Rückblick

auf das Jahr 2017 und das Jahr 2016 des Lagotto-Romagnolo-Zwingers "Folletti di Tartufo"

Das Jahr 2017

 

30. Dezember 2017

 

Am 09. und 10. dieses Monates war wie jedes Jahr die Rassehunde-Schau in Kassel. Wir nutzten die Gelegenheit Ilva, unserer Jüngsten, einmal den Ernst des Lebens zu zeigen und stellten sie in der Jugendklasse aus. Unsere Erwartungen waren nicht besonders groß, da sie in der Jugendklasse die Jüngste der ausgestellten Hündinnen war, und da spielen ein oder zwei Monate Altersunterschied schon eine Rolle. Aber wir wurden angenehm überrascht, am ersten Tag erreichte sie ein "Vorzüglich" und am zweiten ein "Sehr gut", und das bei durchaus starker Konkurrenz. Ja, sie hat sich wirklich gut geschlagen, unsere Kleine, und auch den übrigen, für sie doch ungewohnten Rummel hat sie ganz gelassen hingenommen.

Zum Jahresende wollen wir natürlich nicht unerwähnt lassen, dass uns unsere Hunde in diesem Jahr einmal mehr - von Dulcineas Tod abgesehen - nur Freude gemacht haben. Wieder haben wir durch unsere Welpen viele nette, ja liebenswerte Menschen kennen gelernt und natürlich auch die Freude gehabt, schon ältere, durch unsere Hunde entstandenen Bekanntschaften weiter zu pflegen und oft auch lieben Besuch von guten Freunden zu bekommen, der sich jedes Mal immer zu schnell wieder verabschiedete.

 

Das entschädigt bis jetzt wenigstens noch für die allmählich unerträgliche Vereinsmeierei, die derzeit im VDH veranstaltet wird und die im deutlichen Widerspruch steht, zu dem was dieser selbsternannte Kümmerer um alle organisierten deutschen Hunde wohlfeil in seinem Internet-Auftritt verspricht. Hier geht es eindeutig nicht mehr um das so hoch gehangene Wohl der Hunde, sondern um persönliche Querverbindungen zur Ego-Pflege altgedienter Funktionäre, um Vorteilsgewährung für gute alte Freunde und um die Missachtung ehrlich bemühter und engagierter Züchter!

 

Nachfolgend zeigen wir noch einige, uns zugeschickte Bilder aus dem J-Wurf:

 

30. November 2017

Wir hätten fast damit rechnen können - Arubi ist als älteste unserer Hundedamen deren Chefin und die gibt eigentlich vor, wer wann läufig wird. Wobei sie bisher einen 11-Monats-Rhythmus hatte, die jüngere Eboli dagegen einen ganz normalen mit sechs Monaten. Die brachte nun Ende März ihren ersten, richtig guten Wurf und wurde prompt Mitte Juni wieder läufig. Das konnte Arubi nicht auf sich beruhen lassen und legte nach. Das passte zwar nicht so richtig in unsere Planung, aber da ihr H-Wurf schon länger als ein Jahr her war, ließen wir sie von Comes Cordis Latticello decken. Das Ergebnis zeigte sie uns am 09.09.2017 - einen strammen Siebener-Wurf mit drei braunen und vier weißen Welpen, die alle einen mehr oder weniger orange-farbenen Touch haben.

Wie von Arubi nicht anders gewohnt, war sie eine gute, liebevolle Mutter, zeigte aber schon nach knapp vierzehn Tagen einen starken Drang zum Rest der Familie. Als Ersatz bot sich ganz begeistert unsere Ilva an - endlich nicht mehr nur alte Hunde und alte Leute, sondern richtige Kumpel und dann auch noch so viele. Alles hat prima geklappt und dank Ilvas Vorbild und Arubis Fürsorge entwickelte sich der J-Wurf prächtig.

Natürlich kam auch das, was immer kommt, ca. Mitte November wurden sechs der Welpen, längst sehnlich erwartet von ihren Familien abgeholt, wo sie inzwischen längst vollwertige Mitglieder sind. Nur Janus blieb noch vierzehn Tage länger bei uns, da wurde er natürlich auch bei uns vollwertiges Familienmitglied. So fiel uns der Abschied schon ziemlich schwer, und wenn die neue Familie ihn nicht mehr gewollt hätte, wir hätten ihn wahrhaftig behalten.

 

 

23. Juli 2018

 

Pensionsgäste hatten wir auch - zweimal pflegeleicht und einmal - naja - ziemlich anstrengend. Luna, eine Tochter aus Alettas letztem Wurf war nur ein Wochenende bei uns. Sie war so liebenswert, ihrem Personal für ein Wochenende Urlaub zu gewähren und da haben wir es eben vertreten. Nichts leichter als das, denn sie war absolut pflegeleicht und hat sich bestens in unser Rudel eingefügt.

 Luna

 Ida

 Aniello

Da war Ida, die Schwester unserer Ilva, schon eine ganz andere Nummer. Der Wurf war wirklich anstrengend und Ilva hieß bei uns, nachdem ihre Geschwister ausgezogen waren, nur noch "der Knallfrosch"! Die beiden zusammen waren - "die Polenböller" - und das vierzehn Tage lang. Gut, für diese "Terrible Two" war das natürlich Spitze und äußerst unterhaltsam - für uns natürlich auch! Aber auch anstrengend, die Kontrolle zu behalten. - Immerhin sah unser Garten am Ende nicht ganz so planiert aus, wie die diversen Autobahn-baustellen zwischen uns und Kassel. Aniello war dagegen ein richtiges Erholungsprogramm - eben ein gesetzter, stattlicher, älterer Herr. Wir beiden älteren Herren setzten uns regelmäßig ab, um unsere Runden zu drehen, und es tat uns immer richtig gut. Aniello war ganze sieben Wochen bei uns und wir hoffen, dass es ihm gefallen hat. Denn so ganz einfach war es nicht für ihn - erst wurde Eboli läufig und dann Arubi - und dann am Ende noch diese wilde Ida, als ob die grüne Göre Ilva nicht schon gereicht hätte! - Wenn wir ehrlich sein wollen, war er am Ende bestimmt froh, wieder zuhause zu sein. - Uns hat es schon leid getan, wir hätten ihn gerne behalten!

 

 

09. Juli 2017

An diesem Wochenende veranstaltete der Schäferhundeverein Wanfried ein "Arbeitswochenende". Wir dachten, das zeigen wir mal unserer Jüngsten, damit sie mal sieht, wie andere Hunde arbeiten müssen. Es hat Ilva ganz kalt gelassen, auch als sie zum Man-Trailing auffefordert wurde. Sie hat völlig unaufgeregt die Geruchsprobe genommen und als die zu suchende Person lange genug weg war, nahm sie ohne zu zögern die Spur auf und fand die "Vermisste" ohne Verzögerung, obwohl Frauchen sie erst in eine andere Richtung dirigieren wollte. - Wer hat denn hier die bessere Nase?

 

20. Mai 2017

Nach dem zielich anstrengenden I-Wurf  hatten wir das Gefühl, uns stünde ein kleiner Urlaub zu, aber nach dem wir nun so plötzlich unsere Dulcinea beerdigten mussten, war die Stimmung doch nicht so euphorisch, dass wir bis in die Alpen oder an die See hätten reisen wollen. Wir entschieden uns für Lohr am Main und fanden dort einen gemütlichen, wenn auch recht einfach ausgestatteten Camping-Platz vor. Er liegt dierekt am Main und bietet neben ruhigen Stallplätzen sogar eine Badebucht für Mensch und Hund. In die wirklich sehenswerte, gepflegte, ja dekorative Innenstadt waren es nur ein paar Minuten zu Fuß. Bis auf die erste Nacht, in der es heftig regnete, hatten wir sogar das Wetter auf unserer Seite. An zwei Tagen machten wir Ausflüge in die Umgebung und besuchten Arubis Kinder Fiore und Fidelio mit ihren Familien. Wir haben jeden einzelnen Tag genossen und uns ganz gut erholt.

 

Am 18. Mai 2017 mussten wir uns für immer von unserer "Oma" Dulcinea verabschieden. Sie hatte einen inoperablen Tumor am Blasen-ausgang, der sie nur elf Jahre alt werden lies. Dulcinea war nicht unbedingt der Ausstellungshund, machte aber auch den Deutschen Champion. Viel wichtiger für uns war und ist aber ihr Wesen - sie war ein völlig problemloser, absolut unkomplizierter Hund und für jeden ihrer Welpen eine wirklich gute Mutter - einfach nur liebenswert, so wie eigentlich alle unsere "Selbstgestrickten". - Gerne hätten wir sie noch einige Jahre um uns gehabt, ihr noch ungezählte entspannte, verträumte Stunden auf ihrem Lieblingsplatz, rechts auf dem Sofa gegönnt. - Und immer wieder freuen wir uns, wenn wir eine deiner Töchter oder Enkeltöchter sehen, die ihr manchmal zum Verwechseln ähnlich sind . . .

Bis Ende April 2017 verließen uns alle I-Welpen in ihre neuen Familien - mit Ausnahme von Ilva, die nun bei uns bleibt. Wie es aus-sieht, hat sie in Eboli eine sehr fürsorgliche Mutter, die sich nach wie vor liebevoll um ihre Tochter kümmert, ihr regelmäßig die Ohren säubert und sich auch sonst viel mit ihr beschäftigt.

 

 

Am 26. Februar 2017 präsentierte uns Eboli recht zügig und völlig frei von Komplikationen ihren ersten Wurf - zwei Rüden und fünf Hündinnen - alle zwischen 320 und 370 Gramm schwer und wie mit der Schablone gefertigt - sechs Braune mit jeweils mehr oder weniger großen Abzeichen und eine weißbraun gefleclte Hündin, die sich wohl zu einem Braunschimmel entwickeln wird.

 

 

02. Januar 2017

 

So, der "Grundstein" für unseren I-Wurf ist gelegt! Am 30.12.2016 konnten wir Eboli überreden, mit uns nach Twistetal zu fahren und Cassanova zu besuchen, den sie im Sommer so eiskalt abgeblitzt hat. Sie war, wie das aufdringlichen Burschen gegenüber so ihre Art ist, zunächst auch etwas mürrisch und abweisend, aber wir haben ihr gut zugeredet und auch Cassanova gab sich sehr viel Mühe und ist seiner Aufgabe mit Ausdauer nachgekommen. Fünfunddreißig Minuten hat es gedauert, bis alles erledigt war, bei noch nicht einmal zehn Grad plus. So hatten sich die Beiden eine Belohnung verdient und auch wir Menschen konnten uns im Anschluss bei Kaffee und Kuchen aufwärmen. In dieser Hinsicht war der Jahresabschluss 2016 also befriedigend.

 

Das Neue Jahr eröffneten wir am 1. Januar mit einer nochmaligen Tour nach Twistetal, unter dem Motto: Doppelt genäht hält besser! Dieses Mal - man kannte sich ja nun schon näher - verlief alles noch viel einfacher, aber auch gründlicher. Fünfundfünfzig Minuten ließ sich das Brautpaar Zeit - bei glatten sechs Grad unter Null. Die anschließende Aufwärmphase für Hunde und Menschen war dann auch entsprechend länger und gründlicher und wir Menschen hielten es für an- gemessen, mit etwas Hochprozentigem auf den Erfolg anzustoßen.

 

Wir sind uns ziemlich sicher, dass der Erfolg nicht ausbleibt und natürlich sehr gespannt darauf, was am Ende dabei heraus kommt. In etwa vier Wochen werden wir sehen können, ob und was sich da entwickelt und ab Anfang März herum wird der Nachwuchs wohl unser Rudel vergrößern und bereichern. Drücken wir also die Daumen.

 

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Das Jahr 2016

 

 

Im Januar 2017

 

Noch schlimmer hätte dieses Jahr für uns nicht anfangen können. Aletta hatte ihren dritten Wurf liebevoll groß- und auch schon ein wenig erzogen und der letzte der Kleinen hatte zum Jahreswechsel unser Haus verlassen. Gegen Ende dieser geschäftigen und anstrengenden Wochen war uns schon aufgefallen, dass sie einen etwas erschöpften Eindruck machte, die Betreuung und Erziehung ihrer Welpen ihr offenbar sehr zu schaffen machte, was bei ihren vorherigen beiden Würfen keineswegs der Fall war.

 

In den letzten Tagen fiel uns noch auf, dass ihre Augen leicht hervortraten und ein wenig nach außen schielten. Am 2. Januar riefen wir deshalb die Tierklinik in Mühlhausen / Thr. an und bekamen für den 4. Januar einen Termin. Was wir dort erfuhren, hätten wir nie für möglich gehalten, hat uns zutiefst erschüttert und bis heute nicht losgelassen. Die Augen waren in Ordnung, ihre etwas ungewöhnliche Stellung ließ sich zunächst nicht erklären. Als wir auf drei Knoten in Alettas Brustbeinbereich aufmerksam machten, bekam Dr. Stief einen nachdenklichen Gesichtsausdruck und meinte, das höre sich nicht sehr gut an. Nun wurde ihr ganzer Körper abgetastet und überall ließen sich diese ominösen Knoten erfühlen. Aletta wurde geröntgt, ihr wurde Blut entnommen und die Labordiagnose war für uns ebenso schrecklich wie unfassbar: Lymphdrüsenkrebs!

 

Aber Aletta doch nicht - dieser wunderbare, einmalige Hund - das konnte einfach nicht sein - unsere verwunschene Prinzessin - die nie krank, immer nur für uns da war - nein, niemals! - Das ist doch bestimmt ein Irrtum - irgendeine vorübergehende Entzündung, ganz sicher heilbar durch ein paar Medikamente - ein paar Spritzen . . . - Dr. Stief verneinte, sein Bedauern war nicht zu übersehen. Ja, es gäbe die Möglichkeit der Chemotherapie - mit einer Erfolgsquote von fünfundzwanzig Prozent - für ein weiteres Jahr, bestenfalls zwei - und dann die damit verbundenen Beschwerden. - Alettas Chancen ohne Chemo - acht, vielleicht zehn Wochen. - Ja, mit Kortison und Schmerzmitteln kann man ihr diese letzte Zeit durchaus erleichtern. - Aber dann geht es nicht mehr - muss der letzte Schritt getan werden.

Aletta wurde vor Ort medizinisch bestens versorgt, wir bekamen den notwendigen Vorrat an Medikamenten mit und fuhren in unglaublich gedrückter Stimmung heim. - Warum nur, warum - warum ausgerechnet dieser großartige, so sehr geliebte Hund? - Vielleicht war es nur Einbildung, aber wir hatten den Eindruck, auch der Rest des Rudels - Dulcinea, Arubi und Eboli - wüssten um dieses Drama, und Aletta sowieso.

 

Doch der Alltag änderte sich vorerst kaum. Aletta bestand nach wie vor auf ihrer Rolle als Chefin und die Drei akzeptierten das auch weiterhin. Wir bemühten uns ebenfalls Aletta so normal wie möglich zu behandeln, sie nicht zu bedauern. Wir vermieden es so gut es ging, Mitleid zu zeigen. Aber wir verwöhnten sie doch und gingen sehr behutsam mit ihr um. Als wir irgendwann merkten, dass ihre Kraft nicht mehr reichte, uns auf den Schoß zu springen, hoben wir sie behutsam hoch. Und je näher der Tag rückte, an dem es nicht mehr weitergehen würde, desto mehr ver-suchten wir die ruhigen Stunden, in denen wir ihre Wärme, ihre Zuneigung spürten und sie sanft kraulen konnten, zu genießen. Und wir waren dabei ganz sicher, dass es diesem kleinen, wunderbaren Hund nicht anders ging, sie noch intensiver den Kontakt zu uns suchte. Den drei anderen Hunden ging sie jedoch zunehmend aus dem Weg und zog sich immer öfter unter unsere Küchenbank zurück, die näher bei uns war und ihr wohl auch mehr Sicherheit bot. Es ist offenbar doch noch ein wenig Wolf in diesen so liebenswerten Hunden. Auch deshalb achteten wir zunehmend darauf, dass Aletta bei uns alleine war, beziehungs-weise, dass wir die Kontrolle hatten, wenn alle vier Hunde zusammen waren. Zu frisch war uns noch die Erinnerung, wie rigoros Aletta selbst und die gutmütige Arubi mit der schwach gewordenen Anima umgegangen waren.

 

Am letzten Februar-Wochenende war es nicht mehr zu übersehen, dass wir diesen letzten Schritt gehen mussten. Wir riefen in Mühl- hausen an und Dr. Stief war so einfühlsam, die fünfunddreißig Kilometer Fahrt auf sich zu nehmen und zu uns zu kommen. Ein letzter Blick in ihre müde gewordenen, großen, dunkelbraunen Augen - Aletta schlief ganz entspannt und friedlich auf Peters Schoß ein. Ihre letzte Ruhestätte ist eine der schönsten Ecken unseres Gartens - umgeben von Rosenbüschen und Lavendelsträuchern.

 

(Das obere Bild zeigt Aletta im Alter von zwei Jahren, das untere wenige Tage vor ihrem Tod.)

 

 

 

 

 

Ein wenig Ablenkung und Trost fanden wir in dem Umstand, dass Arubi in dieser, für uns so schweren Zeit läufig wurde und wir uns um einen Deckrüden kümmern mussten.

 

Den fanden wir in dem charmanten Franzosen "Helios Du Mas Des Lagottines", genannt "Tati", der im Besitz von Barbara Götz-Förster aus Twistetal ist. Nach dem in solchen Fällen üblichen Geplänkel klappte es richtig gut mit den Beiden und wir fuhren guter Dinge wieder nach Hause.

 

Arubi wurde zusehens runder und am Ende schon fast kugelförmig, was ihr Temperament, ihren Bewegungsdrang und ihre gute Laune aber keineswegs beeinträchtigte. Am Ende aber spannte sie uns richtig auf die Folter. Am 12. März um 08.00 Uhr morgens begannen ihre

Wehen, aber bis abends 22.00 Uhr tat sich nichts Entscheidendes. Wir wurden all- mählich unruhig und meldeten uns telefonisch in der Tierklinik an. Während des Ge- spräches tat es aber einen Aufschrei und der erste Welpe platschte mitten im "Geburts- zimmer" auf den Fußboden. Damit hatte sich die Fahrt nach Mühlhausen erledigt, aber trotzdem kam Hektik auf. Denn nun rückten sechs weitere Welpen im Viertelstunden-Rhythmus an, mussten abgenabelt, trocken gerubbelt und der Mutter übergeben wer- den, die selbst kaum mit ihrer Arbeit hinterher kam.

 

Einen derart rasanten Wurf hatten wir noch nie und ungefähr um Mitternacht war alles erledigt. Oder besser gesagt, wir waren alle erledigt. Arubi war erschöpft, aber leckte ihren Nachwuchs, der sich ausgiebig an der Milchbar bediente, unermüdlich immer wieder ab. Wir Menschen sorgten noch für die notwendige Ordnung und begaben uns ziemlich müde, aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis ins Bett.

Es muss hier noch einmal erwähnt werden - auch bei ihrem zweiten Wurf hat Arubi bewiesen, dass sie eine sehr gute Vererberin und eine großartige Mutter ist. Diese sonst so ungestüme und etwas grobmotorische Hündin geht unglaublich vorsichtig und liebevoll mit ihrem Nachwuchs um und ist sich nicht zu schade, auch noch mit ihrem Nachwuchs herum zu albern, bis der abgeholt wird und andere Hündinnen froh sind, dass die Quälgeister endlich ausziehen. - Nach unseren Informationen hat sie auch an alle ihre Welpen ihr fröhlich-optimistisches und offenes Gemüt ebenso vererbt, wie ihr gelegentlich doch anstrengendes, überschäumendes Temperament und ihre sprichwörtliche "Unkaputtbarkeit". - Genau betrachtet ist sie eine Zuchthündin, wie sie besser nicht sein kann.

Und noch etwas, was für uns wirklich wichtig ist, muss erwähnt werden: Wie es bisher bei allen unseren Würfen war, auch diese sieben Welpen aus unserem H-Wurf haben großartige neue Familien und ein großartiges Zuhause gefunden - und wir sind sicher, dass es "unseren" kleinen Hunden dort ein Leben lang gut gehen wird, ihre "Frauchen", "Herrchen" und "Geschwister" für immer ihre Freude an unseren Lagotti haben und den Entschluss, sich diesen, manchmal auch recht anstrengenden Familienzuwachs angeschafft zu haben, nie bereuen werden. - Auch dieses Mal haben wir zu allen wenigstens schriftlichen Kontakt, bekommen Bilder zugeschickt, wurden von einigen auch besucht oder haben sie auf der Club-Show oder beim Trüffelkurs getroffen, auch Freundschaften haben sich daraus entwickelt. Das ist uns immer eine wirklich große Freude und wir hoffen, dass das so bleibt, so lange wir züchten und darüber hinaus.

 

 

 

Inzwischen sind wir auch mit Eboli durch die Gegend gefahren und haben mehrere Ausstellungen besucht. Anfang Dezember 2015 waren wir in Kassel und ihr war der ganze Trubel neu. Am Samstag war sie noch etwas verhalten und machte ein VI, doch am Sonntag trat sie schon fast auf wie ein alter Hase auf und verschlimm-besserte sich auf SG III. Vielleicht hatte sie am Samstag ja einfach nur Anfänger-glück. - Am 09. Januar fuhren wir nach Nürnberg und da fand sie es nicht so beson- ders toll. Der Ringboden war spiegelglatt und als ungeübtes Kind vom Lande klapp- te es nicht so recht mit dem flüssig-eleganten Laufstil (vergleichbar etwa mit Cindy aus Marzahn auf High Heels). Na, für ein SG IV hat´s aber noch gereicht, der Rich- ter fand die Umstände selber auch ziemlich bescheiden. Außerdem war dort ein Krach wie in einem Siegerländer Hammerwerk. Es gab nämlich "Dog Dancing" und weil Hunde ja bekanntermaßen so schlecht hören, die volle Dröhnung aus der Laut- sprecheranlage. Eboli fand das irgendwie pervers.

 

Am 04. April musste sie sich in Chemnitz ganz unaufgeregt und lässig mit einem VII einer Hündin geschlagen geben, die so ängstlich war, dass sie nur mit angelegten Ohren und krummen Buckel herum stand und ihre Rute sich komplett unter den Bauch zurück zog. Damit muss man  halt hin und wieder rechnen, wenn man bei Richtern nicht so bekannt ist.

 

Am 07. Mai folgte dann in Dortmund aber der krönende Abschluss - nach bestandenem Verhaltenstest und der Bestätigung des rassetypischen Exterieurs erhielt Eboli die Zuchtzulassung - wurde somit gewissermaßen volljährig.

 

 

 

 

Am 24. September fand die jährliche Club-Show des 1. LRCD in Hagen am Teutoburger Wald statt. Wir fanden ganz in der Nähe Quartier auf dem Camping-Platz "Im Holperdorper Tal", wunderschön gelegen, gepflegt mit großzügigen Stellplätzen und geführt von einem wirklich netten Ehepaar. Es hat uns so gut gefallen, dass wir dort noch bis zum folgenden Mittwoch blieben.

 

Die Club-Show selbst fand auf dem Platz eines Hundesport-'Vereines statt, gleichermaßen lanschaftlich reizvoll gelegen und sehr gepflegt - und alles bei allerbestem Spätsommer-wetter. Das Drumherum war von den Verantwortlichen liebevoll gestaltet, der ganze Ablauf professionell organisiert, für Ver- pflegung und alle anderen menschlichen Bedürfnisse war bestens gesorgt.

 

Der sympathische und äußerst fachkundige Zuchtrichter kam aus Italien, dem Heimatland unserer Hunde, und ist seiner Aufgabe gelassen und überzeugend nachgekommen. Unsere beiden Damen Arubi und Eboli machten in ihrer jeweiligen Klasse ein sehr zufriedenstellendes V II. Wobei Eboli fast noch das V I geschafft hätte und wir besonders mit Arubis Erfolg gegen zum Teil starke Konkurrenz sehr zufrieden sind. Denn sie wird, wegen ihrer ausgeprägten rustikalen und nicht auf Show getrimmten Art, häufig unter Wert beurteilt.

 

Alles in allem waren es eine gelunge Veranstaltung und ein paar schöne Tage - mit einem kleinen Wermutstropfen. Wegen leider schon lange schwelender Differenzen im Vorstand war zwischen einigen der Akteure eine gewisse Spannung zu spüren und auch die Aus- stellerzahl war wohl aus gleichem Grund um circa ein Drittel niedriger als in den Jahren zuvor.

 

 

Eboli oben Mitte - Arubi unten Mitte

 

 

 

 

 

Am 19. November 2016 veranstalteten wir im und beim Naturhotel von Gudrun Stifel in Hitzelrode einen Trüffelkurs. Als Lehrmeister hatte sich Lothar Zeissler aus der Schweiz freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Aus Zeitgründen und wegen der Übersichtlichkeit war die Tei- nehmerzahl auf fünfzehn Hunde plus menschliches Begleitpersonal begrenzt.

 

Fast war es wie ein Familientreffen, denn davon waren alleine elf Hunde aus unserer Zucht. Die "Fremden" wurden jedoch genau so herzlich auf- genommen. Die Theorie im Hotel dauerte eine gute Stunde, dann ging es hinaus und die Besitzer mussten in Einzelak- tionen ihre Hunde erst ein- mal auf die Trüffel konditionieren. An- schließend ging es ein paar hundert Meter weiter an den Rand eines lichten Buchenwaldes. Dort wurden pro Hund vier Trüffel versteckt und die Besitzer waren alle wirklich erstaunt, wie schnell ihre Hunde begriffen, um was es dabei ging. Sogar Tara, mit einem halben Jahr eine von den Jüngsten und von ihren Besitzern als Wirbelwind bezeichnet, fand in kürzester Zeit alle vier Trüffel. Anschließend durften alle Hunde auf einer großen Wiese herumtoben und sich entspannen. 

 

Später traf man sich zu einem gemütlichen Abend, bei deftigem Essen und einem guten Schluck wieder - und natürlich wurde auch ausgiebig über unsere Hunde gefachsimpelt oder über Erlebnisse mit ihnen berichtet. Man verabredete sich für den nächsten Tag zu einer Wanderung auf der Gobert (Naturschutzgebiet und ehemaliges Grenzgebiet). Obwohl schon in der zweiten Novemberhälfte hatten wir wie am Vortage Glück mit dem Wetter und man konnte die Wanderung in dieser reizvollen Gegend richtig genießen. Natürlich gab es im Anschluss Kaffee und Kuchen.

 

Allen Beteiligten, die zum Teil sogar eine weite Anreise hatten, und uns sowieso hat dieses Wochenende so gut gefallen, dass wir einen solchen Trüffelkurs im kommenden Herbst wohl wieder veranstalten werden. Was uns Beiden aber wirklich gut gefallen hat, war der Umstand, dass sich durch unsere Lagotti Menschen kennen lernen und harmonische, unterhaltsame Stunden miteinander verbringen konnten, die sich sonst nie im Leben getroffen hätten.

 

 

Was wir an dieser Stelle auf keinen Fall vergessen wollen:

Auch in den vergangenen Jahren 2017 und 2016

hatten wir, wie in all den Jahren zuvor,

immer wieder Besuch von etlichen unserer Welpen und ihren Besitzern/Familien,

erhielten auch Zuschriften und Fotos per Post, E-Mail oder Whats App.

Wir freuen uns immer wieder aufs Neue über diese Kontakte,

aus denen sich Freundschaften entwickelt haben,

die uns jung halten, die unser Leben bereichen.

Wir wünschen uns sehr, dass das auch in diesem Jahr so bleibt!

 

 

 

 

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