva sowohl zur Ausstellung als auch zur Zuchtzulassung in der "Zwischenklasse" an. Vom Alter her hät-ten sie auch in der "Offenen Klasse", also für die erwachsenen Hündinnen, starten können. Unser Prinzesschen lebt aber nun mal mit ihrer Mutter Eboli und der Tante Arubi, die die Chefin unter un-seren Hunden ist, zusammen. Dadurch ist sie natürlich einem ge-wissen Druck ausgesetzt, der das "Erwachsenwerden" nach unse-rem Eindruck etwas verlangsamt. Junge Hunde, die einzeln in Familien aufwachsen haben es da erheblich leichter.

 

In der "Zwischenklasse Hündinnen" waren 14 junge Hundedamen gemeldet. die Konkurrenz also nicht nur gut, sondern auch groß. Umso größer war unsere Freude, dass "unser kleines Hundemädchen", für uns völlig überraschend, mit dem "Vorzüglich 1" und je einer CAC- und Dt. Ch.- Anwartschaft den ersten Platz belegte.

 

Auch die Hürden der Zuchtzulassung hat sie problemlos überwunden. Näheres dazu schreiben wir, wenn wir die schriftlichen Unterlagen haben.

 

12. Dezember 2017 - Ilva (Iole) ist inzwischen mit ihren neun Monaten ein bildschöner, vielversprech-ender Teenager geworden. Deshalb wollen wir sie auch als Zuchthündin etablieren und um das schon ein wenig zu üben, waren wir mit ihr auf der diesjährigen Rassehunde-Schau am letzten Wochenende in Kassel. Sie hat sich dort sehr gut geschlagen, beide Male mit sehr guten, nahezu gleichlautenden Beurteilungen. Am Samstag bekam sie dafür ein "Vorzüglich" und am Sonntag ein "Sehr gut". - Hast Du wirklich gut gemacht, Mädel!

Ende November 2013 erhielten wir einen "Zustandsbericht" vom "Chef" eines Welpen aus unserem D-Wurf (Wurftag 04.08.2013). Die Erfahrungen und Folgerungen aus den vergangenen zwei Monaten mit diesem jungen Hund werden darin ebenso knapp wie präzise beschrieben, dass man es einfach nicht besser auf den Punkt bringen kann.

 

Wir veröffentlichen deshalb - nach erteilter Zustimmung - diese Zeilen, weil wir denken, dass sie auch für andere aktuelle und zukünftige "Lagotto-Eigner" von Interesse und sowieso lesenswert sind.

 

"Hallo Lilo,

 

. . . . .

 

Nun zu unserer Amy.

Bewusst schreibe ich nicht von dem Lagotto im Allgemeinen, sondern nur über eine einzelne Hündin mit meiner subjektiven Betrachtungsweise.
Meine Erkenntnisse decken sich in vielen Bereichen nicht mit den allgemeinen Beschreibungen über diese Hunderasse, denn das putzige Aussehen und die leichte Erziehbarkeit dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen Hund handelt, der ursprünglich für die Arbeit gezüchtet wurde . . .

 

Um es vorwegzunehmen; ich bin mit Amy bestens zufrieden.

Deutlich muss ich nach 30 Jahren Hundeerfahrung aber auch sagen, dass sie m.E. definitiv kein Anfängerhund ist.
Amy muss mit absoluter Konsequenz erzogen werden. Es darf keine Ausnahmen geben. Nachlässigkeiten erkennt und nutzt sie sofort und dies würde ein Zusammenleben erheblich erschweren bzw. unmöglich machen.
Folgende Verhaltensweisen sind, ohne diese zu bewerten, aufgefallen:

  • Sie hatte erhebliche Probleme damit, auch nur für wenige Minuten geboxt  (in einer Box untergebracht) zu werden. Da hat sie nicht gejammert, sondern sich derart ärgerlich in Rage gesteigert, dass sie in alles gebissen hat, was in der Nähe war. Mittlerweile fährt sie problemlos geboxt im Auto; es hat mich aber mindestens eine Gastritis und eine Menge weiterer grauer Haare gekostet.
  • Sie hat Probleme damit, in der unteren Etage alleine zu bleiben, wenn sie weiß, dass jemand oben ist.
  • Aber, im Gegensatz dazu, kann sie (bis jetzt geübt max. 1h) völlig problemlos in der Wohnung bei offenen Türen alleine bleiben. Sie legt sich dann in ihren Korb, lärmt nicht, macht nichts kaputt und wartet geduldig und völlig ohne Stress, bis wieder jemand kommt. Dies jedoch wirklich nur bei geöffneten Türen.
  • Sie war innerhalb von Tagen völlig stubenrein.
  • Sie hat einen Bewegungsdrang/Überpassion, fast schon eine Hyperaktivität, der für ihr Alter ungewöhnlich ist und den sie aufgrund ihrer jugendlichen Konstitution auch noch nicht ausleben darf. Ob dies kontrollierbar wird, muss sich zeigen.
  • Amy liebt Kinder und Frauen, dies hat vmtl. mit der Stimmlage zu tun.
  • Sie ist neugierig, lernbegierig und zu jedem freundlich. Bereits jetzt wird sie mit Hundeintelligenzspielen beschäftigt, die sie ungewöhnlich für ihr Alter, mit Bravour löst.
  • Nun zu den mir am wichtigsten Punkten. Amy ist absolut führerbezogen. Sie will alles rechtmachen, hält immer Kontakt, kann frei laufen und ist bereits jetzt (teilweise) sogar unter Ablenkung jederzeit abrufbar. Und sie ist außergewöhnlich wesensfest. Sie hat vor nichts Angst, ist gut sozialisiert, kommt mit fremden Hunden klar, macht sich nichts aus Lärm und neuen optischen Eindrücken, frisst immer und wird (wenn sie nicht überpassioniert wird) erfolgreich sowohl im Hundesport als auch im Rettungsdienst eingesetzt werden können.
  • Amy nimmt regelmäßig mehrmals wöchentlich an Welpentreffs teil und wir haben bei einem sehr erfahrenen Hundetrainer mehrmonatige Kurse mit Einzelunterricht gebucht, die aufeinander aufgebaut sind und bei denen die Ziele gemeinsam festgelegt werden.

Ins Unreine geschrieben bin ich der Meinung, dass es zu schade ist, diese Hunderasse ausschließlich nach Äußerlichkeiten zu züchten. Hier sollte das Wesen und die Arbeit ein ebenso wichtiges Merkmal für die Zucht sein.
Soviel zu Amy und herzliche Grüße aus . . . .

gez. Unterschrift"

 

 

Zu der Formulierung "definitiv kein Anfängerhund" erlauben wir uns eine Anmerkung. Eigentlich ist kein Hund - gleich welcher Rasse - ein Anfängerhund. Vor der Erstanschaffung eines Hundes sollte man sich schon ein gewisses Mindestmaß an "hundlichem" Allgemeinwissen anlesen, bzw. durch Beobachtung aneignen und bleibt trotzdem noch lange Zeit ein Anfänger. So ein Hund - egal was für einer und in welchem Alter - ist doch schon immer irgendwie "fertig", bevor er zu einem Menschen kommt. Er hat seine (rasse-)spezifischen Eigenarten, seine Macken, seine Vorlieben - deren Erkenntnis man sich erst erarbeiten muss. Man wird dabei so gut wie immer den einen oder anderen Fehler machen. Die Folgen einiger "Anfängerfehler" sieht man regelmäßig, wenn einem auf den typischen "Hunde-ausführ-Strecken" sogenannte "Fußhupen" - mit Geschirrchen und Flexileinchen professionell "gesichert" - hysterisch kläffend entgegen kommen. Am oberen und unteren Ende der Leine durchaus auch schon in vorgerücktem Alter und leicht erkennbar in langjähriger Beziehung zusammen gewachsen. Wobei das untere Ende der Leine meist einen überforderten oder ängst- lichen Eindruck macht - und das obere einen gleichgültigen oder hilflosen! Auch haben wir z.B. gelesen, dass durch mangelnde oder völlig fehlende Erziehung die Rasse Chihuahua in den USA, die Hunderasse mit den meisten Beißvorfällen ist. Das ist da wie dort noch nicht besonders gefähr- lich, aber ungemein lästig - aber z.B. bei einem großen Hund . . . ?

 

Die von Amys "Chef" geschilderten Erfahrungen/Beobachtungen decken sich übrigens nahezu vollständig mit denen, die wir im Laufe der Jahre mit unseren eigenen vier Lagotti und deren Nachwuchs gemacht haben, soweit wir mit den letzteren noch Kontakt haben.

Bilder aus unserem Hundealltag - 1. Bild bitte anklicken.

 

04. März 2015 - Arubi und Eboli beim Ballspiel

Weil uns die Fotos von Herrn Wilhelm Hommert, Coburg, nach wie vor sehr gefallen, zeigen wir hier noch einmal einige von Aletta und Arubi im Schnee. Herr Hommert machte sie, als er uns mit seiner Frau Evi etwa vierzehn Tage vor Alettas C-Wurf  (am 09.03.2013) besuchte.

 

Das 1. Bild bitte anklicken.

 

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