Interessantes rund um den Hund

 

 

Im September 2018

 

Die drei folgenden Seiten haben wir aus der aktuellen Ausgabe - September/Oktober 2018 - der Zeitschrift DOGS kopiert - so, wie wir das schon öfter machten, wenn es nach unserer Meinung für die Besitzer "unserer" Hunde und Leser unserer HP interessant sein könnte.

 

Was die Kastration angeht, sind wir seit langem geteilter Meinung. Weil wir das einerseits für einen unzulässigen Eingriff in die Natur halten, andererseits aber auch schon feststellen konnten, dass dadurch unter Umständen das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund etwas erleichtert werden kann.

 

Vor allem in Ballungszentren, Städten und deren Randbereichen ist ja nicht nur das Leben für uns Menschen im Laufe der Jahre immer stressiger geworden, sondern natürlich noch sehr viel mehr für Hunde, die dort mit uns leben müssen. Und da kann es durchaus, vor allem für Rüden, eine Erleichterung sein, wenn ihr Gefühlsleben nicht auch noch durch läufige Hündinnen in der weiteren Nachbarschaft beunruhigt wird. Von einigen Rüdenbesitzern aus dem Bekanntenkreis wissen wir, dass ihre Hunde nach der Kastration deutlich ruhiger geworden sind.

 

Für Hündinnen trifft das unserer Ansicht nach eher weniger zu, es sei denn, sie haben während der Läufigkeit einen derart starken Trieb, dass sie auch die geringste Chance nutzen, um sich selbst nach einem Freier umzusehen. Auch gibt es Hündinnen, die in dieser Zeit in ihrem Verhalten derart lästig werden, dass man als Besitzer über eine geradezu christliche Duldensfähigkeit verfügen muss, um das überhaupt auszuhalten - und das etwa drei bis fünf Wochen lang, zwei Mal im Jahr! Wieder ande-re Hündinnen werden dann derart intensiv scheinträchtig, dass sie und ihre Familie wirklich ernsthaft leiden.

 

In solchen Fällen und wenn man ohnehin nie vorhat zu züchten, kann man bei Hündinnen durchaus einen minimalinvasiven Eingriff vornehmen lassen. Bei Rüden hat man, vor dieser endgültigen Entscheidung, immerhin die Möglichkeit, durch einen eingepflanzten Chip überprüfen zu können, ob die erwünschte Wirkung überhaupt eintritt.

 

Einen jungen Hund - egal ob Hündin oder Rüde - nach us-amerikanischem Vorbild aber noch vor dem Erreichen der Geschlechtsreife zu kastrieren, nur um das "süße" Kindchenschema in Wesen und Aussehen zu erhalten, ist für uns allerdings völlig inakzeptabel!

 

 

Im August 2018

 

 

Tierärzte erleben

 

Vorwort - Wir selbst kennen einige sehr gute Tierärzte, konsultieren sie bei Bedarf und wissen ihr Können und ihre Hilfe sehr zu schätzen. Wir wissen aber auch aus eigener früherer Erfahrung, aus Berichten anderer Hundebesitzer und einigen Besitzern unserer Welpen, dass man beim Besuch einer Tierarztpraxis ganz schnell eine Niete ziehen kann. Was an sich nichts Besonderes ist, weil einem das zum Beispiel auch mit Autowerkstätten oder Zahnarztpraxen passieren kann.

Der Unterschied ist halt, dass man zu seinem Auto oder Zahnersatz nicht die gleiche emotionale Be-ziehung hat, wie zu seinem Hund – und schon gar nicht wenn der ernsthaft krank oder verunfallt ist. Behandlungsfehler sind da schwerwiegender, als bei einer Auto- oder Zahnreparatur. Aus Fürsorge für unsere Welpen erhalten unsere Welpenkäufer deshalb schon seit Jahren einen „Beipackzettel“.

Zu dem gehören auch Notizen zum Umgang mit Tierärzten.

 

In den letzten Wochen erhielten wir über jeweils einen Fall aus jedem unserer drei letzten Würfe Nach-richten, die uns zumindest verärgert und in unserer Überzeugung bestätigt haben, dass es zu viele Tierärzte gibt, die für diesen Beruf nicht geeignet sind. Deshalb bringen wir dieses Thema nach läng-erem Zögern nun doch auf unsere HP. Natürlich steht es dem Leser frei, sich dazu seine eigene Mei-nung zu bilden.

 

Und keine Angst, nur der Bericht über Elma ist recht lang, bei Janus und Kopper geht es flotter!

 

Elma - 1. Teil: - Elma (Isadora) ist eine Wurfschwester unserer Ilva und jetzt anderthalb Jahre alt. Bis vor etwa einem halben Jahr war sie ein normaler, lebhafter, kerngesunder Hund. Dann zeigte sie plötz-lich – natürlich an einem Sonntag – starke Ausfallerscheinungen, Sie konnte nicht mehr stehen, bzw. nur noch sehr wackelig und nicht mehr laufen und lag nahezu teilnahmslos in ihrem Korb.  

 

Verständlich, dass die Familie in Panik geriet. Leider dachte man auch nicht daran, uns anzurufen. Dabei hätten wir in diesem Fall einen hilfreichen Tipp geben können. Denn in ähnlicher Situation waren wir vor gut drei Jahren mit unserer Arubi. Sie zeigte gleiche Symptome. Auch wir waren aufge-regt und unser erster Gedanke war, schnellstmöglich in die Tierklinik zu fahren. Vorher telefonierten wir aber mit einer befreundeten Züchterin, die uns empfahl, ruhig zu bleiben. Wenn Arubi kein Fieber habe, einen normalen Puls und keine Atemprobleme, könne man ruhig etwas abwarten und beobach-ten. Sie tippe auf einen verdorbenen Magen oder Verdauungsprobleme, ähnliches hätte sie auch schon bei ihren Hunden erlebt.

 

Obwohl uns nicht ganz wohl dabei, beruhigten wir uns, ließen Arubi aber nicht mehr aus den Augen. Und tatsächlich, im Laufe des Tages verbesserte sich ihr Zustand und am nächsten Tag war sie wieder ganz die Alte.

Natürlich zerbrachen wir uns die Köpfe über die Ursache dieses beängstigenden Vorfalls und allmäh-lich dämmerte es uns. Wir hatten damals gerade erst mit der „Barferei“ angefangen. Am Vortag hatten wir für den Eigenbedarf Grünkohl verarbeitet und die immer hungrige Arubi stand bettelnd daneben. Also fiel immer wieder eine Kohlstrunk für sie ab. Das war, wie wir jetzt wissen ein Fehler, Kohl wurde gestrichen und Arubi hatte nie wieder solche „Anfälle“.

 

Wir wissen nicht mehr, ob bei Elma zuerst der Tierarzt eingeschaltet, oder sie gleich in die große und sehr renommierte Tierklinik gebracht wurde. Dort war man, weil es keine Anhaltspunkte gab, genau so ratlos wie Elmas Besitzerin.

 

Also schoss man in bester Absicht über Stunden hinweg mit allen verfügbaren veterinärmedizinischen Kanonen auf diesen armen Spatzen. – Blut- und Gewebeproben fürs Labor, Narkose, Ultraschall, aus-giebiges Röntgen, MRT, Überprüfung von Reflexen und, und, und. Gefunden hat man nichts, rein gar nichts! Dafür weiß die Besitzerin jetzt, dass ihr Hund kerngesund ist. Was schließlich auch etwas wert ist!

Aber für über 3.000 € ? - Dafür gäbe es bei uns fast zwei "fabrikneue" Welpen! - So viel Sarkasmus darf an dieser Stelle sein!

 

Das ist auch der Punkt, an dem wir unsere Kritik festmachen müssen, so sehr wir die Arbeit dieser Hochschulklinik schätzen. Bei derartigen Untersuchungen wird doch meist zu Beginn Ultraschall ge-macht oder geröntgt. Uns fiel beim Anblick der Aufnahmen sofort auf, dass der Enddarm prall gefüllt war mit hellem, also kalkhaltigem Kot. Der Hund litt schlicht und einfach unter einer kapitalen Verstopf-ung! Wir sind sicher, dass die sofortige Anwendung eines Abführmittels, evtl. auch eines Einlaufes umgehend Elmas Gesundheitsprobleme beseitigt hätte - und einige Untersuchungen und eine gehör-ige Portion Stress - und der Besitzerin vermutlich auch einen Teil der Kosten. - Immerhin erstattete die Tierversicherung nach langem Hin und Her knapp zwei Drittel der Kosten.

 

Elma - 2. Teil: An einem Sonntag im Mai gingen beide Kinder (10 und 14 Jahre) mit Elma in einem Naturschutzgebiet spazieren. Natürlich war der Hund dort wie vorgeschrieben angeleint. Außerdem ist im Mai die Setzzeit und in Niedersachsen deshalb ebenfalls Leinenzwang. Die Stimmung war bestens, bis ihnen zwei Frauen mit drei freilaufenden Hunden entgegen kamen - nach den Schilderungen der Kinder ein Boxer und zwei "Kampfhunde"!

 

Diese Beiden stürzten sich sofort auf die Lagotto-Hündin, die sich tapfer wehrte, und es gab eine wüste Rauferei, der die Kinder hilflos und entsetzt zusehen mussten. Als die Frauen ihre Hunde end-lich wieder unter Kontrolle hatten, beschimpften sie die Kinder, weil sie nicht gesagt hätten, dass ihr Hund bissig ist. Danach suchten sie zügig das Weite. Die Kinder waren zunächst froh, dass ihre Elma den Überfall zwar komplett vollgesabbert und sehr verstört aber sonst unversehrt überstanden hatte. Wenig später begann aber ein tiefer und etwa fingerlanger Riss unter dem rechten Auge stark zu bluten.

Also wieder zum Tierarzt, wieder auf den OP-Tisch! - Natürlich war wieder Sonntag und der vertraute Tierarzt nicht erreichbar. Die Vertretung verarztete den Hund auf für uns nicht vertretbare Weise. Ohne die geringste Betäubung wurde die Verletzung des ohnehin schon verstörten Hundes mehrfach geklammert (getackert). Nach zehn Tagen wurden diese Klammern, auch wieder ohne Betäubung, entfernt. (Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht unbedingt Vergnügungsteuer pflichtig ist.)

 

Es gibt also immer noch Tierärzte, die ihre Patienten lediglich als Versuchsobjekte und Versorgungs-grundlage sehen und nicht als fühlende Lebewesen. Dann aber sollten sich auf die Fleischbeschau beschränken oder ihren Lebensunterhalt als Autoschlosser oder Müllwerker verdienen! 

 

Alle physischen Verletzungen Elmas sind inzwischen komplikationslos verheilt. Anders sieht das mit der Psyche aus. Wir hatten den vorher problemlosen Hund fünf Wochen lang bei uns, weil ihr Frau-chen mit den beiden Kindern einen Kurlaub machte. Elma hatte sich recht schnell in unseren Tages-ablauf eingepasst, war aber von tiefem Misstrauen geprägt, gegenüber allem was ihr fremd war – auch gegenüber uns Menschen und unseren Hunden. Für die Lagotti, die wir kennen, ist das absolut untypisch.

War ihr etwas nicht geheuer, zog sie sich sofort zurück, wie sie sich überhaupt gerne etwas abseits des Geschehens aufhielt. Wurde sie z.B. durch einen Rempler unserer Hunde überrascht, reagierte sie erschreckt und im Abwehrmodus. Wollte man sie festhalten oder gar einmal knuddeln, so wie un-sere Hunde es lieben, oder gar auf den Trimmtisch heben, um ihr das Fell etwas zu kürzen, geriet sie regelrecht in Panik. Erst nach rund drei Wochen merkten wir eine deutliche Besserung. Und ungefähr drei, vier Tage bevor sie abgeholt wurde, konnten wir sagen, dass Elma bei uns „angekommen“ – also wieder ein ganz normaler Hund war.

 

Kein Wunder bei dem, was das Hundemädchen in seinem jungen Leben schon mitgemacht hat. Wir wünschen Elma und ihrer Familie ein zukünftig unbeschwertes Leben, und dass sie nur noch für die regelmäßigen Impfungen zum Tierarzt muss. Vor allem aber, dass sie nie wieder Hundehalterinnen mit leicht überschaubarer Intelligenz begegnen, die schlicht zu blöd sind, Regeln zu beachten und ihre Hunde zu erträglichen Zeitgenossen zu erziehen.

 

 

 

 

 Janus wird im September ein Jahr alt und gehört zu den eher ruhigen Vertretern unserer liebens-werten Rasse. Trotzdem tobt er natürlich gerne mal mit den Kindern seiner Familie auf dem Grund-stück herum. Bei einer solchen Gelegenheit rannte er unter einem Trampolin durch und verletzte sich an einem Metallteil.  Die Folge, ein Loch etwa von der Größe einer 2-Euro-Münze und gut 1 cm tief an der rechten Seite des Brustkorbes.

Die aufgesuchte Tierärztin reinigte und desinfizierte die Wunde und legte einen Verband an. – Einen Verband – um den Brustkorb – über dichtes, lockiges Fell – bei einem jungen, bewegungsfreudigen Hund – ohne die relativ große Wunde zu nähen! – Man benötigt nicht viel Fantasie, um sich den Heilerfolg auszumalen.

Natürlich hielt der Verband nicht so wie er sollte und die Familie musste immer wieder nachbessern. Nach anderthalb Wochen war von einem nennenswerten Heilerfolg noch nichts zu sehen und die Tierärztin entschloss sich endlich, die Wunde zu vernähen.

Wir haben Janus vor dieser Näh-Aktion letztmalig gesehen und wissen daher nicht, wie die Wunde am Ende verheilt ist. Wir können uns aber vorstellen und sind uns auch ziemlich sicher, dass man Janus rund die Hälfte der Rekonvaleszenzdauer hätte ersparen können, wenn man sofort genäht oder ge-klammert hätte. Dem Hund wäre auch einiges an Beschwerden und Einschränkungen erspart geblie-ben. Der Familie, vor allem den Kindern, hätte man einen nicht unerheblichen Teil der Sorgen und Ängste um den geliebten Hund ersparen können. Es bleibt uns schleierhaft, warum die Tierärztin so gehandelt hat.

 

 

 

 

 

Kopper (Kosmos) wurde im August fünf Monate alt – ein kerngesunder, lebhafter und fröhlicher Lagotto-Bursche wie es sich gehört - mit einen kleinen Nabelbruch, was bei Hunden gelegentlich vorkommt. Aber vor allem bei Rüden allenfalls ein kleiner Schönheitsfehler ohne große Bedeutung.

Bei Hündinnen, die in die Zucht gehen, ist das etwas anders. Unsere Arubi hatte, als sie bei uns an-kam, einen kapitalen Nabelbruch, der erstaunlicherweise vom Zuchtwart nicht bemerkt wurde. In den Papieren gibt es jedenfalls keine Vermerke. Wir haben sie einjährig operieren lassen und inzwischen hat sie drei Würfe problemlos gemeistert. Auch Ilva, unsere „Kleine“, ließen wir erst mit einem Jahr ihren winzigen Nabelbruch operieren, denn auch sie soll in die Zucht.

 

Nur unter diesen Umständen oder wenn ein Nabelbruch wirklich groß und störend ist, sollte man – auch bei Rüden – operieren. Aber man muss einem jungen Organismus doch die Zeit lassen, sich fertig zu entwickeln. Auch kann der Hundebesitzer den nicht operierten Nabelbruch im Auge behalten, um bei eventuell später doch auftretenden Komplikationen etwas zu unternehmen.

 

Damit sind wir wieder bei Kopper, der noch keine drei Monate alt war, als er von seinem Frauchen beim Tierarzt vorgestellt wurde. Das empfehlen wir allen unseren Welpenkäufern, schon wegen der 2. und 3. Impfung. – Damit sind wir wieder bei einem Tierarzt, der eigentlich besser hätte Autoschlosser werden sollen.

 

Der Herr untersuchte den Hund und fand immerhin, dass er in einem guten Ernährungszustand und gut sozialisiert sei. Als er den winzigen Nabelbruch entdeckte, klingelte aber doch seine Kasse: „Das muss unbedingt in den nächsten Tagen operiert werden, ehe sich daraus Komplikationen entwickeln. Dann kriegt er eben für ein paar Tage einen Trichter (Kragen) um den Hals, da wird er sich schon dran gewöhnen, und er hat es bald hinter sich.“ – Und ohne dass er danach gefragt worden wäre, hängte er gleich den nächsten Umsatz stärkenden Vorschlag an: „Spätestens wenn er acht Monate alt ist, werden wir ihn kastrieren und dann sind Sie auch diese Probleme ein für alle mal los."

Was für ein Herzchen und was für ein Tierarzt! – Einem kleinen Welpen, keine zwölf Wochen alt, mit-ten im Gewöhnungsprozess an das neue Zuhause und entsprechend gleichermaßen vertrauensvoll wie unsicher, ohne Not eine Vollnarkose verpassen und an ihm herumschnippeln. Einen Trichter um Hals und Kopf, den er nicht einordnen kann, mit dem er überall anstößt, der ihn erheblich behindert und mindestens verunsichert, wenn nicht ängstigt! - Dass es als Schutz nach solchen Eingriffen inzwi-schen passende Anzüge gibt, die den Hund überhaupt nicht behindern, davon hat dieser Supertier-arzt offenbar auch noch nichts gehört!

 

Diesen Schwachsinn, der natürlich aus den USA kommt, mitzumachen und Hunde vor der Pubertät zu kastrieren, damit das Kindchenklischee erhalten bleibt! - Hier irrt sich der Experte - mit acht Monaten sind die einzeln gehaltenen Lagotti mit der Geschlechtsreife meistens schon durch!

Um nicht missverstanden zu werden, wir haben nichts gegen Kastration, weder bei Rüden noch bei Hündinnen. Aber dann sollte ein vernünftiger Grund vorliegen, zumindest der eines angenehmeren, leichteren Miteinanders. Aber dann muss der Hund physisch und psychisch voll entwickelt sein – und das ist auch der Lagotto erst mit wenigstens anderthalb Jahren.

 

So, nun genug aufgeregt und geärgert, ich hoffe, dass der nächste Grund hier zu schreiben, deutlich erfreulicher ist.

 

Peter Bergmann

 

 

 

 

Hier nun der Text über diverse Erfahrungen mit Tierärzten, den wir schon seit einigen Jahren unseren Welpenkäufern zur Information mitgeben.

 

 

 

Nicht jedem Tierarzt blind vertrauen!

 

 

Ein ungemein ärgerliches Ereignis veranlasst uns zu diesen Zeilen. Es ging um eine junge Hündin aus unserer Zucht, zum Zeitpunkt des Geschehens zehn Monate alt, kerngesund, fröhlich und lebhaft. Nach Schilderung ihres Frauchens konnte sie sich beim Herumtoben vertreten haben. Sie war zwei Tage nicht so agil wie gewohnt, fraß nicht, fühlte sich offensichtlich unwohl.

 

Weil wir auf einer Ausstellung waren und man uns telefonisch nicht stören wollte und die „Haustierärztin“ bei einer Fortbildung war, konsultierte man eine fremde Tierärztin. Die untersuchte den Hund ohne etwas zu finden, testete dann das Blut auf Leukozyten. Es stellte sich ein stark erhöhter Wert von 23.000 heraus, normal sind 12.000. Das kann zunächst alles Mögliche bedeuten – von einer harmlosen tempo-rären Entzündung bis zu einer lebensbedroh-lichen Krebserkrankung! Ohne weitere Untersuchung kam die erstaunliche Empfehlung der „Fachfrau“, Gebärmutter und Eierstöcke zu entfernen (Kastration), dann sei man das Theater für immer los. Es wurde auch gleich für den nächsten Morgen – bitte nüchtern – ein „dringend notwendiger“ Termin angeboten.

 

Dieser irrsinnige Vorschlag, eine zehn Monate alte, momentan etwas unpässliche, aber sonst kern-ge-sunde junge Hündin ohne genaue Diagnose kastrieren zu lassen, war so etwas von daneben, dass uns zunächst die Worte fehlten. Unserer Überzeugung nach war das ein rein profitorientierter Versuch, die besorgten Besitzer schlichtweg „auszunehmen“. Weil man am nächsten Tag einen passenden Termin frei hatte und an einer Kastration einfach mehr zu verdienen war. Auch ist es (tier-)medizinisch geradezu sträflich unprofessionell, an einem entzündeten Organismus herum zu operieren, wenn nicht gerade akute Lebensgefahr besteht. Unserer Überzeugung nach wäre das sogar ein justitiabler Verstoß gegen die einschlägige Tierschutz-Gesetzgebung – vom veterinärmedizinischen  Berufsethos gar nicht zu reden.

 

Gott sei Dank waren die, um ihren Hund besorgten Besitzer so verschreckt, dass sie sich Bedenkzeit ausbaten. Die dann wieder erreichbare Haustierärztin untersuchte den Hund gründlich, diagnostizierte einen, derzeit unter hiesigen Hunden grassierenden „grippalen Infekt“, also eine schlichte Erkältung. Die junge Hündin bekam eine Aufbauspritze, für ein paar Tage einige Tabletten und war drei Tage später wieder fit wie ein Turnschuh.

 

Bei der ersten, offenbar profitgesteuerten Untersuchung bemerkte die Tierärztin auch, die Lagotti seien „sowieso ziemliche Mimosen“. Auch das hat uns überrascht – wir haben nämlich drei dieser „Mimosen“ – von sieben Monaten bis knapp sechs Jahren. Die sind so etwas von unempfindlich, ja geradezu unka-puttbar, dass uns das immer wieder erstaunt. Das gilt für die ganze Rasse, von gelegentlich möglichen Ausnahmen abgesehen – wie wir es z.B. bei den überraschenden Krebserkrankungen unserer Aletta und Dulcinea erlebt haben. Bestimmte andere Rasse oder so genannte Qualzuchten, müssen wir da gar nicht erst zum Vergleich heranziehen!

 

Natürlich gibt es ansonsten ganz normale, gesunde Hunde, die aus den unterschiedlichsten Ursachen und Gründen plötzlich krank, schwerkrank oder gar unheilbar krank werden. Am Anfang einer Behand-lung sollte aber immer eine gründliche, fundierte Diagnose stehen (wie in der Humanmedizin auch) Na-türlich gibt es Hundebesitzer – vorzugsweise allein stehende, ältere Damen – die aus jedem Furz einen Donnerschlag machen, ihren Hunden Krankheiten regelrecht einreden und erst dann glücklich sind – wie natürlich dann auch diese ganz bestimmten Tierärzte – wenn sie den armen Hund wieder „gesund pflegen“ können.

 

Als Paradebeispiel haben wir da die sehr schöne Geschichte von dem chronisch kranken Hund und seinem ebenfalls chronisch kranken Nachfolger. Ein im Laufe der Jahre älter gewordenes Ehepaar besitzt einen Hund, der nach tierärztlicher Diagnose ein chronisches Nierenleiden hat, deshalb sein ganzes Leben lang Medikamente nehmen und natürlich in regelmäßigen Abständen, so mit Blutbild und allem Drum und Dran, untersucht werden muss. Die um das Wohl ihres Hundes besorgten Leute nehmen das sehr ernst und befolgen alle tierärztlichen Anweisungen peinlich genau. Als der Hund im gesegneten Alter von sechzehn Jahren (immerhin rund hundert Menschenjahre) ruhig und friedlich seine Augen für immer schließt, hat der Tierarzt über deutlich mehr als ein Jahrzehnt hinweg durch die Gutgläubigkeit dieser Menschen gesicherte, regelmäßige Einnahmen gehabt – und diese Menschen haben ein kleines Vermögen in unnötige tierärztliche Behandlungen investiert! – Und wie viele andere Fälle noch?

 

Das Ehepaar konnte sich trotz allem ein weiteres Leben ohne Hund nicht vorstellen. Um ganz sicher zu gehen und ähnliche Komplikationen in Zukunft zu vermeiden, kauften sie einen neun Wochen alten Rassehunde-Welpen bei einer anerkannt guten und gewissenhaften Hundezüchterin.

 

Vier Wochen später riefen die Beiden  mit hörbarer Verzweiflung bei dieser Züchterin an: Sie hätte doch nun ganz sicher gehen wollen und einen wirklich gesunden Hund bei einem seriösen Züchter gekauft, viel Geld dafür ausgegeben und nun wäre auch dieser Hund wieder chronisch nierenkrank.

 

Überrascht und leicht irritiert fragte der Züchter zurück, woran sie das denn festmachen würden. Darauf kam die erstaunliche Antwort, der Welpe hätte immer wieder in die Wohnung gepieselt (Wirklich höchst erstaunlich für einen gerade drei Monate alten, noch nicht komplett erzogenen Hund, der gerade vier Wochen im neuen Heim lebt!!!), da hätte man eben eine Blasenentzündung befürchtet und sei zum Tierarzt gegangen. Der hätte den Hund gründlich untersucht und dabei festgestellt, dass er einen chronischen Nierenschaden habe. – Natürlich war das wieder der Tierarzt des Vertrauens, der Gleiche, der den Vorgängerhund fast sein ganzes Hundeleben lang auf „Niere“ behandelt hat.

 

Vorsichtig fragte die Züchterin, ob den ein schriftlicher Befund oder eine detaillierte Rechnung vorliegen würde und bat um Zusendung selbiger. Nach wenigen Tagen hatte sie einen handbekritzelten Zettel in der Hand, mit ein paar medizinischen Fachbegriffen, einer Medikamentenliste und Anwendungsvor-schriften – aber keine detaillierte Rechnung! Die Züchterin rief eine renommierte Tierklinik – die Tier-ärzten ihres Vertrauens – an und las den „medizinischen Befund“ vor. Dort wusste man nicht ob man lachen oder weinen sollte und bot an, den Hund kosten-frei zu untersuchen.

 

Die Züchterin sprach mit den Welpenbesitzern einen Termin ab, man fuhr gemeinsam in die Tierklinik. Dort wurde der junge Hund nach allen Regeln der medizinischen Wissenschaft gründlich untersucht und man fand – nichts! – Rein gar nichts!

 

Das besorgte Ehepaar achtete in der nächsten Zeit etwas genauer auf die Signale ihres Welpen, wenn er dieses gewisse Bedürfnis verspürte. Er wurde zügig stubenrein, ist inzwischen über vier Jahre alt und immer noch ein kern-gesunder Hund, auch ohne Verabreichung irgendwelcher Medikamente. Das Ehepaar ist nicht mehr besorgt, sondern glücklich und zufrieden darüber, endlich einen gesunden Hund zu haben – hat jetzt allerdings auch einen anderen Tierarzt seines Vertrauens.

 

Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein alter Witz ein: Ein junger Allgemeinmediziner übernimmt die Praxis seines Vaters. Nach etwa einem Jahr fragt er seinen Erzeuger, ob er sich an seinen alten Patienten Maier erinnern könne, den der gut zwanzig Jahre lang erfolglos behandelt habe. Der Vater antwortet: „Natürlich kann ich mich an den alten Maier erinnern. Mit seiner Behandlung hab´ ich das Geld verdient, mit dem ich dein Studium bezahlt habe!“ – Aber das ist nur ein Witz – und bei Tierärzten gibt es so etwas überhaupt nicht!

 

Ein weiterer, allerdings recht harmloser Fall: Ein anderer Hundebesitzer wollte bei einem Tierarzt ein, von uns empfohlenes Entwurmungsmittel holen – von uns empfohlen, weil nach unserer langjährigen Erfah-rung ebenso preiswert wie wirkungsvoll und nebenwirkungsarm. Der Tierarzt lehnte das mit der Bemer-kung ab, die Hundezüchter hätten doch alle keine Ahnung. Stattdessen hat er ihnen ein uns ebenfalls bekanntes, zwar gleich wirkungsvolles, aber wesentlich teureres Mittel verkaufen.

 

Wir bilden uns keineswegs ein, die veterinärmedizinische Sachkenntnis zu haben, die ein guter und engagierter Tierarzt haben müsste. Aber wir haben mittlerweile über vierzig, bzw. sechzig Jahre Erfahrung mit Hunden unter-schiedlicher Rassen! Da kommt im Laufe der Zeit einiges zusammen. Wir kennen einige wirklich gute Tierärzte, denen wir vorbehaltlos vertrauen. Aber wir wissen auch aus eigener Erfahrung und vielen Berichten, dass es eine offenbar zunehmende Zahl von Veterinärmedizinern /Kleintierärzten gibt, denen es an ausreichender Sachkenntnis und/oder Interesse für die Materie fehlt und denen das Wohlbefinden ihrer Brieftasche viel wichtiger ist als das ihrer vierbeinigen oder gefie-derten Patienten (siehe die obigen Beispiele). So scheint es z.B. in letzter Zeit auch häufiger vorzu-kommen, dass Hunde – sogar nach vergleichsweise simplen Eingriffen wie der Kastration eines Rüden – aus der Narkose nicht mehr aufwachen.

 

Wir können daher nur empfehlen, sich in Zweifelsfällen nach einem ausreichend bekannt guten Tierarzt umzuhören oder wenigstens uns vorher zu informieren und zu fragen. Keinesfalls wollen wir jetzt den Eindruck erwecken, wir wüssten alles besser, aber den einen oder anderen guten Rat können wir manchmal bestimmt geben!

 

Peter Bergmann

 

19. März 2018

 

Das kommt davon, wenn man von der Computerei nicht so viel Ahnung hat und trotzdem daran herumbastelt - auf einmal waren alle Einträge unter "Sonstiges" verschwunden. Wir haben in den Abgründen unserer elektronischen Daten gesucht und einige, die interes-santesten wieder gefunden.

 

 

Diesen Artikel aus dem VDH-Magazin „Unser Rassehund“, Ausgabe 03/2016 finden wir hoch interessant und begrüßen es, dass dieses Thema endlich einmal in einem Fachblatt von Kennern der Materie abgehandelt wird. - Wir gehen einfach mal davon aus, dass der VDH nichts gegen die Veröffentlichung dieses Artikels auf unserer HP einzuwenden hat, geht es uns doch hier um das Wohl nicht nur unserer Hunde.

 

Da sich der Artikel über mehrere Seiten erstreckt und von großflächiger Werbung  und Fotos unterbrochen wird, haben wir hier den Text heraus gezogen und zusammengefasst.

 

Agility ist ein Sport, der sich – seit seinem Aufkommen in den 80er Jahren – von England aus weltweit verbreitet hat. Hierbei geht es darum, einen Parcours, der unter anderem aus Hindernissenwie einem Slalom, Tunnel, Weitsprung, Steilwand und Wippe besteht, in  möglichst hoher Geschwindigkeit und fehlerfrei zu absolvieren. „Dabei treten teils enorme Belastungen an den Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln auf“, gibt Professor Dr. Martin S. Fischer zu bedenken. Verantwortlich dafür seien die Kurvenverläufe sowie die Richtungs- und Geschwindigkeitswechsel. „Bisher liegen überraschend wenige Studien zur Biomechanik bei dieser Sportart vor. Vielleicht ist dies ein Grund dafür, dass die Meinungen über Vorteile und Gefahren von Agility immer noch weit auseinander gehen“, überlegt Fischer.

 

Geradlinige Bewegungen

Der Lehrstuhlinhaber für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena verweist in diesem Zusammenhang auf bisherige Studien, die jedoch nur ausschließlich geradlinige Bewegungen beim Sprung über Hürden berücksichtigen. Bei diesen Studien ergaben sich folgende Ergebnisse:

·         Vertikale Bodenreaktionskräfte werden deutlich vom Körpergewicht, der Rasse und der Sprunghöhe    beeinflusst.

·         Während die vertikale Bodenreaktionskraft mit steigender Sprunghöhe beim Landen in den Hinterbeinen fällt, steigt sie in den Vorderbeinen an.

·         Umso höher der Sprung, desto steiler der Landewinkel.

·         Umso höher der Sprung, desto stärker die Beugung der Schulter- und Ellenbogengelenke.

·         Absprung- und Landedistanzen sowie Geschwindigkeiten werden vom Abstand zwischen den Hürden maßgeblich beeinflusst.

·         Absprung- Und Landegeschwindigkeiten werden von der sportlichen Erfahrung der Hunde beeinflusst.

·         Die individuelle Sprungperformance steht in direkter Verbindung mit der Rasse des Hundes.

 

Neue Studie

Soweit zu den Auswirkungen geradliniger Bewegungen. „In der neuen, aktuellen Studie wurde mit großem technischem Aufwand neben den geradlinigen Bewegungen auch ein für Agility typischer Kurvensprung betrachtet. Diese Erhebung wurde gemeinsam mit dem Team um Professor Heiko Wagner von der Universität Münster durchgeführt“, berichtet Fischer. Dabei kam unter anderem heraus, dass die Stemmphasendauer beim Kurvensprung deutlich höher liegt als beim geradlinigen Sprung.

 

Mehr Marker, verbesserte Qualität

Der Einsatz von mehr Markern und die verbesserte Qualität des Analyseverfahrens, ermöglichen umfassenden Einblick in die Thematik. „Die Beine des Hundes bewegen sich dreidimensional. Das wurde bislang auch wenig untersucht“, stellt Fischer fest. Die neue Studie zeigt ferner dezidiert Torsionen, also Drehungen, auf. Auch wurde klar dargestellt, dass Muskeln sowohl der Verhinderung als auch der Erzeugung von Bewegung dienen. „Die Energie wird in den Sehnen und Faszien gespeichert“, erklärt Fischer und spricht in diesem Zusammenhang von positiver und negativer Arbeit. „Wussten Sie, dass das Schultergelenk kein Kugelgelenk und das Ellenbogengelenk kein Scharniergelenkt ist?“, fragt der Professor in die Runde. Die Gelenke des Hundes seien keine biologischen, sondern technische Gelenke, deren beide Seiten ausschließlich bei Druckeinwirkung optimal zusammen passen. „Der Knorpel wiederum wird durch Diffusion ernährt, wie ein Schwamm, den man drücken muss, bevor er sich mit Wasser voll saugt. Ein gesunder Knorpel braucht Belastung, nur dann wird er auch ernährt“, betont Fischer. Genau deshalb nähmen Gelenkprobleme bei Schonung oft erst recht zu. Deshalb wurde in der Studie auch die Frage diskutiert, ob Agility zur besseren Knorpelversorgung beitragen könne. Das ist sicherlich so, aber es gibt auch eine andere Seite.

 

Border Collies besonders oft verletzt

Border Collies erleiden die meisten Verletzungen beim Agility-Sport. Vor allem betroffen sind Schultern, Nacken und Phalungen, die Zehenknochen. Die A-Wand erzeugt auffallend viele Verletzungen, die beim Herunterrutschen beim Berühren der Querleisten entstehen. Beim Laufsteg besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko durch Absturz. Und bei einem Hürdenabstand von fünf Metern sei die Belastung für den Hund am größten. „Umso schneller der Hund ist, desto flacher wird der Landewinkel und desto höher ist die Belastung“, sagt Katja Söhnel, die im Rahmen der Studie mit Fischer zusammenarbeitet. Auch fiel auf, dass größere Hunde bei der Bascule, der Manier über dem Sprung, einen größeren Kopfwinkel haben als kleinere Rassen.

 

Starkes Eintauchen beim Kurvensprung

Das zeitlich versetzte Auffußen der Vorderbeine beim geradlinigen Sprung ergab im Vergleich zum Kurvensprung, dass hierbei ein deutlich stärkeres Eintauchen zu beobachten ist. „Wir können festhalten, dass Belastung wichtig ist, um den Knorpel zu ernähren. Das Verletzungsrisiko ist bei Agility aber groß. Ein Drittel der Hunde zieht sich dabei Verletzungen zu. Aber: Umso größer die Erfahrung mit dem Agility-Sport ist, desto weniger passiert“, hält Fischer fest.

 

Fitness-Bewusstsein

Weshalb Agility trotz allem eine Trendsportart ist? Fischer schreibt das dem allgemeinen Fitness-Bewusstsein zu. „Die Menschen legen vermehrt auf Fitness und beziehen ihre Hunde dabei mit ein. Oder glauben Sie, irgendein Hund wäre auf die Idee gekommen, Agility zu erfinden?“, schmunzelt Fischer. Seiner Ansicht nach gibt es übrigens durchaus Rassen, die für den Agility-Sport geeignet sind, weil bei ihnen eine geringere Verletzungsgefahr vorherrscht. Das sind Chihuahuas und Spitze – insbesondere Zwergspitze. Dennoch; „Leistungssport und Gesundheit schließen sich aus.  Warum ersetzen wir Agility-Sport zukünftig nicht einfach durch den Begriff Agility-Spiel? Das würde vielleicht den ungesunden Leistungsgedanken mäßigen und der Gesundheit der Hunde zugute kommen“, so Fischers Fazit.

 

Bodenkräfte und Bodenreaktionskräfte

Unter Bodenkräfte versteht man die vom Hund ausgeübten Kräfte, die er auf den Boden aufbringen muss. Die Bodenreaktionskräfte sind die vom Boden ausgeübten Kräfte. Sie können mit Hilfe von Kraftmessplatten gemessen werden und treten in allen drei Raumrichtungen auf. Die vertikale Kraft entspricht dem Anteil des übertragenen Körpergewichts. Bodenreaktionskräfte hängen von verschiedenen Faktoren ab: der Verteilung der Körpermasse auf Vorder- und Hintergliedmaße, von der Geschwindigkeit und der Dauer der Stemmphase, der Steifheit einer Gliedmaße, der Gangart und dem Beschleunigen beziehungsweise Abbremsen der Bewegung.

 

Dieser Bericht bestätigt unsere, schon seit Jahren gefestigte Überzeugung, dass der Agility-Sport eher die Interessen der Hundebesitzer als die der Hunde selbst befriedigen soll. Vor diesem, zumindest in Teilen noch sinnvollen Hobby kommt allerdings nach unserer Überzeugung das völlig sinnfreie Dog Dancing, das nicht nur beim Anblick von Mensch und Hund absolut albern wirkt, sondern für die Hunde geradezu entwürdigend und die Menschen beschämend.

 

Da loben wir uns doch die rassetypischeren Beschäftigungen für unsere Lagotti – wie (Trüffel -) Suchen, Man-Trailing, Ausbildung zum Rettungs-, Drogenspür-, Diabetes- oder Epilepsiemeldehund, und so weiter. – Und bitte dabei beachten: Hunde sind wesentlich klüger als Menschen, sie sind nicht der Meinung, dass man unbedingt acht Stunden am Tag arbeiten muss, um zufrieden zu sein!

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